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Erstens: das Gewicht, das wirklich am Arm hängt
Ein Bauteil von 60 Kilogramm braucht kein 60-Kilogramm-Gerät. Der Greifer wiegt mit – ein Vakuumgreifer für Kartons acht bis fünfzehn Kilogramm, ein mechanischer Formgreifer mit Drehachse leicht das Doppelte. Dazu kommen Adapter, Wechselplatten und alles, was dauerhaft montiert bleibt. Als Traglast gilt deshalb immer die Summe an der Werkzeugaufnahme. Wir geben unsere Traglasten aus genau diesem Grund inklusive Werkzeug an – wer sie ohne angibt, verkauft eine Zahl, die im Betrieb nie erreicht wird.
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Zweitens: das Moment, nicht das Gewicht
Am Fußpunkt eines Säulengeräts entsteht ein Biegemoment aus Last mal Ausladung. 125 Kilogramm auf 3,4 Metern ergeben rund 4,2 Kilonewtonmeter – unabhängig davon, wie stabil das Gerät selbst ist, muss dieses Moment in den Boden. Deshalb ist die Verankerung Teil der Auslegung: verschraubt, gedübelt oder auf ballastierter Grundplatte. Wer die Ankerkräfte erst auf der Baustelle rechnet, rechnet zu spät.
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Drittens: die Reichweite zum ungünstigsten Punkt
Reichweite wird fast immer für den typischen Handgriff angegeben und für den seltenen gebraucht. Der Wechselbehälter steht einmal am Tag zwei Meter weiter hinten, die Palette wird gegen Schichtende von der anderen Seite angefahren. Legen Sie deshalb auf den entferntesten Punkt aus, der im Betrieb tatsächlich vorkommt – nicht auf den, der in der Skizze eingezeichnet ist. Nachträglich verlängern heißt: neues Gerät.
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Viertens: Taktzeit und Häufigkeit
Zwanzig Bewegungen je Schicht und zwanzig je Stunde sind zwei verschiedene Maschinen. Die Häufigkeit bestimmt die Antriebsauslegung, die Einschaltdauer, das Wartungsintervall – und ob die Aufnahmezeit ein Thema ist. Bei hoher Frequenz zählt jede Sekunde beim Greifen mehr als jede Sekunde beim Heben; dann fällt die Wahl auf eine Kombisteuerung, die Fahren und Heben in einem Bedienelement zusammenfasst.
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Fünftens: die Umgebung
Kühlschmierstoff, Zunder, Mehlstaub, Reinigungsschaum, Lösemittel, Strahlungswärme, Kühlhaustemperatur, ATEX-Zone – jede dieser Angaben ändert die Ausführung. Das betrifft selten die Struktur, fast immer aber Dichtungen, Schläuche, Beschichtung und Sensorik. Diese Angaben gehören in die Anfrage, nicht in die Inbetriebnahme.
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Sechstens: der Boden
Industrieboden ist nicht gleich Industrieboden. Estrich auf Dämmung, Hohlraumboden, frisch sanierte Beschichtung, eine Leitung dicht unter der Oberfläche – all das entscheidet, ob gedübelt werden darf. Wo nicht gebohrt werden kann, arbeiten wir mit einer ballastierten mobilen Grundplatte; das Ballastgewicht folgt wiederum aus Traglast und Ausladung. Ein Kreis, der sich nur schließt, wenn man ihn vor der Bestellung durchläuft.
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Die drei teuersten Auslegungsfehler
Erstens: Greifergewicht vergessen – das Gerät ist zu klein und die Nachrüstung kostet mehr als die richtige Größe gekostet hätte. Zweitens: auf den typischen statt den ungünstigsten Punkt ausgelegt – das Gerät erreicht die Aufgabe an drei Tagen im Monat nicht. Drittens: die Aufnahmezeit unterschätzt – das Gerät ist technisch richtig und wird trotzdem nicht benutzt, weil Heben von Hand schneller geht. Alle drei entstehen am Schreibtisch und lassen sich mit einer Stunde am Arbeitsplatz vermeiden.