Anwendungsfall

Eine Baugruppe fügen, deren Sichtfläche so viel wert ist wie ihre Funktion

In der Medizintechnik ist Montage Teil eines validierten Prozesses. Ein Bauteil, das abgesetzt und neu gegriffen werden muss, ist nicht nur unbequem – es ist ein Schritt, der in der Arbeitsanweisung nicht vorgesehen ist.

Bauteil
Antriebseinheit, Generator, Säule, Modul
Gewicht
15 bis 80 kg
Bewegung
heben, drehen, fügen
Genauigkeit
Passung im Zehntelbereich
Häufigkeit
20 bis 80 je Schicht
Umgebung
Montage, teils Reinraum ISO 7
01 — Die Aufgabe

Jeder Handgriff wird dokumentiert. Auch der, der schiefgeht.

Untergruppen wie Antriebseinheiten, Generatoren oder Säulen aus der Bereitstellung nehmen, zum Montageplatz führen und in Rahmen oder Gehäuse fügen. Die Gewichte sind mäßig, die Anforderungen nicht: Die Fügestellen sind eng, die Sichtflächen empfindlich, der Ablauf muss jedes Mal gleich sein, und in Reinraumbereichen darf die Handhabung die Partikelbilanz nicht belasten.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Reproduzierbar heißt: geführt

In einer validierten Fertigung soll ein Arbeitsschritt jedes Mal gleich ablaufen. Ein Gerät mit Anschlägen, Rastpositionen und definierten Endlagen macht die richtige Bewegung zur einfachsten – und beschreibbar in der Arbeitsanweisung. Was von Hand je nach Kraft und Geschick unterschiedlich schnell und genau geschieht, wird damit zu einem Schritt, der sich prüfen und dokumentieren lässt.

Partikelarm von Anfang an

Reinraumtauglichkeit lässt sich nicht nachrüsten. Führungen werden gekapselt, Gleitlager im Produktbereich durch Wälzlager ersetzt, offene Schmierstellen entfallen, Antriebe werden abgesaugt. Dazu kommen abriebarme Werkstoffe, die den üblichen Desinfektionsmitteln standhalten – Alkohole und oxidierende Reiniger sind der häufigste Grund für frühen Ausfall von Dichtungen und Auflagen.

Drehen statt Absetzen

Viele Baugruppen müssen für die Montage von unten oder von der Seite zugänglich sein. Eine gedämpfte Dreheinheit in der Aufnahme erspart das Absetzen und Neugreifen: Der Werker dreht das Bauteil mit zwei Fingern in die gewünschte Lage, und es bleibt dort stehen. Das ist nicht nur schneller, sondern auch der Schritt, der in der Dokumentation entfällt – weil er nicht stattfindet.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Der Ablauf ist reproduzierbar und in der Arbeitsanweisung beschreibbar.
  • Sichtflächen bleiben ohne Kratzer und Druckstellen.
  • Absetzen und Neugreifen entfallen – ein Schritt weniger im Prozess.
  • Die Ausführung belastet die Partikelbilanz im Reinraum nicht.
  • Werkstoffe halten den eingesetzten Desinfektionsmitteln stand.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Die Gewichte sind klein – lohnt sich das?

Oft ja, aber aus anderen Gründen als anderswo. Es geht selten um die Last und meist um Wiederholbarkeit, Kratzerfreiheit und darum, dass ein Bauteil nicht abgesetzt und neu gegriffen werden muss. Wo das keine Rolle spielt, sagen wir ab.

Ist das Gerät reinraumtauglich?

In entsprechender Ausführung ja. Reinraumtauglichkeit ist keine Eigenschaft eines Katalogprodukts, sondern eine Bauweise: gekapselte Führungen, geeignete Werkstoffe, abgesaugte Antriebe, keine offenen Schmierstellen. Die Klasse legen wir mit Ihrer Qualitätssicherung fest.

Muss das Gerät validiert werden?

In der Regel nicht das Gerät, sondern der Prozess, in dem es steht. Wir liefern die Unterlagen, die Sie dafür brauchen: Werkstoffnachweise, Reinigungs- und Wartungsanweisungen und eine Beschreibung des Ablaufs, die sich in Ihre Arbeitsanweisung übernehmen lässt.

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