Anwendungsfall

Eine Gitterbox mit 300 Kilogramm Schüttgut in den Trichter entleeren – kontrolliert, nicht auf einmal

Eine Gitterbox mit Schüttgut wiegt gefüllt bis zu 800 Kilogramm. Sie zu heben ist eine Frage der Traglast – sie zu entleeren nicht. Wer sie zu schnell kippt, hat den Trichter überfüllt, Staub in der Halle und die Hälfte daneben. Wer zu langsam kippt, steht doppelt so lange daran.

Bauteil
Gitterbox, KLT, Fass, Sonderbehälter
Gewicht
50 bis 800 kg
Kippwinkel
bis 135 Grad
Bewegung
heben, führen, gedämpft kippen
Häufigkeit
20 bis 200 Entleerungen je Schicht
Umgebung
Trichter, Maschinenaufgabe, Umfüllstation
01 — Die Aufgabe

Der Behälter ist nicht schwer zu heben. Er ist schwer zu dosieren.

Behälter aufnehmen, über den Trichter, die Maschine oder den Zielbehälter führen, kontrolliert kippen, ausleeren, zurückschwenken und absetzen. Der Kippvorgang ist der eigentliche Prozess: Er muss anfangs langsam laufen, bis das Material fließt, und darf am Ende nicht durchschlagen, wenn der Behälter leicht wird und der Schwerpunkt wandert. Bei Kleinladungsträgern kommt hinzu, dass die Teile nicht fallen dürfen – Sichtteile nehmen jeden Sturz übel. Und in der Lebensmittelverarbeitung ist Restentleerung kein Komfort, sondern Hygieneanforderung.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Die Kippbewegung ist der Prozess, nicht der Nebeneffekt

Ein Kippgerät, das nur zwei Endlagen kennt, löst diese Aufgabe nicht. Wir legen den Kippantrieb gedämpft und stufenlos aus, mit Halt in jeder Zwischenstellung. So kann der Bediener den Fluss dosieren: anfangs langsam anwinkeln, bis das Material bricht, dann gleichmäßig weiterkippen. Am Ende hält eine definierte Endlagendämpfung den leichten Behälter – genau dort, wo ein ungedämpftes Gerät durchschlägt und den Rest herausschleudert.

Formschluss statt Reibung

Beim Kippen wandert der Schwerpunkt weit über die Aufnahme hinaus. Eine Aufnahme, die sich nur auf Klemmkraft verlässt, ist hier die falsche Wahl. Wir arbeiten mit formschlüssigen Aufnahmen, die den Behälter an seinen Konstruktionspunkten fassen – bei der Gitterbox an den Füßen oder am Rahmen, beim KLT am Rand, beim Fass am Sicken- oder Spannring. Verriegelt wird mechanisch, nicht pneumatisch: Was hält, muss auch ohne Druckluft halten.

Die Fallhöhe bestimmt die Bauhöhe

Wie hoch das Gerät bauen muss, ergibt sich aus der Trichterkante – aber auch aus dem, was das Material verträgt. Schüttgut, das aus anderthalb Metern fällt, staubt und bricht. Deshalb planen wir die Entleerposition so tief wie möglich und lassen den Behälter beim Kippen mitfahren, statt ihn zu überhöhen. Bei empfindlichem Material kommt eine Rutsche oder ein Schwenkboden dazu; das ist keine Zusatzausstattung, sondern Teil der Aufgabe.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Das Entleeren wird dosierbar statt schlagartig – kein Überfüllen, kein Danebengehen.
  • Der Behälter sitzt formschlüssig; Herausrutschen beim Kippen ist ausgeschlossen.
  • Staub und Bruch gehen zurück, weil die Fallhöhe geplant ist statt gegeben.
  • Eine Person bedient die Station, ohne zu heben, zu kanten oder zu stützen.
  • Restentleerung und Reinigung sind vorgesehen, nicht improvisiert.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Bis zu welchem Gewicht ist das handgeführt sinnvoll?

Für das Kippen selbst spielt das Gewicht kaum eine Rolle, weil der Antrieb es übernimmt – hier sind 800 Kilogramm und mehr üblich. Grenzen setzt das Führen: Soll der Behälter zusätzlich frei über eine Fläche bewegt werden, ist bei etwa 500 Kilogramm die Schwelle, ab der ein geführtes Schienensystem dem freien Gerät überlegen ist.

Wie verhindert man Staub beim Entleeren?

Über drei Dinge: geringe Fallhöhe, gedämpfte Kippgeschwindigkeit und eine Entleerposition dicht an der Trichterkante. Erst wenn das ausgereizt ist, hilft Absaugung. Wer die Reihenfolge umdreht, saugt teuer ab, was gar nicht erst hätte aufwirbeln müssen.

Geht das auch in der Lebensmittelverarbeitung?

Ja, mit entsprechender Ausführung: Edelstahl im Produktbereich, glatte Oberflächen, keine offenen Profile, in denen sich Reste sammeln, und eine Aufnahme, die sich ohne Werkzeug abnehmen und reinigen lässt. Die Kippkinematik selbst bleibt dieselbe – der Unterschied liegt in Werkstoff und Ausführung.

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