Anwendungsfall

Ein Hochvoltmodul von 30 Kilogramm in die Batteriewanne setzen – ohne Anschlagen, ohne Verkanten

Ein Zellmodul für ein Elektrofahrzeug wiegt zwischen 20 und 60 Kilogramm und kostet mehr als der Arbeitsplatz, an dem es verbaut wird. In die Wanne passt es mit wenigen Millimetern Luft. Wer es von Hand einsetzt, arbeitet über der Wanne, mit gestreckten Armen, gegen Führungsstifte – und jedes Anschlagen ist ein Sperrgrund.

Bauteil
Zellmodul, Batteriepack
Gewicht mit Greifer
25 bis 80 kg
Fügespalt
3 bis 8 mm je Seite
Takt
60 bis 120 Sekunden
Bewegung
heben, ausrichten, senkrecht absetzen
Umgebung
HV-Bereich, Mensch im Arbeitsraum
01 — Die Aufgabe

Ein Modul, das anschlägt, ist nicht beschädigt. Es ist gesperrt.

Das Modul kommt aus dem Ladungsträger, wird aufgenommen, über die Batteriewanne geführt und zwischen Führungen abgesetzt. Danach folgt das Verschrauben, oft in derselben Taktzeit. Die Aufgabe ist nicht schwer, sie ist eng: Die Wanne hat feste Trennwände, das Modul darf weder an den Kühlplatten noch an den Polen aufsetzen, und die letzten fünf Zentimeter müssen senkrecht und langsam gefahren werden. Dazu kommt, was diese Aufgabe von jeder anderen unterscheidet: Es liegt Hochvolt an, sobald die Module verschaltet sind. Alles, was am Modul anliegt, muss elektrisch definiert sein.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Geführt statt schwebend – wegen der letzten fünf Zentimeter

Ein Balancer hält das Modul in der Schwebe und lässt es an jeder Stelle zu. Genau das ist hier falsch: Beim Einfädeln zwischen Trennwände braucht es eine senkrechte Bahn, die nicht seitlich ausweichen kann. Ein Knickarm-Manipulator mit geführter Hubachse gibt diese Bahn vor. Der Werker führt in der Ebene, die letzte Bewegung läuft auf der Achse – und der Fügespalt von drei Millimetern wird dadurch beherrschbar statt riskant.

Der Greifer ist ein Sicherheitsbauteil

Am Batteriemodul greift man nicht irgendwo. Wir setzen Aufnahmen an den vorgesehenen Konstruktionspunkten ein, aus isolierendem Werkstoff, ohne durchgehende metallische Verbindung zum Gerät. Die Aufnahme wird formschlüssig verriegelt und meldet den Zustand zurück – ein Modul, das gehalten aussieht, aber nur klemmt, ist der teuerste Fehler in dieser Montage. Fallende Kleinteile schließen wir konstruktiv aus: gesicherte Schrauben, keine offenen Federn, kein loses Zubehör über der Wanne.

Was bei Not-Halt passiert, gehört in die Auslegung

Ein pneumatisch balanciertes Gerät sackt bei Druckluftausfall ab, wenn es nicht dagegen ausgelegt ist. Über einer offenen Batteriewanne ist das nicht hinnehmbar. Wir legen die Hubachse mit selbsthemmendem Antrieb oder mit Lasthaltebremse aus, prüfen den Zustand „Energie weg" ausdrücklich in der Abnahme und dokumentieren ihn. Dasselbe gilt für den Not-Halt: Das Modul bleibt stehen, wo es ist – es fährt weder hoch noch runter.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Das Modul wird geführt eingefädelt statt über der Wanne balanciert.
  • Die Belastung durch Arbeit mit gestreckten Armen über Wannenhöhe entfällt.
  • Anschlag- und Verkantschäden – die häufigste Sperrursache an dieser Station – gehen deutlich zurück.
  • Der Arbeitsplatz bleibt ohne Umhausung für den Menschen zugänglich.
  • Das Verhalten bei Not-Halt und Energieausfall ist geprüft und dokumentiert.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum kein Roboter in der Batteriemontage?

In der Großserie mit einer Variante ist der Roboter gesetzt. In Anlauf, Vorserie, Nacharbeit und Kleinserie ist er es nicht: Jede Modulvariante braucht Programm, Greifer und Freigabe, dazu eine Umhausung, die den Platz kostet, den die Wanne braucht. Der handgeführte Manipulator arbeitet ab Tag eins, mit Menschen im selben Raum.

Was ist bei Hochvolt zu beachten?

Solange die Module nicht verschaltet sind, liegt an der Einzelaufnahme keine gefährliche Spannung an. Trotzdem gilt: isolierende Greiferaufnahmen, keine durchgehende metallische Brücke zwischen Modul und Anlage, definierter Potenzialausgleich am Gerät. Die Festlegung im Einzelfall trifft die HV-Verantwortliche des Werks; wir liefern die Ausführung, die dazu passt.

Lässt sich das an einer bestehenden Linie nachrüsten?

In der Regel ja. Der Platzbedarf ist eine Standsäule von rund 250 mm Durchmesser oder ein Schienenfeld über der Station. Kritisch ist meist nicht der Platz, sondern der Boden: Wir rechnen die Ankerkräfte vorab und prüfen, ob die Bodenplatte sie aufnimmt.

Kontakt

Sprechen wir über Ihr Projekt.

Ein kurzes Gespräch klärt meist mehr als drei Angebote. Rufen Sie an oder schreiben Sie uns – Sie landen direkt bei einem Ingenieur.

Entracon erreichen

Wie dürfen wir helfen?

Der Chat ist gerade nicht besetzt. Wir sind am Montag ab 08:00 Uhr wieder für Sie da. Fordern Sie gern einen Rückruf an – wir melden uns bei Ihnen.
E-Mail schreiben info@entracon.de
Oder direkt anrufen +49 234 5414010