Anwendungsfall

Ein Spritzgießwerkzeug von 800 Kilogramm wechseln – in dreißig statt hundertzwanzig Minuten

Ein mittleres Spritzgießwerkzeug wiegt 800 Kilogramm. Der Wechsel dauert in vielen Betrieben zwei Stunden, davon ist die reine Montagezeit vielleicht dreißig Minuten. Der Rest ist Warten: auf den Hallenkran, auf den Staplerfahrer, auf den Kollegen, der mit anpackt.

Bauteil
Spritzgießwerkzeug, Formeinsatz
Gewicht
200 bis 2.000 kg
Häufigkeit
2 bis 15 Wechsel je Woche
Bewegung
anheben, drehen, waagerecht einfahren
Arbeitsbereich
Maschinenreihe, Gasse unter 2,5 m
Ziel
Rüstzeit, nicht Traglast
01 — Die Aufgabe

Die Maschine steht nicht, weil sie defekt ist. Sie steht, weil gerüstet wird.

Werkzeug aus dem Lager holen, zur Maschine bringen, in die Aufspannplatte einfahren, spannen, Kühlung und Auswerfer anschließen – und dasselbe rückwärts mit dem alten Werkzeug. Das Einfahren ist der kritische Schritt: Die Form muss waagerecht, in einer Ebene und ohne Kantenkontakt zwischen die Platten. Wenige Millimeter Schieflage genügen, damit die Zentrierung nicht greift. Zwischen Maschinen stehen selten mehr als zwei Meter, und der Hallenkran deckt zwar alles ab, ist aber genau dann anderswo, wenn er gebraucht wird.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Das Schienenfeld über der Maschinenreihe

Der wirksamste Eingriff ist selten ein größeres Gerät, sondern ein eigenes. Ein Einträger- oder Flächenschienensystem, das über der Maschinenreihe verläuft, macht den Werkzeugwechsel unabhängig vom Hallenkran. Es fährt leicht, lässt sich von einer Person bedienen und deckt genau den Weg ab, der jeden Tag gebraucht wird: Werkzeugablage, Maschine, Werkzeugablage. Die Traglastklassen von 1.000 und 2.000 Kilogramm decken den weit überwiegenden Teil der Wechsel ab.

Waagerecht halten heißt: Aufhängung planen

Ein Werkzeug hängt selten in seinem Schwerpunkt, wenn man es an der Ringschraube nimmt. Wir legen deshalb eine Traverse mit verschiebbaren Aufhängepunkten aus oder – bei wiederkehrenden Formen – feste Aufnahmen je Werkzeugtyp. Das kostet einmalig etwas Konstruktion und spart bei jedem Wechsel die Minuten, die sonst mit Ausrichten vergehen. Wo mehrere Formengrößen laufen, ist eine Traverse mit Rastpositionen die praktische Lösung.

Rüstzeit ist eine Wegerechnung

Bevor wir ein Gerät vorschlagen, messen wir den Weg: Wie weit liegt die Werkzeugablage von der Maschine entfernt, wie oft wird gewechselt, wer wartet auf wen. In vielen Betrieben liegt die größte Ersparnis nicht in der Hebetechnik, sondern in einer Ablage, die drei Meter näher steht. Was übrig bleibt, lösen wir mit dem Gerät – und rechnen die Ersparnis vorher aus, nicht hinterher.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Der Wechsel wird vom Hallenkran unabhängig – niemand wartet mehr auf ein gemeinsames Betriebsmittel.
  • Die Form fährt waagerecht ein; das Ausrichten von Hand entfällt.
  • Die Rüstzeit sinkt in typischen Fällen von zwei Stunden auf unter eine.
  • Der Wechsel gelingt mit einer Person statt mit zweien.
  • Anschlagmittel und Gerät stehen in einer geschlossenen Prüfdokumentation.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Reicht der vorhandene Hallenkran nicht?

Technisch meist ja, organisatorisch selten. Der Hallenkran bedient die ganze Halle; beim Werkzeugwechsel ist er dadurch der Engpass, nicht das Werkzeug. Ein eigenes Schienenfeld über der Maschinenreihe kostet einen Bruchteil einer Kranerweiterung und macht den Wechsel planbar.

Welche Traglast brauche ich?

Nehmen Sie das schwerste regelmäßig gewechselte Werkzeug, addieren Sie Traverse und Anschlagmittel und runden Sie auf die nächste Klasse auf. Für die seltene Ausnahme oberhalb bleibt der Hallenkran – ein Gerät für den Extremfall auszulegen macht den Alltagswechsel teuer und träge.

Wie oft muss die Anlage geprüft werden?

Einmal jährlich durch eine befähigte Person, dokumentiert im Prüfbuch – Gerät, Tragmittel und Anschlagmittel. Bei mehrschichtigem Betrieb und häufigem Wechsel kann eine kürzere Frist sinnvoll sein; das legt die Gefährdungsbeurteilung fest. Wir übernehmen die wiederkehrende Prüfung auf Wunsch mit.

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