Hebehilfen

Kartons heben, ohne sie zu tragen: Hebehilfen und Kartongreifer.

Ein Karton ist leicht zu beschreiben und schwer zu greifen. Die Pappe gibt nach, der Inhalt ist unbekannt, und der Deckel trägt manchmal nicht einmal sich selbst. Deshalb beginnt jede Hebehilfe für Kartons beim Greifer – das Gerät folgt.

Geräte
4
Anwendungsfälle
3
Fabrikate
alle
01

Der Karton ist das schwierigste einfache Werkstück

Ein Stahlteil hat eine feste Form, ein bekanntes Gewicht und einen Schwerpunkt, der dort bleibt, wo er ist. Ein Karton hat nichts davon sicher. Sein Inhalt kann verrutschen, sein Gewicht von Sendung zu Sendung schwanken, seine Oberfläche mit Folie, Etiketten oder Klebeband bedeckt sein. Und die Pappe selbst lässt Luft durch.

Daraus folgt, dass es keinen Kartongreifer für alles gibt. Welcher passt, hängt davon ab, wie die Kartons gebaut sind, wie sie ankommen und wohin sie gehen.

02

Vakuum-Flächensauger: schnell, aber nicht für jeden Karton

Der häufigste Greifer für Kartons ist ein Flächensauger, der von oben auf den Deckel greift. Er ist schnell, weil der Bediener nur aufsetzen und anheben muss. Zwei Bedingungen müssen allerdings erfüllt sein: Der Deckel muss das Gewicht des Inhalts tragen, und die Vakuumerzeugung muss die Luft, die durch die Pappe nachströmt, ausgleichen können. Poröse Wellpappe braucht deshalb eine Vakuumerzeugung mit deutlich mehr Volumenstrom als eine glatte, dichte Oberfläche.

Getrennt schaltbare Zonen erlauben es, mit demselben Sauger kleine und große Formate zu greifen. Wie Saugkraft und Reserve gerechnet werden, beschreibt unser Ratgeber zum Auslegen von Vakuumhebern.

03

Klemm- und Gabelgreifer: wenn der Deckel nicht trägt

Offene Kartons, Kartons mit schwachem Deckel oder schwerem, losem Inhalt greift man besser von der Seite oder von unten. Ein Klemmgreifer fasst den Karton an zwei gegenüberliegenden Seiten, ein Gabelgreifer fährt unter ihn. Beide brauchen Platz: eine Lücke neben dem Karton oder Zugang zur Unterseite, etwa auf einer Rollenbahn mit Aussparung.

Sie sind etwas langsamer als ein Sauger, dafür unabhängig davon, was auf der Oberfläche klebt. In der Praxis werden beide Prinzipien oft kombiniert: Saugen für den Regelfall, Klemmen oder Unterfahren für die Ausnahmen.

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Paketgreifer für gemischte Sendungen

Wo Pakete unterschiedlicher Größe ankommen – im Paketumschlag, in Retouren, im Wareneingang mit vielen Lieferanten –, muss ein Paketgreifer sich anpassen. Das geht über verstellbare Klemmbacken, über Saugzonen oder über Wechselgreifer mit Schnellkupplung. Welcher Weg der richtige ist, zeigt eine Auswertung der Formate: Wenn wenige Größen den Großteil ausmachen, lohnt ein auf sie zugeschnittener Greifer. Bei sehr breiter Streuung ist die Verstellbarkeit wichtiger als das letzte Quäntchen Geschwindigkeit.

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Woher die Kartons kommen und wohin sie gehen

Auf einer Palette ändert sich die Griffhöhe mit jeder Lage. Der Hub der Hebehilfe muss deshalb von der untersten bis zur obersten Lage reichen, und das Tragwerk muss die ganze Palette und die Ablage daneben abdecken. Von der Rollenbahn auf die Palette, vom Regal auf den Packtisch: Der Weg bestimmt, ob ein Schwenkkran genügt oder ein Schienensystem nötig ist.

Wie das an einem Versandplatz mit hoher Stückzahl aussieht, zeigt unsere Anwendung „Achthundert Kartons je Schicht umsetzen". Diese Seite fasst die Auswahl allgemein; dort steht ein konkreter Fall.

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Was das Gerät tragen muss

Die Last für die Auslegung ist nie der Karton allein. Ein Flächensauger mit Vakuumerzeugung, Ventilen und Griff bringt ein eigenes Gewicht mit, das von der Traglast des Geräts abgeht. Unsere Seilbalancer Skyline sind für 60 und 100 Kilogramm einschließlich Werkzeug ausgelegt, die Hubachsen der Reihe I-GO je nach Modell für 60 bis 400 Kilogramm. Für Kartons reicht häufig ein Balancer; wo schwere Gebinde oder ein schwerer Greifer dazukommen, ist die Hubachse die sichere Wahl.

Übersicht

Kartongreifer im Vergleich

Greifer Geeignet für Vorteil Grenze
Vakuum-Flächensauger Geschlossene Kartons mit tragfähigem Deckel Schnell, ein Griff von oben Poröse Pappe, schwacher Deckel, lose Folie
Flächensauger mit Zonen Mehrere Formate Kein Umbau zwischen Größen Mehr Aufwand in der Vakuumtechnik
Klemmgreifer Offene oder weiche Kartons Unabhängig von der Oberfläche Braucht seitlichen Platz
Gabelgreifer Schwere oder empfindliche Inhalte Trägt von unten Braucht Zugang zur Unterseite
Wechselgreifer Sehr gemischte Sendungen Für jedes Format der richtige Greifer Wechsel kostet Zeit
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Kartons und Pakete

Welcher Greifer eignet sich für Kartons am besten?

Für geschlossene Kartons mit tragfähigem Deckel meist ein Vakuum-Flächensauger, weil er am schnellsten ist. Für offene Kartons oder schweren, losen Inhalt ist ein Klemm- oder Gabelgreifer sicherer. Bei gemischten Formaten helfen Saugzonen oder Wechselgreifer.

Warum braucht Wellpappe mehr Saugleistung?

Weil Luft durch die Pappe nachströmt. Die Vakuumerzeugung muss diese Leckage ständig ausgleichen, um den Unterdruck zu halten. Das verlangt mehr Volumenstrom als bei einer dichten Oberfläche.

Was passiert, wenn der Kartondeckel nachgibt?

Dann hält der Sauger zwar den Deckel, aber nicht unbedingt den Inhalt. Deshalb wird vorab geprüft, ob der Deckel das Gewicht trägt. Wo das nicht sicher ist, wird von der Seite geklemmt oder von unten getragen.

Reicht ein Seilbalancer zum Kartons heben?

Für die meisten Kartons ja, solange Karton und Greifer zusammen unter der Traglast bleiben und die Last senkrecht unter dem Seil hängt. Bei schweren Gebinden oder schweren Greifern ist eine Hubachse die bessere Wahl.

Können Kartons direkt von der Palette gegriffen werden?

Ja, wenn der Hub von der untersten bis zur obersten Lage reicht und das Tragwerk die ganze Palette abdeckt. Bei eng gestellten Lagen ist ein Greifer von oben meist einfacher als ein Klemmgreifer, der seitlich Platz braucht.

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Gewicht, Maße, Griffstelle und wie oft am Tag – mehr braucht es für den ersten Vorschlag nicht. Den Rest klären wir am Arbeitsplatz.

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