Anwendungsfall

Eine Walze aus dem Gestell ziehen, ohne sie an den Zapfen zu verkanten

Eine Walze ist ein einfacher Körper: rund, schwer, mit zwei Lagerzapfen. Genau darin liegt das Problem. Sie muss waagerecht bleiben, sonst verkantet der Zapfen im Lagersitz – und ein verkanteter Zapfen ist teurer als der ganze Wechsel.

Bauteil
Walze, Presswalze, Druckzylinder
Gewicht
80 bis 400 kg
Länge
800 bis 2.500 mm
Bewegung
waagerecht heben, axial einführen
Häufigkeit
wöchentlich bis mehrmals je Schicht
Umgebung
Maschinengestell, enger Zugang
01 — Die Aufgabe

Der Wechsel dauert zwanzig Minuten. Neunzehn davon sind Ausrichten.

Alte Walze aus dem Gestell ziehen, ablegen, neue aufnehmen und in die Lagersitze einführen. Der Hallenkran kann das Gewicht, aber er hängt an zwei Seilen und schwingt; das Ausrichten auf die Lagersitze wird zur Geduldsprobe mit zwei Leuten am Seil. Und der Kran fehlt in dieser Zeit dem Rest der Halle. Der Wechsel selbst ist selten das Problem – die Ausrichtzeit ist es.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Prismenschale statt Seilschlinge

Eine Walze gehört in zwei Prismenschalen, nicht in eine Schlinge. Die Schalen liegen symmetrisch zum Schwerpunkt, halten die Walze waagerecht und lassen die Mantelfläche unbeschädigt – bei beschichteten Walzen mit Polyurethan-Einlage. Weil die Aufnahme formschlüssig ist, kann sie nicht rutschen, wenn die Walze beim Einführen an einem Widerstand hängen bleibt.

Der starre Arm hält den Winkel

Beim axialen Einführen zählt genau eine Größe: dass der Winkel sich nicht ändert. Ein Knickarm-Manipulator hält die Walze in der eingestellten Lage, während der Werker sie mit leichtem Druck in den Sitz schiebt. Bei langen Walzen kommt eine Feineinstellung für Neigung und Seitenlage hinzu, mit der die letzten Millimeter über eine Handkurbel oder eine gedämpfte Achse korrigiert werden.

Am Platz statt am Hallenkran

Ein Schienensystem über der Maschine macht den Wechsel unabhängig vom Kran: Es steht immer bereit, erreicht Maschine und Walzenlager, und die restliche Halle behält ihren Kran. In beengten Anlagen setzen wir auf eine Hubachse mit geringer Bauhöhe – sie braucht über der Walze weniger Platz als jeder Kettenzug und kommt damit auch unter niedrige Decken.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Walze bleibt über die ganze Bewegung waagerecht.
  • Zapfen und Lagersitz werden nicht verkantet – Folgeschäden entfallen.
  • Die Ausrichtzeit sinkt deutlich; der Stillstand wird kürzer und planbar.
  • Der Hallenkran bleibt für den Rest der Halle verfügbar.
  • Beschichtete Mantelflächen bleiben ohne Druckstellen.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wir haben einen Hallenkran – reicht der nicht?

Für das Gewicht ja, für die Genauigkeit selten. Am Seil schwingt die Walze, und das Einführen in die Lagersitze wird zur Zweimannaufgabe. Der eigentliche Gewinn liegt in der Ausrichtzeit und darin, dass der Kran frei bleibt.

Wie viel Platz braucht das über der Maschine?

Mit einer Hubachse genügen etwa 300 bis 400 Millimeter über der höchsten Position der Walze. Das ist deutlich weniger als bei einem Kettenzug mit Haken und macht die Lösung auch unter niedrigen Decken möglich.

Sind wechselnde Walzendurchmesser ein Problem?

Nein. Prismenschalen fassen einen Durchmesserbereich von etwa 1 zu 3 ohne Umbau. Darüber hinaus arbeiten wir mit gerasteten Einlagen, die sich in Sekunden tauschen lassen.

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