Anwendungsfall

Ein Filterelement über Kopf ziehen – zweihundert Mal an einem Wartungstag

Ein Filterelement wiegt sauber vier, verschmutzt bis zwölf Kilogramm. Klingt harmlos – bis man zweihundert davon an einem Wartungstag herauszieht, mit über den Kopf gestreckten Armen, auf einer Bühne, in Staubschutzausrüstung.

Bauteil
Filterkerze, Filterpatrone, Schlauchfilter
Gewicht
4 kg sauber, bis 12 kg verschmutzt
Länge
600 bis 2.000 mm
Häufigkeit
50 bis 300 je Wartung
Haltung
über Kopf, auf Bühne
Umgebung
Staub, Schutzausrüstung, beengt
01 — Die Aufgabe

Acht Kilogramm sind nichts. Achthundert Kilogramm über Kopf schon.

Verschmutztes Element aus dem Rohrboden ziehen, in den Sammelbehälter ablegen, neues einsetzen und dichtend nach unten drücken. Der Weg ist kurz, die Einzellast klein, die Wiederholung hoch und die Haltung durchgehend ungünstig. Nach hundert Elementen wird nachlässig gearbeitet, und Nachlässigkeit heißt hier: undicht eingesetzt. Ein einziges schlecht sitzendes Element macht die Reingasseite unbrauchbar.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Die Last von den Armen nehmen

Nicht das Gewicht ist das Problem, sondern dass es an gestreckten Armen hängt. Ein Knickarm-Seilgerät oder ein Balancer an einer leichten Schiene über dem Rohrboden übernimmt genau das: Der Werker führt das Element, trägt es aber nicht. Damit fällt die Belastung von Schulter und Nacken weg – und die Sorgfalt bleibt beim zweihundertsten Element dieselbe wie beim ersten.

Eine Aufnahme, die von oben greift

Filterelemente haben oben einen Bördelrand oder eine Kopfplatte. Eine Spreizaufnahme, die von innen gegen den Rand fährt, oder ein Klemmring am Kopf hält sicher und lässt sich mit einer Hand lösen. Für das verschmutzte Element gilt zusätzlich: langsam ziehen, dann direkt in den bereitstehenden Sack ablegen, ohne den Staubkuchen abzuschlagen.

Mobil, wenn die Anlage es verlangt

Nicht jede Filteranlage rechtfertigt eine feste Installation – manche werden einmal im Quartal gewartet. Dafür gibt es die mobile Ausführung auf Fahrgestell: Sie kommt zur Wartung auf die Bühne, wird an vier Punkten abgestützt und geht danach wieder ins Lager. Dieselbe Kinematik, ohne Bauarbeiten an der Anlage.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Über-Kopf-Arbeit ohne Last an den Armen.
  • Die Sorgfalt bleibt über den ganzen Wartungstag gleich.
  • Undicht eingesetzte Elemente werden seltener.
  • Der Staubkuchen bleibt beim Ablegen am Element.
  • Bei seltener Wartung genügt eine mobile Ausführung ohne feste Installation.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Vier Kilogramm – braucht man dafür wirklich ein Gerät?

Für ein Element nicht. Für zweihundert an einem Tag, über Kopf, schon. Die Leitmerkmalmethode bewertet Haltung und Wiederholung, nicht nur die Einzellast – und genau dort liegt hier der rote Bereich.

Was ist mit dem Staub beim Ausbau?

Langsam ziehen und direkt in den bereitgestellten Sack ablegen. Weil das Gerät die Bewegung führt, statt dass jemand mit ausgestreckten Armen ruckt, bleibt deutlich mehr Staub am Element. Bei kritischen Stäuben ergänzen wir eine Absaughaube an der Entnahmestelle.

Lohnt sich das bei zwei Wartungen im Jahr?

Als feste Installation meist nicht. Als mobiles Gerät, das mehrere Anlagen bedient, oft schon – gerechnet wird über die Wartungsdauer und die Zahl der Anlagen, nicht über eine einzelne.

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