Anwendungsfall

Einen Bogenstapel bewegen, ohne dass die oberen Lagen verrutschen

Papier ist glatt, und ein Stapel hält nur durch sein eigenes Gewicht zusammen. Wer ihn an den Seiten fasst und beschleunigt, verschiebt die oberen Lagen – und ein verschobener Stapel läuft im Anleger nicht.

Bauteil
Bogenstapel, Papierstapel, Nutzenstapel
Gewicht
50 bis 400 kg je Stapel
Format
bis 1.200 x 1.600 mm
Bewegung
klemmen oder unterfahren, heben, absetzen
Häufigkeit
20 bis 80 Stapel je Schicht
Besonderheit
Lagen verrutschen bei Beschleunigung
01 — Die Aufgabe

Ein verrutschter Stapel ist im Anleger nicht mehr zu retten.

Stapel von der Palette nehmen, zum Anleger bringen und einlegen; am Ausleger den fertigen Stapel abnehmen und auf die Versandpalette setzen. Die Gewichte reichen von fünfzig bis vierhundert Kilogramm, je nach Format und Grammatur. Von Hand wird in Teilstapeln gearbeitet – dreißig Kilogramm je Griff, hundertfach je Schicht, mit tiefer Rumpfbeuge am unteren Ende der Palette.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Klemmen mit Gegenhalter, nicht nur seitlich

Ein Stapel, der nur seitlich geklemmt wird, verliert seine obersten Lagen, sobald beschleunigt wird. Die Aufnahme bekommt deshalb einen Gegenhalter, der von oben leicht auflegt und die Lagen zusammenhält, während die seitlichen Backen tragen. Die Klemmkraft folgt dem Reibbeiwert von Papier auf Papier – der niedriger ist als jeder Erwartungswert und je nach Beschichtung schwankt.

Langsam ist hier schnell

Die Beschleunigung ist die kritische Größe, nicht die Geschwindigkeit. Ein Gerät mit gedämpftem Anfahren und Abbremsen bewegt den Stapel gleichmäßig, statt ihn zu ruckeln. In der Praxis ist das schneller als Handarbeit, weil kein Nachrichten der Kanten nötig ist – die zwanzig Sekunden, die bei jedem verschobenen Stapel im Anleger draufgehen, fallen weg.

Die unterste Lage ist die teuerste

Der oberste Stapel liegt bequem, der unterste in tiefer Rumpfbeuge auf zwanzig Zentimetern Höhe. In der Leitmerkmalmethode ist genau diese Haltung der Punkt, an dem eine Bewertung in den roten Bereich kippt. Ein Gerät mit ausreichendem Hubweg nimmt beide Enden ab – und das ist der Grund, warum wir bei der Auslegung nach der tiefsten Entnahmestelle fragen und nicht nach der durchschnittlichen.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Stapelkante bleibt bündig – Störungen am Anleger gehen zurück.
  • Ganze Stapel statt Teilstapel: weniger Griffe je Auftrag.
  • Die tiefe Rumpfbeuge an der untersten Lage entfällt.
  • Der Ablauf wird gleichmäßig statt am Schichtende langsamer.
  • Wechselnde Formate laufen über eine verstellbare Klemmweite.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Klemmen oder unterfahren?

Beides ist üblich. Unterfahren ist schonender und braucht eine Palette oder ein Zwischenblech; Klemmen ist schneller und funktioniert auch ohne Unterlage, verlangt aber den Gegenhalter. Welche Variante passt, entscheidet die Bereitstellung – wir sehen uns das am Platz an.

Wie hoch darf ein Stapel sein?

Kritisch ist das Verhältnis von Höhe zu Grundfläche. Bis etwa einem Meter Höhe bei üblichen Formaten ist das unkritisch; darüber wird der Stapel kippempfindlich, und wir arbeiten mit höheren Backen und geringerer Beschleunigung.

Was ist mit beschichtetem Papier?

Gestrichene und beschichtete Papiere sind glatter, der Reibbeiwert sinkt weiter. Dort legen wir die Klemmkraft höher aus und setzen den Gegenhalter grundsätzlich ein. Bei sehr glatten Sorten prüfen wir das an einem Muster aus der laufenden Produktion.

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