Anwendungsfall

Eine Folienrolle von 80 Kilogramm auf den Dorn setzen – millimetergenau

Beim Rollenwechsel wiegt die Rolle 40 bis 300 Kilogramm – und trotzdem ist das Gewicht der einfachere Teil. Schwierig ist das Letzte: die Rolle waagerecht halten, mit dem Kern auf den Dorn ausrichten und aufschieben, ohne die Kante zu stauchen.

Rolle
Folie, Papier, Vlies
Gewicht
40 bis 300 kg
Durchmesser
300 bis 1.200 mm
Kern
76 oder 152 mm
Bewegung
aufnehmen, drehen, aufschieben
Wechsel
mehrmals je Schicht
01 — Die Aufgabe

Aufnehmen kann jeder Kran. Treffen muss das Gerät.

Die Rolle steht auf der Palette oder liegt im Rollenlager, muss aufgenommen, zum Abwickler gebracht, auf Höhe gehoben und auf den Dorn geschoben werden. Der Kern misst 76 oder 152 Millimeter; die Toleranz beim Ansetzen liegt im Millimeterbereich. Die Kante ist druckempfindlich – eine gestauchte Rollenkante läuft in der Maschine schief und kostet die ganze Rolle. Der Wechsel passiert mehrmals je Schicht und steht still, solange er dauert.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Ein Dorngreifer nimmt die Rolle im Kern

Wer eine Rolle außen greift, drückt sie ein – bei Folie sofort sichtbar, bei Vlies dauerhaft. Die saubere Lösung ist ein Spreizdorn, der im Kern trägt: Er wird eingefahren, gespreizt und hält die Rolle formschlüssig. Die Mantelfläche bleibt unberührt, und die Rolle hängt genau an der Achse, um die sie später laufen soll.

Ausrichten ist die eigentliche Aufgabe

Die Hubachse bringt die Rolle auf Höhe, doch entscheidend sind die letzten Millimeter. Wir geben der Aufnahme zwei Freiheitsgrade: eine Neigung um die Querachse zum Angleichen an den Dorn und eine feine Drehung um die Hochachse. Beides mit Rastung, damit die Einstellung beim nächsten Wechsel nicht neu gesucht werden muss. Der Werker schiebt dann nur noch – und trifft.

Der Wechsel ist eine Stillstandszeit

Ein Rollenwechsel kostet Maschinenlaufzeit; alles, was ihn verlängert, wird umgangen. Deshalb legen wir den Weg vom Rollenlager zur Maschine so, dass kein Umsetzen nötig ist, und rechnen den Wechsel vorher durch: Aufnehmen, Fahren, Heben, Ausrichten, Aufschieben. Ist die Summe länger als der Wechsel zu zweit, stimmt die Auslegung nicht.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Rolle wird im Kern aufgenommen – keine Druckstellen an der Mantelfläche.
  • Das Ausrichten geschieht am Gerät statt durch Anheben und Nachfassen.
  • Der Wechsel ist von einer Person zu machen.
  • Gestauchte Rollenkanten und der Ausschuss daraus gehen zurück.
  • Das Rollenlager ist ohne Stapler erreichbar.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Geht ein Gerät für 76er und 152er Kerne?

Ja, über Wechseldorne oder einen Spreizdorn mit großem Bereich. Bei stark unterschiedlichen Rollengewichten lohnt sich trotzdem ein Blick auf die Auslegung: Ein Dorn für 300 Kilogramm ist für eine 40-Kilo-Rolle unnötig schwer und macht das Handling träge.

Was ist mit senkrecht stehenden Rollen?

Dann kommt eine Wendefunktion dazu: aufnehmen im Stehen, um 90 Grad kippen, waagerecht ansetzen. Das ist Standard und ändert an der Auslegung vor allem das Moment – gekippt wirkt die Last mit ihrem Schwerpunkt weiter außen, und danach richtet sich die Baugröße.

Lohnt sich das bei zwei Wechseln je Schicht?

Rechnen Sie nicht über die Ergonomie, sondern über den Stillstand und den Ausschuss. Zwei Wechsel je Schicht sind selten der Anlass; sobald aber eine gestauchte Rolle im Monat verloren geht oder der Wechsel zwei Leute bindet, trägt sich die Anschaffung meist innerhalb eines Jahres.

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