Branche

Handhabungstechnik für Schienenfahrzeuge und Nutzfahrzeuge

Im Fahrzeugbau bewegt sich nicht das Werkstück, sondern der Mensch. Ein Wagenkasten steht, und ringsherum wird montiert – über zwanzig Meter Länge, in mehreren Ebenen und mit Bauteilen, die einzeln zwischen zehn und dreihundert Kilogramm wiegen.

Traglast an der Längsbahn
300 kg
Länge des Arbeitsbereichs
24 m
Boden und Bühne bedient
2 Ebenen
01 — Einsatzbereiche

Der Arbeitsplatz ist zwanzig Meter lang.

Typische Handhabungsaufgaben in Bahn und Nutzfahrzeugbau – und was sie technisch verlangen.

01

Anbauteile montieren

Klappen, Türen, Verkleidungen und Aggregate am stehenden Fahrzeug ansetzen und verschrauben.

02

Innenausbau

Sitze, Module und Verkleidungen in den Wagenkasten einbringen – durch enge Türöffnungen und über die Bühne.

03

Aggregate einsetzen

Motoren, Kompressoren und Umrichter unter Flur oder im Dachbereich einsetzen, mit Feinpositionierung.

04

Scheiben und Fenster setzen

Großformatige Scheiben senkrecht führen und in den Rahmen einsetzen, ohne die Kante zu belasten.

05

Verschrauben über Kopf

Anzugsmomente in Zwangshaltung über eine Stütze aufnehmen statt über den Körper.

02 — Worauf es ankommt

Was Bahn und Nutzfahrzeugbau von Handhabungstechnik verlangt

Ein Arbeitsbereich, der nicht in einen Kreis passt

Ein Wagenkasten ist zwanzig bis dreißig Meter lang. Jeder Schwenkarm bedient davon einen Bruchteil, und drei Schwenkarme lassen zwischen sich Zonen offen. Deshalb ist im Fahrzeugbau die Längsbahn die Regel: ein Schienensystem über der ganzen Länge, an dem ein oder mehrere Geräte fahren. Es folgt der Form des Fahrzeugs statt umgekehrt – und es ist die einzige Bauform, die auch die Enden erreicht.

Zwei Ebenen, ein System

Am Fahrzeug wird von unten und von der Bühne gearbeitet. Ein System, das nur eine Ebene bedient, halbiert seinen Nutzen. Deshalb legen wir Hubweg und Bauhöhe so aus, dass dasselbe Gerät den Unterflurbereich und den Dachbereich erreicht – häufig mit einer Teleskopachse, weil unter der Hallendecke selten genug Platz für einen Kettenzug mit vollem Hub ist.

Enge Öffnungen und Zwangshaltungen

Im Innenausbau ist nicht das Gewicht das Problem, sondern der Weg dorthin: durch eine achtzig Zentimeter breite Tür, um eine Ecke, in eine Nische. Dafür braucht es schlanke Geräte mit großem Schwenkbereich und einer Aufnahme, die sich um die eigene Achse drehen lässt. Und es braucht die Drehmomentstütze, weil über Kopf verschraubt wird – der Rückschlag ist in dieser Haltung das eigentliche Risiko.

05 — Häufige Fragen

Häufige Fragen aus Bahn und Nutzfahrzeugbau

Können mehrere Geräte an einer Bahn arbeiten?

Ja, das ist im Fahrzeugbau der Normalfall. Nötig sind Endanschläge, Pufferabstände und eine Aufteilung der Arbeitsbereiche, damit sich die Geräte nicht behindern. Bei getakteter Fertigung legen wir feste Bereiche fest, bei Einzelfertigung eher überlappende mit mechanischer Begrenzung.

Wie kommt ein Gerät in den Innenraum?

Meist gar nicht – es übergibt an der Tür. Für den Innenausbau arbeiten wir mit schlanken, mobilen Geräten oder mit Aufnahmen an einer Kurzbahn im Fahrzeug. Welcher Weg passt, entscheidet die Türbreite und die Frage, ob im Fahrzeug verankert werden darf.

Was ist mit dem Unterflurbereich?

Der ist der schwierigere Teil: geringe Höhe, Über-Kopf-Arbeit und schwere Aggregate. Hier arbeiten wir mit flachbauenden Hubachsen und Aufnahmen, die das Bauteil in Endlage halten, damit beide Hände zum Verschrauben frei sind.

Lohnt sich das in der Einzelfertigung?

Häufig ja, weil in der Einzelfertigung die Bauteile größer und die Haltungen ungünstiger sind als in der Serie. Gerechnet wird über Ausrichtzeit und Zweimannbedarf – und beides fällt hier stärker ins Gewicht als der Takt.

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