Branche

Manipulatoren für die Automobilindustrie

In der Fahrzeugfertigung entscheidet jede Sekunde – und jeder Handgriff, der zwölfhundertmal am Tag wiederholt wird. Unsere Manipulatoren nehmen der Montage das Gewicht ab und lassen ihr die Führung: Motoren, Getriebe, Achsschenkel und Frontscheiben werden nicht gehoben, sondern geführt.

Traglast im Standardgerät
125 kg
Schwenkbereich am Arbeitsplatz
360°
Horizontale Reichweite
3400 mm
01 — Einsatzbereiche

Taktzeit halten, ohne den Rücken zu verbrauchen.

Typische Handhabungsaufgaben in Automobilindustrie – und was sie technisch verlangen.

01

Aggregatemontage

Motoren, Getriebe und Achsen aus dem Werkstückträger heben, drehen und in die Karosse fügen – ruhig genug, dass die Passung ohne Nacharbeit sitzt.

02

Scheiben- und Anbauteilmontage

Front- und Heckscheiben, Türen, Klappen und Stoßfänger mit Vakuumgreifern aufnehmen und spannungsfrei ansetzen.

03

Maschinenbeschickung in der Zulieferfertigung

Gussrohlinge und Schmiedeteile in Dreh-, Fräs- und Pressmaschinen einlegen, ohne dass die Hand in den Gefahrenbereich muss.

04

Verschraubung mit hohem Moment

Drehmomentstützen nehmen die Reaktionskräfte des Schraubers auf – der Werker führt nur noch, der Arm hält dagegen.

05

Batteriemodule und Traktionsspeicher

Schwere, empfindliche und teure Module lagerichtig zuführen: langsame Endgeschwindigkeit, definierte Aufsetzkraft, kein Kippmoment.

06

Behälter- und Gebindewechsel

Kleinladungsträger, Gitterboxen und Späneboxen am Band tauschen, ohne die Linie zu unterbrechen.

02 — Worauf es ankommt

Was Automobilindustrie von Handhabungstechnik verlangt

Die Taktzeit ist nicht das Problem – die Wiederholung ist es

Ein Motorblock wiegt achtzig Kilogramm. Einmal am Tag ist das eine Übung, vierhundertmal in der Schicht ist es ein Krankenstand. Die Lastenhandhabungsverordnung kennt dafür keine feste Grenze, sondern verlangt eine Beurteilung – und die Leitmerkmalmethode der BAuA bewertet neben dem Gewicht die Häufigkeit, die Körperhaltung und die Ausführungsbedingungen. Genau an diesen drei Merkmalen setzt ein Manipulator an: Er senkt die aufzubringende Kraft auf wenige Newton, hält die Last in Arbeitshöhe und macht aus einer verdrehten Zwangshaltung eine aufrechte Führungsbewegung.

Warum in der Linie kein Roboter steht

Ein Industrieroboter ist schneller und wiederholgenauer – solange sich nichts ändert. In der Fahrzeugmontage ändert sich ständig etwas: Varianten, Sonderausstattungen, Anläufe, Nacharbeit. Ein handgeführter Manipulator braucht kein Programm, keine Schutzumhausung und keine Freigabe für eine neue Variante. Er ist am Tag der Umstellung noch am selben Platz einsatzbereit. Deshalb stehen Manipulatoren dort, wo der Mensch entscheidet, und Roboter dort, wo die Bewegung feststeht.

Zwischen Werkzeugträger und Karosse

Der Greifer ist der Teil, der über Erfolg oder Ärger entscheidet. Er muss die Geometrie des Bauteils aufnehmen, die Lage sichern, in die Karosse hineinreichen und dabei selbst schmal genug bleiben. Wir legen ihn zur Aufgabe aus – mechanisch, pneumatisch oder als Vakuumsauger – und rechnen Eigengewicht, Schwerpunkt und Kippmoment in die Auslegung des Geräts ein. Die Traglast unserer Geräte versteht sich deshalb immer inklusive Werkzeug.

Anlauf, Änderung, Auslauf

Ein Fahrzeugprojekt lebt sieben Jahre, ein Arbeitsplatz oft länger. Unsere Geräte sind so gebaut, dass sich Greifer, Steuerung und Reichweite später ändern lassen, ohne das Grundgerät zu tauschen. Der Änderungsdienst dokumentiert jede Anpassung nachvollziehbar – wichtig, wenn Jahre später jemand fragt, warum der Arm zwei Zentimeter kürzer ist als in der Zeichnung.

05 — Häufige Fragen

Häufige Fragen aus Automobilindustrie

Welche Traglast brauche ich für die Motorenmontage?

Rechnen Sie das Bauteilgewicht plus Greifer. Ein Vierzylinder-Rumpfmotor liegt je nach Ausbaustufe zwischen 60 und 110 kg, ein Vakuum- oder Formgreifer bringt weitere 8 bis 25 kg mit. Für die meisten Aggregatearbeitsplätze ist damit ein Gerät der 125-kg-Klasse die richtige Wahl. Entscheidend ist nicht die Spitzenlast, sondern das Kippmoment aus Last mal Reichweite.

Ersetzt ein Manipulator einen Roboter in der Montagelinie?

Nicht dort, wo die Bewegung immer gleich ist – dort ist der Roboter überlegen. Überall, wo Varianten, Nacharbeit oder Sichtprüfung ins Spiel kommen, ist der handgeführte Manipulator die wirtschaftlichere Lösung: keine Programmierung, keine Schutzumhausung, kein Stillstand beim Variantenwechsel.

Wie lange dauert die Umstellung auf ein neues Bauteil?

Bleibt die Aufnahme gleich, ist es ein Handgriff. Ändert sich die Geometrie, tauschen Sie den Greifer – das Grundgerät bleibt. Deshalb legen wir Greiferschnittstellen von Anfang an wechselbar aus.

Sind Ihre Geräte für Batteriemodule geeignet?

Ja, mit angepasster Steuerung. Traktionsspeicher verlangen eine begrenzte Aufsetzgeschwindigkeit, eine definierte Fügekraft und eine Lagesicherung gegen Kippen. Das lösen wir über die Steuerung und einen formschlüssigen Greifer statt über reine Reibung.

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