Fachlexikon

Dieselbe Sache, viele Namen.

Handhabungstechnik oder Handlingtechnik. Hebehilfe oder Manipulator. Materialhandling oder Materialflusstechnik. Im Markt heißt dasselbe Gerät je nach Haus anders – hier stehen die gebräuchlichen Bezeichnungen und was sie technisch bedeuten.

Begriffe
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A

ATEX

Auch: Ex-Schutz · Explosionsschutz · Richtlinie 2014/34/EU

Regelwerk für Geräte in explosionsgefährdeten Bereichen. Aus der Zone, die der Betreiber im Explosionsschutzdokument festlegt, folgt die erforderliche Gerätekategorie; dazu kommen Explosionsgruppe und Temperaturklasse. Pneumatische Geräte sind hier oft der einfachere Weg, weil kein elektrischer Antrieb im Feld sitzt. Mehr dazu

Ablegereife

Auch: Ablegekriterium · Ablegereifekriterium · Verschleißgrenze

Der Zustand, in dem ein Tragmittel ausgetauscht werden muss – unabhängig davon, ob es noch trägt. Bei Rundstahlketten sind das im Wesentlichen die Abnahme der Nenndicke und die Längung der Teilung, bei Drahtseilen die Zahl der Drahtbrüche je Bezugslänge nach ISO 4309, dazu Litzenbruch, Korbbildung, Knick und Korrosion, bei Lasthaken die Aufweitung des Maules um zehn Prozent gegenüber dem Neumaß. Ein Litzenbruch oder eine Korbbildung bedeutet sofortiges Ablegen, unabhängig von jeder Zählung. Mehr dazu

Amortisation

Auch: Amortisationszeit · Kapitalrückfluss · Return on Investment

Der Zeitraum, nach dem sich eine Investition aus den eingesparten Kosten getragen hat. Bei Handhabungstechnik speist sie sich aus drei Quellen: kürzere Takt- und Rüstzeiten, weniger Ausschuss aus dem Handling und geringere Ausfallzeiten durch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Belastbar wird die Rechnung erst, wenn alle drei mit Zahlen aus dem eigenen Betrieb hinterlegt sind. Mehr dazu

Ausladung

Auch: Reichweite · Auslegerlänge · horizontaler Abstand

Der waagerechte Abstand zwischen Drehpunkt und Lastaufnahme. Die Ausladung geht linear in das Kippmoment ein und ist damit die zweite Hälfte jeder Auslegung: Ein Gerät für 100 kg bei 2 m Ausladung ist ein völlig anderes als eines für 100 kg bei 4 m. Wer nur die Traglast nennt, hat die Anfrage noch nicht beschrieben. Mehr dazu

Automatisierungstechnik

Auch: Industrieautomation · Teilautomatisierung

Technik, die Abläufe ohne fortlaufendes Eingreifen des Menschen ausführt. In der Handhabung gibt es dazwischen eine breite Stufe: teilautomatisierte Geräte, bei denen der Mensch führt und die Technik hält. Sie ist überall dort wirtschaftlicher, wo Varianten, Nacharbeit oder Sichtprüfung im Spiel sind. Mehr dazu

B

Balancer

Auch: Seilbalancer · Gewichtsausgleicher · Zero-Gravity-Balancer

Gerät, das die Gewichtskraft einer Last über ein Seil oder eine Kette ausgleicht, sodass sie nahezu schwerelos in der Luft steht. Es hält die Last, führt sie aber nicht: Seitliche Kräfte muss der Bediener selbst aufbringen. Für freies Heben, Umsetzen und große Hubwege ist der Balancer die schnellste Lösung. Mehr dazu

Bauhöhe

Auch: Kopfhöhe · Kopfmaß · benötigte Höhe über der Last

Der Platz, den ein Hebezeug über der Last belegt und der damit für den Hub verloren geht. In gewachsenen Hallen ist die Bauhöhe oft die eigentliche Randbedingung: Zwischen Unterkante Binder und höchster Bauteillage bleiben mitunter nur wenige Zentimeter. Flachbauende Hubachsen und Kurzhubwerke sind die Antwort, wo ein Kettenzug mit Haken nicht mehr hineinpasst. Mehr dazu

Befähigte Person

Auch: Sachkundiger · Prüfer · zur Prüfung befähigte Person

Wer ein Arbeitsmittel prüfen darf. TRBS 1203 verlangt eine geeignete Berufsausbildung, Berufserfahrung mit der jeweiligen Art von Arbeitsmittel und eine zeitnahe Tätigkeit auf dem Gebiet – dazu die Weisungsfreiheit bei der Beurteilung. Der ältere Begriff „Sachkundiger" meint dasselbe. Eine befähigte Person kann Beschäftigter des Betriebs sein; entscheidend ist nicht die Zugehörigkeit, sondern die Qualifikation und die Freiheit vom Ergebnisdruck. Mehr dazu

Blechhandling

Auch: Plattenhandling · Tafelhandling · Blechhandhabung

Handhabung großformatiger Bleche, Platten und Tafeln. Nicht das Gewicht ist hier das Problem, sondern die Fläche: Das Material biegt sich, die Kante schlägt auf. Deshalb wird flächig über Saugtraversen gegriffen, die für die schlechteste vorkommende Oberfläche ausgelegt sein müssen. Mehr dazu

C

C-Haken

Auch: C-Bügel · Coilhaken · Bundhaken

C-förmiges Lastaufnahmemittel, das von der Seite in eine Öffnung greift – vor allem in Coils, Bunde und Rollen. Weil die Last einseitig hängt, muss der Schwerpunkt über eine verschiebbare Aufhängung eingestellt werden, sonst kippt der Haken. Ausgelegt wird nicht auf das Gewicht allein, sondern auf das Biegemoment im Bogen und die Flächenpressung an der Auflage. Mehr dazu

CE-Kennzeichnung

Auch: Maschinenrichtlinie · Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 · Konformitätserklärung

Das sichtbare Ergebnis einer vollständigen technischen Dokumentation: Risikobeurteilung nach EN ISO 12100, Konstruktionsunterlagen, Prüfprotokolle, Betriebsanleitung und EU-Konformitätserklärung. Ab dem 20. Januar 2027 gilt statt der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Mehr dazu

Coilhandling

Auch: Bandhandling · Coil Handling · Bundhandling

Handhabung von aufgewickeltem Band- und Blechmaterial in Stahlwerk, Kaltbandwerk und Weiterverarbeitung. Die Aufgabe wird meist über Dorn oder C-Haken gelöst, weil die Wicklung eine formschlüssige Aufnahme erlaubt. Kritisch sind Kantenschutz, Schwerpunktlage und die Sicherung gegen Abrollen. Mehr dazu

D

DGUV Vorschrift 52

Auch: UVV Krane · BGV D6 · Unfallverhütungsvorschrift Krane

Die Unfallverhütungsvorschrift für Krane. Sie regelt Bau, Ausrüstung, Betrieb und Prüfung – unter anderem die wiederkehrende Prüfung durch eine befähigte Person mindestens einmal jährlich sowie die Prüfung nach wesentlichen Änderungen. Für handgeführte Manipulatoren und Balancer gilt sie nicht unmittelbar; dort greifen die Betriebssicherheitsverordnung und die Angaben des Herstellers. Mehr dazu

DIN EN 14238

Auch: Norm für handgeführte Manipulatoren · EN 14238

Die europäische Norm für handgeführte Manipulatoren. Sie beschreibt die Sicherheitsanforderungen an Geräte, bei denen der Bediener die Last führt, während das Gerät sie trägt – unter anderem zu Betätigungskräften, Lasthalteeinrichtungen, Verhalten bei Energieausfall und zur Kennzeichnung. Sie ist der Bezugspunkt, an dem sich die Bauart eines Manipulators messen lassen muss. Mehr dazu

Depalettieren

Auch: Entpalettieren · Abstapeln · Entladen der Palette

Der umgekehrte Vorgang zum Palettieren: das Abtragen einer Palette Lage für Lage. Er ist ergonomisch die schwierigere Hälfte, weil die Höhe der zu greifenden Lage kontinuierlich sinkt und der Werker vom Über-Kopf-Griff in die tiefe Rumpfbeuge wandert. Ein Hubtisch löst die Höhenfrage, nicht aber das Gewicht des einzelnen Gebindes. Mehr dazu

Dorngreifer

Auch: Aufnahmedorn · Rollendorn · Wickeldorn

Aufnahme, die auf einem zylindrischen Dorn in den Kern einer Rolle fährt und die Last formschlüssig oder über eine Spreizung hält. Weil die Rolle nur am Kern getragen wird, bleibt die Bahn unberührt. Ausgelegt wird auf Biegung im Dorn und Flächenpressung im Kern; bei langen Rollen kommt eine Abstützung am freien Ende hinzu, um das Durchhängen zu begrenzen. Mehr dazu

Dreheinheit

Auch: Drehantrieb · Schwenkeinheit · Rotationsachse

Achse zwischen Gerät und Lastaufnahmemittel, die das Bauteil um eine oder mehrere Achsen dreht. Entscheidend ist die Lage der Drehachse: Liegt sie im Schwerpunkt der Last, genügen wenige Newton Handkraft für die ganze Drehung, und das Teil bleibt in jeder Zwischenstellung stehen. Liegt sie daneben, muss die Last gehalten werden – der häufigste Auslegungsfehler bei Wendeaufgaben. Mehr dazu

Drehmomentstütze

Auch: Momentenstütze · Schrauberaufhängung · Reaktionsarm

Arm, der die Reaktionskräfte eines Schraubers oder Bohrers aufnimmt, statt sie auf das Handgelenk des Bedieners zu leiten. Sie ist die Lösung für alle Verschraubungen mit hohem Anzugsmoment und dort, wo ein Balancer prinzipbedingt nicht helfen kann. Mehr dazu

Druckluftantrieb

Auch: Pneumatikantrieb · pneumatischer Antrieb · Druckluftmotor

Antrieb, der Hub- und Greifbewegungen aus Druckluft erzeugt. Er ist die Regel in der Handhabungstechnik: nachgiebig statt starr, unempfindlich gegen Staub und Feuchte, überlastsicher durch die Kompressibilität der Luft und in explosionsgefährdeten Bereichen ohne aufwendige Zündschutzart einsetzbar. Er verlangt aufbereitete Luft und ist im Verbrauch teurer als ein elektrischer Antrieb. Mehr dazu

E

Eigengewicht

Auch: Totlast · Eigenlast · Gewicht des Lastaufnahmemittels

Das Gewicht von Greifer, Traverse und Zwischenstücken, das zur Nutzlast hinzukommt. Es wird regelmäßig unterschätzt: Eine Vakuumtraverse mit sechs Saugern wiegt schnell 40 kg, ein Klemmgreifer mit Drehachse mehr. Für die Auslegung zählt die Summe aus Nutzlast und Eigengewicht – und für das Kippmoment beide mit ihrem jeweiligen Abstand zum Drehpunkt. Mehr dazu

Entformen

Auch: Ausschalen · Entnahme aus der Form · Ausformen

Das Lösen eines Bauteils aus seiner Form oder Schalung. Der Zeitpunkt ist ein Kompromiss: Früh entformen verkürzt die Umlaufzeit der Form, spät entformen schont das Bauteil. Für die Handhabung heißt das, dass die Aufnahme auf die Festigkeit zum Entformzeitpunkt ausgelegt wird – bei frischem Beton oder warmem Kunststoff gelten andere zulässige Pressungen als beim ausgehärteten Teil. Mehr dazu

Entstapeln

Auch: Vereinzeln · Abstapeln · Stapelabbau

Das Trennen des obersten Teils von einem Stapel gleichartiger Teile. Bei Blechen, Platten und ineinander liegenden Behältern ist das anspruchsvoller, als es klingt: Öl, Unterdruck und Verzahnung lassen zwei Teile aneinander haften. Übliche Antworten sind versetzte Sauger, die das Teil anwinkeln, Abstreifer oder Doppelblechmelder, die den Fehlgriff erkennen, bevor er zum Schaden führt. Mehr dazu

Ergonomie

Auch: Arbeitsplatzergonomie · Leitmerkmalmethode · Lastenhandhabungsverordnung

Die Gestaltung von Arbeit nach den Eigenschaften des Menschen. Für die Handhabung gilt: Die Lastenhandhabungsverordnung nennt keinen Grenzwert, sondern verlangt eine Gefährdungsbeurteilung – die Leitmerkmalmethode der BAuA liefert dafür den Punktwert aus Gewicht, Häufigkeit, Haltung und Ausführungsbedingungen. Mehr dazu

F

Flächenpressung

Auch: Kontaktdruck · zulässige Pressung · Anpressdruck

Die Kraft je Flächeneinheit an der Berührstelle zwischen Greifer und Bauteil. Sie entscheidet, ob eine Aufnahme Spuren hinterlässt: Dünnwandige Kunststoffteile, Papphülsen, frischer Beton und lackierte Oberflächen vertragen wenig. Die Antwort ist selten weniger Kraft – die wird zum Halten gebraucht – sondern mehr Fläche: größere Backen, weichere Auflagen, zusätzliche Auflagepunkte. Mehr dazu

Formschluss

Auch: formschlüssige Aufnahme · Formpaarung

Halten durch die Form statt durch Kraft: Der Greifer greift unter einen Rand, in eine Bohrung oder um eine Kontur, sodass die Last auch ohne Anpresskraft nicht herausfallen kann. Formschluss ist die sicherere Lösung und immer zu bevorzugen, wenn die Geometrie es zulässt – er versagt nicht bei Druckabfall und ist unabhängig vom Zustand der Oberfläche. Mehr dazu

Fördertechnik

Auch: Hebe- und Fördertechnik · Stetigförderer · Unstetigförderer

Technik des kontinuierlichen oder getakteten Transports von Gütern – Bänder, Rollenbahnen, Kettenförderer, Krane. Sie überbrückt Strecken, während Handhabungstechnik an den Übergabepunkten arbeitet. Beide Bereiche werden in der Materialflussplanung gemeinsam betrachtet. Mehr dazu

Fügen

Auch: Montieren · Einsetzen · Zusammenbauen

Das Zusammenbringen zweier Bauteile in eine definierte Lage – gesteckt, geschraubt, eingepresst oder eingehängt. Für die Handhabungstechnik ist Fügen das entscheidende Wort: Sobald gefügt wird, treten seitliche Kräfte und Momente auf, die ein pendelndes Seil nicht aufnehmen kann. Wo gefügt wird, ist der starre Arm die richtige Bauart; wo nur gehoben und abgesetzt wird, genügt der Balancer. Mehr dazu

G

Geräte-Finder

Auch: Produktfinder · Auswahlhilfe · Konfigurator

Unser Werkzeug für den ersten Schritt: Beschreiben Sie die Handhabungsaufgabe in eigenen Worten, und Sie erhalten eine Vorauswahl passender Geräte mit Begründung. Es ersetzt nicht das Gespräch mit einem Ingenieur, verkürzt es aber erheblich. Mehr dazu

Greiftechnik

Auch: Greifsysteme · Greifer · Greifertechnik

Alles, was zwischen Gerät und Last sitzt. Vier Wirkprinzipien werden unterschieden: Vakuum, Reibschluss über Klammern, Formschluss über die Bauteilgeometrie und Dorn oder Haken. Die Wahl des Prinzips entscheidet über Aufnahmezeit, Prozesssicherheit und das Eigengewicht am Arm – und damit über den Erfolg des ganzen Projekts. Mehr dazu

H

Handhabungstechnik

Auch: Handlingtechnik · Handling-Technik · Montage- und Handhabungstechnik

Oberbegriff für alle technischen Mittel, mit denen Lasten innerhalb eines Arbeitsplatzes oder Betriebs aufgenommen, bewegt, positioniert und abgesetzt werden. Sie umfasst handgeführte Geräte wie Manipulatoren und Balancer ebenso wie teil- und vollautomatische Systeme. Abgegrenzt wird sie von der Fördertechnik, die den durchgehenden Transport übernimmt, und von der Robotik, die den Menschen ersetzt statt ihn zu unterstützen. Mehr dazu

Handling-Systeme

Auch: Handlingsysteme · Handling Systems · Handhabungssysteme

Bezeichnung für aufeinander abgestimmte Baugruppen aus Trag-, Hub- und Greifeinheit, die gemeinsam eine Handhabungsaufgabe lösen. Der Begriff betont – anders als „Gerät“ – dass Schienensystem, Manipulator, Greifer und Steuerung als ein System ausgelegt werden. Im englischen Sprachraum ist „handling systems“ der übliche Sammelbegriff. Mehr dazu

Hebehilfe

Auch: Hebehilfen · Hebevorrichtung · Hebegerät · Umschlaghilfe

Sammelbegriff für alle Geräte, die den Menschen beim Heben und Führen von Lasten entlasten – Balancer, Manipulatoren, Hubachsen und Vakuumheber gehören dazu. Der Begriff sagt nichts über die Bauart aus, sondern nur über den Zweck. Er ist im Arbeitsschutz gebräuchlicher als in der Technik. Mehr dazu

Hebetechnik

Auch: Hebe- und Fördertechnik · Hebezeugtechnik

Fachgebiet, das sich mit dem Anheben und Absenken von Lasten befasst – vom Kettenzug über den Balancer bis zum Kran. In der Praxis wird der Begriff häufig zusammen mit der Fördertechnik genannt, weil beide Bereiche im Materialfluss eines Betriebs ineinandergreifen. Mehr dazu

Hebezeug

Auch: Hubgerät · Winden, Hub- und Zuggeräte

Rechtlich geprägter Begriff für Geräte zum Heben von Lasten. Hebezeuge sind Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung und unterliegen der wiederkehrenden Prüfung nach DGUV Vorschrift 54 – in der Regel jährlich durch eine befähigte Person. Mehr dazu

Hubachse

Auch: Linearachse · Z-Achse · Hubsäule

Senkrecht arbeitende Führungsachse, die die Last starr hebt und senkt. Sie baut schmal, ist verwindungssteif und eignet sich besonders für Fügeaufgaben, bei denen die Last exakt senkrecht geführt werden muss. Mehr dazu

Hubweg

Auch: Hub · Hubhöhe · Verfahrweg senkrecht

Der Abstand zwischen der tiefsten und der höchsten Stellung der Lastaufnahme. Gebraucht wird er selten in ganzer Länge, aber die beiden Enden entscheiden: unten die tiefste Entnahme aus einer Palette oder Grube, oben die höchste Übergabe. Wer nur den mittleren Arbeitsbereich angibt, bekommt ein Gerät, das genau an den beiden kritischen Stellen nicht reicht. Mehr dazu

Hubwerk

Auch: Hubeinheit · Hebewerk · Antriebseinheit

Die Baugruppe, die die Hubbewegung erzeugt – Motor, Getriebe, Bremse und Tragmittel. Im Kranbau wird das Hubwerk nach Triebwerksgruppen eingestuft, die aus Lastkollektiv und Laufzeit die zu erwartende Lebensdauer ableiten. Eine zu niedrige Einstufung ist der häufigste Grund dafür, dass ein Gerät nach zwei Jahren Dreischichtbetrieb Verschleißerscheinungen zeigt, die niemand erwartet hat. Mehr dazu

Hygienic Design

Auch: hygienegerechte Konstruktion · reinigungsgerechte Gestaltung · EHEDG-Gestaltung

Konstruktionsprinzip für Betriebsmittel im Lebensmittel- und Pharmabereich: glatte Oberflächen, keine offenen Profile, keine Sacklöcher, geneigte Flächen für ablaufendes Wasser und geschweißte statt geschraubter Verbindungen im Produktbereich. Für Hebezeuge heißt das Edelstahl, gekapselte Antriebe und eine Ausführung, die einer Nassreinigung mit Reinigungsmitteln standhält. Mehr dazu

I

Instandhaltung

Auch: DIN 31051 · Wartung Inspektion Instandsetzung · Maintenance

Der Oberbegriff für alles, was ein Arbeitsmittel im funktionsfähigen Zustand hält. DIN 31051 unterteilt in vier Grundmaßnahmen: Wartung verzögert den Verschleiß, Inspektion stellt den Zustand fest, Instandsetzung stellt den Sollzustand wieder her, Verbesserung erhöht die Zuverlässigkeit ohne die geforderte Funktion zu ändern. Die Unterscheidung ist keine Begriffskosmetik – wer nur inspizieren lässt, erfährt zuverlässig, wann sein Gerät ausgefallen ist. Mehr dazu

Intralogistik

Auch: innerbetriebliche Logistik · Transporttechnik

Die Organisation und technische Umsetzung aller Material- und Warenflüsse innerhalb eines Betriebsgeländes. Hebehilfen und Balancer sind hier vor allem an Kommissionier-, Pack- und Übergabeplätzen im Einsatz, wo hohe Wiederholzahlen bei moderaten Gewichten die Belastung ausmachen. Mehr dazu

K

Kettenzug

Auch: Elektrokettenzug · Druckluftkettenzug · Hebezeug mit Rundstahlkette

Hebezeug, das die Last über eine Rundstahlkette hebt. Die Kette läuft über ein Kettenrad und wird in einem Kettenspeicher abgelegt, wodurch der Hubweg fast beliebig lang wird. Kettenzüge sind robust, unempfindlich gegen Schmutz und günstig in der Instandhaltung; ihre Bauhöhe ist größer als beim Seilzug, und sie erlauben keine feinfühlige Handführung ohne zusätzliche Steuerung. Mehr dazu

Kippmoment

Auch: Ausladung · Lastmoment · Biegemoment am Fußpunkt

Das Produkt aus Last und Ausladung, das am Fußpunkt eines Säulengeräts in den Boden geleitet wird. Es entscheidet über Bauart, Säulenquerschnitt und Verankerung – und ist wichtiger als die reine Traglast: 60 kg auf 4 m sind anspruchsvoller als 120 kg auf 1,5 m. Mehr dazu

Knickarm

Auch: Gelenkarm · Knickarmausleger · Knickarmmanipulator

Zweigliedriges Armsystem mit einem Gelenk in der Mitte. Es faltet und streckt sich und erreicht dadurch aus einem festen Standpunkt auch Positionen, die auf gerader Linie verdeckt sind. Deshalb steht der Knickarm überall dort, wo Schutztüren, Maschinen oder Regale im Weg sind. Mehr dazu

Kommissionierung

Auch: Picken · Auftragszusammenstellung · Order Picking

Das Zusammenstellen von Artikeln zu einem Auftrag. Belastend ist hier selten das Einzelgewicht, sondern die Summe: 800 Kolli je Schicht ergeben mehrere Tonnen. Hebehilfen halten die Pickleistung über die Schicht konstant – der Effekt, der in keiner Unfallstatistik auftaucht. Mehr dazu

Kraftschluss

Auch: kraftschlüssige Aufnahme · Reibschluss · Klemmung

Halten durch Reibung: Klemmbacken, Sauger und Magnete übertragen die Last über eine Anpress- oder Haltekraft. Diese Verbindung hängt vom Reibbeiwert, vom Zustand der Oberfläche und von der Versorgung ab und ist deshalb mit einem Sicherheitsfaktor auszulegen. Wo Kraftschluss unvermeidlich ist, gehören Speicher, Rückschlagventil und Warneinrichtung zur Grundausstattung. Mehr dazu

Kranprüfbuch

Auch: Prüfbuch · Kranbuch · Prüfnachweis

Der mitgeführte Nachweis über alle Prüfungen eines Krans, verlangt von der DGUV Vorschrift 52. Eingetragen werden Prüfdatum, Prüfer, Befund und Mängelbeseitigung. Für Hub- und Zuggeräte nach DGUV Vorschrift 54 – Kettenzüge, Balancer, Manipulatoren – ist kein Prüfbuch vorgeschrieben, wohl aber ein Nachweis der Prüfung. Ein verlorenes Prüfbuch macht ein Gerät nicht unbrauchbar; die Anlage wird aufgenommen und der Nachweis neu begonnen. Mehr dazu

L

Lastaufnahmemittel

Auch: Lastaufnahmetechnik · LAM · Traverse · C-Haken

Bauteil zwischen Hebezeug und Last, das nicht zum Hebezeug selbst gehört – etwa eine Traverse, eine Zange, ein Vakuumheber oder ein C-Haken. Nicht fest angebrachte Lastaufnahmemittel fallen unter die Norm EN 13155 und brauchen eine eigene Konformitätsbewertung sowie eine wiederkehrende Prüfung. Mehr dazu

Lastenhandhabungsverordnung

Auch: LasthandhabV · Verordnung über Sicherheit bei der Handhabung von Lasten

Die deutsche Verordnung zur manuellen Handhabung von Lasten. Sie verpflichtet den Arbeitgeber, manuelle Handhabung zu vermeiden, wo sie eine Gefährdung darstellt, und dort, wo sie unvermeidbar ist, geeignete Mittel bereitzustellen. Sie nennt bewusst keine Kilogrammgrenze: Beurteilt wird die Gesamtheit aus Last, Haltung, Häufigkeit und Ausführungsbedingungen. Mehr dazu

Lasthaken

Auch: Kranhaken · Hakenmaul · Sicherungsklappe

Das Bauteil, an dem die Last hängt, genormt nach DIN 15400 und DIN 15401. Sein wichtigstes Ablegekriterium ist die Aufweitung des Hakenmauls: Zehn Prozent gegenüber dem Neumaß bedeuten Austausch. Gemessen wird zwischen zwei Körnerpunkten, die am neuen Haken gesetzt werden – fehlen sie, ist die Beurteilung deutlich aufwendiger. Hinzu kommen Verformung, Anrisse und eine Sicherungsklappe, die schließen muss und nicht nur vorhanden sein darf. Mehr dazu

Lastkette

Auch: Rundstahlkette · Hubkette · Kettenverschleiß

Die Rundstahlkette, mit der ein Kettenzug hebt. Sie verschleißt an zwei Stellen zugleich: Die Nenndicke nimmt am Berührungspunkt der Glieder ab, und die Teilung längt sich. Beide Werte werden gemessen, nicht geschätzt – eine Kette sieht auch dann noch gut aus, wenn sie ablegereif ist. Als Anhalt gelten rund zehn Prozent Abnahme der Nenndicke oder etwa fünf Prozent Längung; die Angabe des Herstellers geht vor. Springt die Kette über das Kettenrad, sind in aller Regel beide Teile zu ersetzen. Mehr dazu

Laufkatze

Auch: Fahrwerk · Rollfahrwerk · Katze

Fahrwerk, das ein Hebezeug an einer Schiene oder einem Träger entlangführt. Bei handbetriebenen Anlagen entscheidet ihre Leichtgängigkeit darüber, ob ein System als angenehm empfunden wird: Kugelgelagerte Rollen mit Kunststoffbandage laufen leise und mit geringer Anfahrkraft. Rollenwerkstoff, Spurführung und Anschlagpuffer werden nach Last, Schienenprofil und Verfahrweg ausgelegt. Mehr dazu

Leitmerkmalmethode

Auch: LMM · Key Indicator Method · Beurteilungsverfahren der BAuA

Verfahren der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zur Beurteilung körperlicher Belastung. Aus Lastwert, Körperhaltung, Ausführungsbedingungen und Zeitwichtung entsteht eine Punktzahl mit vier Risikobereichen. Sie erklärt, warum acht Kilogramm über Kopf schwerer wiegen als zwanzig auf Hüfthöhe – und ist deshalb das übliche Werkzeug, mit dem der Bedarf an einer Hebehilfe belegt wird. Mehr dazu

M

Magnetgreifer

Auch: Lasthebemagnet · Permanentmagnetgreifer · Elektromagnetgreifer

Lastaufnahmemittel, das ferromagnetische Teile über ein Magnetfeld hält. Permanentmagnete brauchen keinen Strom und fallen deshalb nicht aus; Elektromagnete lassen sich schalten, verlieren bei Stromausfall aber die Last, wenn keine Notstromversorgung vorhanden ist. Die Haltekraft hängt stark von Werkstoff, Blechdicke, Luftspalt und Oberflächenzustand ab – Rost, Farbe und Zunder senken sie erheblich. Mehr dazu

Manipulator

Auch: Industriemanipulator · Handhabungsgerät · Gelenkarm-Manipulator

Handgeführtes Gerät mit starrer Kinematik, das die Last trägt und der Bediener nur noch führt. Im Unterschied zum Balancer nimmt der starre Arm auch seitliche Kräfte und Kippmomente auf – deshalb ist er die richtige Bauart, sobald gefügt, gedreht oder gegen einen Anschlag gearbeitet wird. Gebräuchliche Bauformen sind Säulen-, Knickarm- und Hubachsengeräte. Mehr dazu

Materialflusstechnik

Auch: Materialfluss · Fördertechnik · innerbetriebliche Transporttechnik

Planung und Technik des Weges, den ein Material durch den Betrieb nimmt – von der Anlieferung über die Bearbeitung bis zum Versand. Handhabungsgeräte sind die Knotenpunkte dieses Flusses: Sie übernehmen dort, wo umgesetzt, gewendet oder übergeben wird. Mehr dazu

Materialhandling

Auch: Material Handling · Materialhandhabung · Materialfluss

Aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für das Bewegen, Lagern, Schützen und Steuern von Material innerhalb eines Betriebs. Der Begriff ist weiter gefasst als Handhabungstechnik und schließt Lager-, Förder- und Transportvorgänge ein. In internationalen Ausschreibungen ist „material handling“ der übliche Sammelbegriff. Mehr dazu

P

Palettieren

Auch: Palettierung · Stapeln auf Palette · Lagenbildung

Das lagenweise Stapeln von Gebinden auf einer Palette nach einem festgelegten Bild. Von Hand ist es eine der belastendsten Tätigkeiten der Fertigung: Die unterste Lage liegt in tiefer Rumpfbeuge, die oberste über Schulterhöhe, und beides wiederholt sich hundertfach je Schicht. Handgeführte Palettierhilfen sind der Zwischenschritt zwischen reiner Handarbeit und einem Palettierroboter. Mehr dazu

Parallelgreifer

Auch: Klemmgreifer · Zangengreifer · Backengreifer

Greifer mit zwei parallel zueinander fahrenden Backen, der ein Bauteil von außen klemmt. Er ist die einfachste und robusteste Bauform und verzeiht Lagetoleranzen. Weil er kraftschlüssig hält, wird die Klemmkraft über den Reibbeiwert und alle im Ablauf auftretenden Beschleunigungen ausgelegt – nicht über das Gewicht. Ein Rückschlagventil hält die Klemmung bei Druckabfall geschlossen. Mehr dazu

Positioniertechnik

Auch: Positioniersysteme · Feinpositionierung

Technik, die eine Last nicht nur bewegt, sondern in eine genau definierte Lage bringt und dort hält. In der handgeführten Handhabungstechnik heißt das: reaktionsarme Bewegung, begrenzte Endgeschwindigkeit und ein Arm, der die Last stehen lässt, sobald die Hand sie loslässt. Mehr dazu

Prüffrist

Auch: Prüfintervall · Prüfzyklus · Prüfungsfrist

Der Abstand zwischen zwei wiederkehrenden Prüfungen. Er ist keine feste Zahl aus einer Tabelle, sondern wird vom Betreiber nach § 3 BetrSichV in der Gefährdungsbeurteilung festgelegt – aus Bauart, Beanspruchung, Umgebung und den Folgen eines Versagens. Die berufsgenossenschaftlichen Vorschriften nennen für Hebezeuge eine Mindestfrist von einem Jahr. Die verbreitete Antwort „einmal jährlich" ist deshalb oft richtig, aber nie automatisch begründet. Mehr dazu

R

Reinraum

Auch: Reinraumklasse · Cleanroom · ISO 14644

Umgebung mit begrenzter Partikelkonzentration in der Luft, eingeteilt in Klassen nach ISO 14644. Für Hebezeuge bedeutet das partikelarme Werkstoffe, gekapselte Führungen, abgesaugte Antriebe und den Verzicht auf offene Schmierstellen. Weil jede Bewegung Partikel erzeugt, wird der Aufbau auf möglichst wenige Reibstellen ausgelegt – eine Anforderung, die früh in die Konstruktion gehört. Mehr dazu

Retrofit

Auch: Ertüchtigung · Modernisierung · Nachrüstung · Umbau

Die Anpassung eines vorhandenen Geräts an eine geänderte Aufgabe oder an einen heutigen Stand der Technik – statt es zu ersetzen. Typisch sind eine neue Lastaufnahme, eine erneuerte Steuerung, mehr Reichweite oder nachgerüsteter Ex-Schutz. Wirtschaftlich fast immer die günstigere Antwort, weil die tragende Struktur langlebig ist und ein anderes Fabrikat Umbauten am Arbeitsplatz nach sich zieht. Zu klären ist vorher, ob der Umbau als wesentliche Veränderung gilt – dann wird aus dem Betreiber ein Hersteller. Mehr dazu

Rilsan-Beschichtung

Auch: lebensmittelechte Beschichtung · Polyamid-Pulverbeschichtung

Lebensmittelechte Polyamid-Pulverbeschichtung, die geschlossen und porenfrei aufträgt. Sie ist schlagzäh und beständig gegen die üblichen alkalischen und sauren Reiniger der Lebensmittelindustrie – und bietet Keimen anders als eine normale Lackierung keinen Halt. Mehr dazu

Risikobeurteilung

Auch: Risikoanalyse · Gefahrenanalyse · Risikobewertung nach EN ISO 12100

Das Verfahren, mit dem ein Hersteller die Gefährdungen seiner Maschine ermittelt, bewertet und mindert. Es steht am Anfang der Konstruktion, nicht am Ende: Erst die Risikobeurteilung entscheidet, welche Schutzmaßnahmen konstruktiv gelöst, welche technisch abgesichert und welche in die Betriebsanleitung geschrieben werden. Ohne sie gibt es keine gültige Konformitätserklärung. Mehr dazu

Robotik

Auch: Industrierobotik · Industrieroboter · Cobot

Programmierbare Kinematik, die eine festgelegte Bewegung selbstständig ausführt. Sie ist überlegen, wenn sich dieselbe Bewegung sehr oft wiederholt und der Prozess stabil bleibt. Sobald Varianten, Nacharbeit oder kurze Serien dazukommen, ist der handgeführte Manipulator meist die wirtschaftlichere Wahl. Mehr dazu

Rollenhandling

Auch: Walzenhandling · Roll Handling · Spulenhandling

Handhabung von Folien-, Papier-, Vlies- und Kabelrollen sowie von Walzen in Druck, Verpackung und Weiterverarbeitung. Das Aufsetzen einer Rolle auf den Dorn ist die klassische Zwei-Mann-Aufgabe – und einer der Fälle, in denen sich eine Hebehilfe am schnellsten rechnet. Mehr dazu

Rüstzeit

Auch: Umrüstzeit · Werkzeugwechselzeit · Umstellzeit

Die Zeit zwischen dem letzten guten Teil einer Serie und dem ersten guten Teil der nächsten. Sie ist reiner Stillstand und damit der Ansatzpunkt jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung in der Handhabungstechnik. Wo ein Werkzeug- oder Walzenwechsel heute zwei Personen und einen Hallenkran bindet, ist die eingesparte Rüstzeit meist die größere Position als die eingesparte Körperbelastung. Mehr dazu

S

Saugerteller

Auch: Saugnapf · Sauger · Vakuumsauger

Das Bauteil, das den Kontakt zur Last herstellt. Die Dichtlippe bestimmt, ob ein Vakuumheber funktioniert: weiche Lippen gleichen Unebenheiten aus, harte übertragen Querkräfte besser. Werkstoff und Form richten sich nach Oberfläche und Temperatur – ölige Bleche, strukturierte Dekore und poröse Werkstoffe verlangen jeweils eine andere Ausführung und eine höhere Auslegungsreserve. Mehr dazu

Schienensystem

Auch: Leichtkran · Leichtkrananlage · Kranbahn · Monorail · Hängebahn

Trägerkonstruktion, an der ein Handhabungsgerät fährt und dadurch jeden Punkt einer Linie oder Fläche erreicht. Bauformen sind das Einträgersystem für eine Linie, das Flächensystem aus Haupt- und Nebenträgern und die Monorail-Anlage mit Weichen. Ab etwa drei gleichartigen Arbeitsplätzen ist es meist günstiger als Einzelgeräte. Mehr dazu

Schutzart

Auch: IP-Schutzart · IP-Code · Schutzgrad nach EN 60529

Die Kennzeichnung, wie gut ein Betriebsmittel gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist – als zweistelliger IP-Code. In der Handhabungstechnik entscheidet sie über die Einsatzfähigkeit in Gießereien, Betonwerken, Lebensmittelbetrieben und im Außenbereich. Bei Nassreinigung mit Hochdruck genügt IP54 nicht; dort wird IP65 oder mehr verlangt, und die Wahl wirkt sich auf Antrieb, Steuerung und Preis aus. Mehr dazu

Schwerlasthandling

Auch: Schwerlasttechnik · Schwerlastmanipulator

Handhabung von Lasten oberhalb des Bereichs, den handgeführte Standardgeräte abdecken. Hier ist ehrliche Abgrenzung wichtig: Oberhalb etwa 125 Kilogramm ist entweder eine Sonderkonstruktion oder ein Kran mit passendem Lastaufnahmemittel die richtige Antwort – ein Manipulator ist kein Kranersatz. Mehr dazu

Schwerpunkt

Auch: Massenmittelpunkt · Lastschwerpunkt · Gewichtsmittelpunkt

Der Punkt, in dem die gesamte Masse eines Bauteils zusammengefasst gedacht werden kann. Liegt der Aufhängepunkt darüber, hängt das Teil ruhig; liegt er daneben, kippt es, bis beides übereinander steht. Bei unsymmetrischen Bauteilen – Motoren mit Klemmkasten, Gehäusen mit Anbauten – gehört ein verschiebbarer Aufnahmepunkt deshalb zur Grundausstattung, nicht zur Sonderausführung. Mehr dazu

Seilzug

Auch: Drahtseilzug · Seilhebezeug · Seilwinde

Hebezeug, bei dem ein Drahtseil auf eine Trommel gewickelt wird. Gegenüber dem Kettenzug baut der Seilzug flacher, läuft leiser und lässt sich feinfühliger regeln – deshalb ist er die Grundlage jedes Seilbalancers. Er verlangt dafür eine saubere Seilführung und regelmäßige Sichtprüfung des Seils auf Drahtbrüche, Korrosion und Litzenverformung. Mehr dazu

Sicherheitsfaktor

Auch: Sicherheitsbeiwert · Tragfähigkeitsreserve · Auslegungsreserve

Das Verhältnis zwischen der rechnerisch ertragbaren und der tatsächlich auftretenden Belastung. Er deckt ab, was die Rechnung nicht kennt: Werkstoffstreuung, Verschleiß, dynamische Zuschläge und Bedienfehler. Bei kraftschlüssigen Aufnahmen liegt er deutlich höher als bei formschlüssigen, weil dort zusätzlich der Reibbeiwert schwankt – ölige, staubige oder feuchte Oberflächen halten schlechter als das Datenblatt annimmt. Mehr dazu

Spreizgreifer

Auch: Innengreifer · Spreizdorn · Innenspanngreifer

Greifer, der in eine Öffnung fährt und von innen nach außen spannt – etwa in Hülsen, Kerne, Rohre und Bohrungen. Er hält, ohne die Außenfläche zu berühren, und ist deshalb bei empfindlichen oder beschichteten Mantelflächen die richtige Wahl. Ausgelegt wird auf die zulässige Flächenpressung im Inneren: Papphülsen und dünnwandige Kunststoffkerne vertragen deutlich weniger als Stahl. Mehr dazu

Säulenschwenkkran

Auch: Säulendrehkran · Schwenkarm · Säulenkran

Auf dem Boden verankerte Säule mit drehbarem Ausleger, die einen kreisförmigen Arbeitsbereich bedient. Die Bauart ist einfach, günstig und schnell errichtet – sie braucht aber ein tragfähiges Fundament, weil das gesamte Kippmoment aus Last und Ausladung über den Fußpunkt in den Boden geht. Wo mehrere Plätze zusammenhängend bedient werden sollen, ist ein Schienensystem meist wirtschaftlicher. Mehr dazu

T

Taktzeit

Auch: Zykluszeit · Takt · Bearbeitungstakt

Die Zeit, die einem Arbeitsschritt in einer getakteten Fertigung zur Verfügung steht. Sie ist das schärfste Auswahlkriterium für eine Hebehilfe: Ein Gerät, das den Takt bremst, wird umgangen, so ergonomisch es auch sein mag. Deshalb gehört zur Auslegung nicht nur die Hubzeit, sondern auch das Aufnehmen, das Umgreifen und das Zurückfahren in die Grundstellung. Mehr dazu

Teleskopachse

Auch: Teleskophubachse · Teleskopsäule · ausfahrbare Hubachse

Hubachse aus ineinander laufenden Profilen, die einen großen Hubweg bei geringer Bauhöhe erreicht. Sie ist die Antwort auf niedrige Hallendecken: Wo ein Kettenzug samt Haken zu viel Platz über der Last braucht, fährt eine Teleskopachse aus. Steifigkeit und Führungsspiel wachsen mit jeder Stufe, weshalb die Zahl der Stufen begrenzt und die Führung entscheidend ist. Mehr dazu

Theoretische Nutzungsdauer

Auch: FEM 9.755 · Generalüberholung · S.W.P. · Restnutzungsdauer

Die rechnerische Betriebsdauer eines Serienhebezeugs bis zur Generalüberholung, nach FEM 9.755 aus Betriebsstunden und Lastkollektiv ermittelt. Ist sie erreicht, ist das Gerät nicht verbraucht – es muss überholt und der Zähler zurückgesetzt werden: Hubwerk zerlegen, Verschleißteile ersetzen, Bremse und Getriebe instand setzen, Lastprobe, Dokumentation. Danach läuft dasselbe Gerät einen weiteren Zyklus, zu einem Bruchteil der Kosten eines neuen. Mehr dazu

Traglast

Auch: Tragfähigkeit · Nutzlast · Nennlast

Die Masse, die ein Gerät an der Werkzeugaufnahme führen darf – inklusive Greifer, Adapter und Anschlagmittel. Angaben ohne Werkzeug sind im Betrieb wertlos, weil der Greifer je nach Bauart acht bis dreißig Kilogramm mitbringt. Mehr dazu

Transfertechnik

Auch: Transfersysteme · Übergabetechnik · Werkstücktransfer

Technik für die Übergabe von Werkstücken zwischen Stationen, Maschinen oder Fördermitteln. Sie ist der Punkt, an dem in vielen Fertigungen von Hand gearbeitet wird – und damit die häufigste Stelle, an der eine Hebehilfe wirtschaftlich wird. Mehr dazu

Traverse

Auch: Lasttraverse · Hebebalken · Spreader

Balken zwischen Hebezeug und Last, der die Last auf mehrere Anschlagpunkte verteilt und den Anschlagwinkel auf null bringt. Damit verhindert sie das Zusammenziehen langer oder biegeweicher Teile und hält sie waagerecht. Traversen sind Lastaufnahmemittel im Sinne der Maschinenverordnung: Sie brauchen eine eigene Kennzeichnung, eine Konformitätserklärung und die wiederkehrende Prüfung. Mehr dazu

U

UVV-Prüfung

Auch: wiederkehrende Prüfung · DGUV Vorschrift 54 · Sachkundigenprüfung

Die wiederkehrende Prüfung von Hebezeugen und Anschlagmitteln durch eine befähigte Person – in der Regel jährlich. Sie muss im Prüfbuch dokumentiert werden; ohne Dokumentation gilt sie als nicht erfolgt. Die genaue Frist leitet sich aus der Gefährdungsbeurteilung ab. Mehr dazu

V

Vakuumerzeuger

Auch: Ejektor · Vakuumpumpe · Saugstrahlpumpe

Die Einheit, die den Unterdruck erzeugt – als Ejektor aus Druckluft oder als elektrische Vakuumpumpe. Ejektoren sind klein, wartungsarm und sofort verfügbar, brauchen aber dauerhaft Druckluft; Pumpen sind im Dauerbetrieb sparsamer. Sicherheitsrelevant ist beides Mal derselbe Punkt: Speicher, Rückschlagventil und Warneinrichtung, damit die Last bei Ausfall nicht sofort fällt. Mehr dazu

Vakuumheber

Auch: Vakuumgreifer · Saugheber · Saugtraverse · Vakuumhebegerät

Lastaufnahmemittel, das die Last über Unterdruck an einer dichten Fläche hält. Es ist das schnellste Verfahren für Kartons, Platten, Bleche und Glas, stößt aber bei porösen, feuchten oder stark gewölbten Oberflächen an Grenzen. Nach EN 13155 muss es die Last bei Energieausfall halten oder kontrolliert absetzen können. Mehr dazu

W

Wandschwenkkran

Auch: Wandschwenkarm · Wandkran · Konsolkran

Schwenkarm, der an einer tragenden Wand oder Stütze befestigt ist und dadurch keine Bodenfläche belegt. Er bedient einen Halbkreis statt eines Vollkreises. Die entscheidende Frage ist die Tragfähigkeit des Anschlusses: Wand oder Stütze müssen das volle Kippmoment aufnehmen, was bei Porenbeton, Sandwichfassaden und nachträglich gesetzten Ankern selten ohne Nachweis gelingt. Mehr dazu

Wendevorrichtung

Auch: Wender · Kippvorrichtung · Drehwender

Lastaufnahmemittel, das ein Bauteil um eine waagerechte Achse dreht – meist um 90 oder 180 Grad. Die Güte einer Wendevorrichtung entscheidet sich an der Lage der Drehachse zum Schwerpunkt und an der Dämpfung: Ein gut ausgelegter Wender lässt sich mit zwei Fingern bewegen und bleibt in jeder Zwischenstellung stehen, ein schlecht ausgelegter zieht und muss gehalten werden. Mehr dazu

Werkstückhandhabung

Auch: Werkstückhandling · Teilehandling · Bauteilhandhabung

Das Aufnehmen, Wenden, Positionieren und Übergeben von Werkstücken in der Fertigung – typischerweise an Maschinen, Vorrichtungen und Montageplätzen. Sie stellt höhere Anforderungen an Genauigkeit und Lagesicherung als reines Materialhandling, weil das Werkstück in eine definierte Position gebracht werden muss. Mehr dazu

Wesentliche Veränderung

Auch: Umbau CE · Betreiber wird Hersteller · Interpretationspapier

Ein Umbau, der aus dem Betreiber rechtlich einen Hersteller macht – mit Risikobeurteilung, Konformitätsbewertung, Betriebsanleitung und CE-Kennzeichnung für das veränderte Gerät. Typische Auslöser sind eine erhöhte Traglast, eine geänderte Funktion oder eine neue Gefährdung, die sich nicht durch einfache Schutzmaßnahmen beherrschen lässt. Wo die Schwelle im Einzelfall liegt, ist eine Beurteilungsfrage – sie wird meistens zu spät gestellt, nämlich nach dem Umbau. Mehr dazu

Z

Zuführtechnik

Auch: Zuführsysteme · Teilezuführung · Bereitstellung

Technik, die Bauteile lagerichtig und getaktet an den Ort ihrer Verarbeitung bringt. In der handgeführten Handhabung heißt das vor allem: Die Aufnahmeposition muss so gestaltet sein, dass der Greifer sie in einer Bewegung erreicht – sonst entsteht die Zeit, die dem Gerät später vorgeworfen wird. Mehr dazu
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