Anwendungsfall

Ein Werkstück in die Spannvorrichtung legen – gegen Anschläge, nicht auf Verdacht

In der Schweißfertigung entscheidet die Vorrichtung über die Maßhaltigkeit. Das Bauteil muss an drei Anschlägen anliegen, bevor gespannt wird – nicht ungefähr, sondern satt. Wer es nur hineinlegt und hofft, produziert Verzug, den später niemand mehr herausbekommt.

Bauteil
Blechbaugruppe, Rahmen, Profilteil
Gewicht
25 bis 120 kg
Bewegung
heben, einführen, gegen Anschlag drücken
Häufigkeit
40 bis 200 je Schicht
Umgebung
Schweißplatz, Funkenflug, Rauch
Besonderheit
Querkräfte beim Anlegen
01 — Die Aufgabe

Eingelegt ist schnell. Angelegt ist die Arbeit.

Rohteil vom Stapel nehmen, in die Vorrichtung führen, gegen die Anschläge drücken und spannen. Das Bauteil ist sperrig, oft scharfkantig aus dem Laser, und die Vorrichtung steht auf Tischhöhe. Beim Anlegen wirken gerichtete Kräfte: Der Werker drückt das Teil in eine Ecke, während er mit der anderen Hand den Spanner bedient. Bei 60 Kilogramm ist das die Bewegung, nach der der Rücken sich meldet.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Hier scheidet der Balancer aus

Das Anlegen gegen einen Anschlag ist eine Positionieraufgabe, keine Hebeaufgabe. Ein Seilbalancer hält das Bauteil in der Schwebe, kann aber die Kraft nicht aufnehmen, mit der es in die Ecke gedrückt wird – er weicht aus, und das Teil pendelt zurück. Ein Knickarm mit starrer Kinematik nimmt die Querkraft in den Arm auf. Das ist der Unterschied, an dem sich diese Aufgabe entscheidet, und der Grund, warum hier oft das falsche Gerät steht.

Der Greifer kennt die Schweißnaht

Die Aufnahme muss dort fassen, wo nicht geschweißt wird – sonst ist sie im Weg oder wird beschädigt. Wir legen den Greifpunkt gemeinsam mit der Vorrichtung fest, nicht danach. Bei Blechbaugruppen sind Magnete verlockend und meist die falsche Wahl: Sie halten nicht formschlüssig, und beim Anlegen gegen den Anschlag rutscht das Teil. Formaufnahmen oder Klemmzangen sind langsamer im Ansetzen und im Ergebnis besser.

Ausführung für den Schweißplatz

Funkenflug frisst Schläuche, Kabel und Dichtlippen. Wir führen Leitungen geschützt im Arm, verwenden Faltenbälge statt offener Zylinder und verzichten im Nahbereich auf Elektronik. Das ist kein Zubehör, sondern die Voraussetzung dafür, dass das Gerät nach einem halben Jahr noch benutzt wird und nicht in der Ecke steht.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Kraft beim Anlegen geht in das Gerät, nicht in den Rücken.
  • Das Bauteil liegt satt an allen Anschlägen an – Verzug durch schiefes Einlegen entfällt.
  • Das Teil steht ruhig, während der Spanner bedient wird.
  • Der Greifpunkt liegt außerhalb der Schweißnaht und stört den Prozess nicht.
  • Die Ausführung hält Funkenflug und Rauch stand.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum kein Balancer, der ist doch günstiger?

Weil das Anlegen gegen einen Anschlag Querkraft verlangt, die ein Seil nicht aufnehmen kann. Der Balancer ist die richtige Wahl, wenn nur gehoben und abgesetzt wird. Sobald gegen etwas gedrückt wird, ist der starre Arm die einzige Bauart, die die Aufgabe löst.

Halten Magnete an Blechbaugruppen?

Zum Heben ja, zum Anlegen nicht zuverlässig. Beim Druck gegen den Anschlag wirkt eine Scherkraft, und dort ist der Magnet deutlich schwächer als beim senkrechten Zug. Für diese Aufgabe sind Formaufnahmen die sichere Wahl.

Was kostet der Ausfall durch schiefes Einlegen?

Mehr, als die meisten rechnen. Ein verzogenes Bauteil fällt oft erst in der Endmontage auf, wenn schon Wertschöpfung darin steckt. Genau deshalb rechnet sich die Hebehilfe an dieser Station meist über die Qualität, nicht über die Zeit.

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