Anwendungsfall

Eine warme Kokille aus der Maschine nehmen, ohne die Führungssäulen zu verkanten

Ein Kokillenwechsel bindet in vielen Gießereien zwei Personen und den Hallenkran für eine halbe Stunde. Der eigentliche Hub dauert Sekunden – der Rest ist Ausrichten auf Führungssäulen, die einen Millimeter Spiel haben und dreihundert Grad warm sind.

Bauteil
Kokille, Druckgussform, Werkzeughälfte
Gewicht
150 bis 600 kg
Temperatur
bis 300 °C an der Oberfläche
Bewegung
waagerecht heben, axial einführen
Häufigkeit
1 bis 6 Wechsel je Schicht
Umgebung
Gießerei, heiß, staubig
01 — Die Aufgabe

Warm, schwer und mit Führungssäulen, die nichts verzeihen.

Alte Kokille aus der Maschine ziehen, ablegen, neue aufnehmen und in die Aufspannung einführen. Das Werkzeug ist schwer, warm und muss über die ganze Bewegung waagerecht bleiben: Führungssäulen und Passungen vertragen kein Verkanten. Am Hallenkran hängt es an zwei Ketten und schwingt, und das Einfahren wird zur Geduldsprobe mit zwei Leuten am Werkzeug – in einer Umgebung, in der niemand länger als nötig stehen möchte.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Der starre Arm hält den Winkel

Beim axialen Einführen zählt eine einzige Größe: dass sich der Winkel nicht ändert. Ein Knickarm-Manipulator hält das Werkzeug in der eingestellten Lage, während es mit leichtem Druck in die Aufspannung geschoben wird. Am Kran hängt dieselbe Last an zwei Ketten und schwingt in dem Moment, in dem Genauigkeit gefragt ist. Eine Feineinstellung für Neigung und Seitenlage übernimmt die letzten Millimeter.

Aufnahme mit Abstand zur Wärme

Gegriffen wird an Aufnahmebohrungen oder Spannleisten am Werkzeug – formschlüssig, weil eine warme, zunderbehaftete Oberfläche keinen sicheren Kraftschluss zulässt. Zwischen Last und Gerät sitzt ein Hitzeschild, alle berührenden Teile sind temperaturbeständig, und der Bediener steht während des ganzen Vorgangs außerhalb der Strahlungswärme. Das ist nicht Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, dass sauber gearbeitet wird.

Gerechnet wird in Stillstandsminuten

Eine Gießmaschine steht während des Wechsels. Verkürzt sich der Vorgang von dreißig auf zwölf Minuten und finden vier Wechsel je Schicht statt, sind das über eine Stunde zusätzliche Laufzeit am Tag. Diese Rechnung trägt das Projekt in aller Regel allein – die Entlastung der Werker und der frei gewordene Hallenkran kommen als Nebeneffekte dazu.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Der Wechsel gelingt von einer Person statt zu zweit.
  • Führungssäulen und Passungen werden nicht mehr verkantet.
  • Der Bediener bleibt außerhalb der Strahlungswärme.
  • Die Wechselzeit sinkt deutlich – die Maschine läuft länger.
  • Der Hallenkran bleibt für den Rest der Gießerei verfügbar.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Bis zu welcher Werkzeugtemperatur geht das?

Mit Hitzeschild und temperaturbeständiger Aufnahme bis etwa 300 °C an der Oberfläche. Darüber wird es zur Sonderkonstruktion, bei der auch die Standzeit von Dichtungen und Schmierstoffen mitgerechnet wird. Die Frage ist meist nicht, ob es geht, sondern wie lange die Verschleißteile halten.

Wir haben einen Hallenkran – reicht der nicht?

Für das Gewicht ja, für das Einfahren selten. An zwei Ketten schwingt das Werkzeug, und die Ausrichtung auf die Führungssäulen wird zur Zweimannaufgabe. Der Gewinn liegt in der Wechselzeit und darin, dass der Kran frei bleibt.

Passt ein Gerät bei mehreren Werkzeuggrößen?

Ja, über eine Aufnahme mit verstellbarem Abstand und gerasteten Positionen. Für jede Werkzeugfamilie wird die Einstellung einmal ermittelt und beschriftet – umgestellt wird dann in unter einer Minute und ohne Werkzeug.

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