Anwendungsfall

Eine Kreiselpumpe von 180 Kilogramm im Rohrleitungskeller tauschen – ohne Kran über der Stelle

Der Wechsel einer Kreiselpumpe dauert eine Schicht – wenn alles passt. In der Praxis vergeht die halbe Zeit damit, das Aggregat aus einer Nische zu bekommen, über der kein Kran hängt und neben der kein Stapler steht. Was bleibt, ist Hebel, Rollen, Kanthölzer und viel Rücken.

Bauteil
Kreiselpumpe, Motor, Schieber, Ventil
Gewicht
50 bis 300 kg
Häufigkeit
geplant und ungeplant, mehrfach je Monat
Bewegung
lösen, herausziehen, absetzen, einpassen
Umgebung
beengte Anlage, kein fester Anschlagpunkt
Ziel
Stillstandzeit
01 — Die Aufgabe

Über der Pumpe ist kein Kran. Über der Pumpe ist eine Rohrbrücke.

Verschraubung lösen, Pumpe oder Armatur aus der Leitung nehmen, aus der Nische heraus zum Transportweg bringen, das Ersatzteil in umgekehrter Reihenfolge einbauen und dabei Flanschbild und Wellenlage treffen. Der Ort ist eng: Rohrbrücken, Bühnen, Podeste, Kabeltrassen. Der Boden ist selten frei, die Zugänglichkeit einseitig, und über der Einbaustelle ist so gut wie nie eine Anschlagmöglichkeit. Dazu kommt der Zeitdruck – die Anlage steht, und alles, was länger dauert, ist Produktionsausfall.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Das Gerät kommt zur Pumpe, nicht die Pumpe zum Gerät

Für die Instandhaltung ist die fahrbare Bauform die einzige, die den Fall wirklich löst. Ein mobiles Knickarmgerät fährt durch eine Türöffnung von achtzig Zentimetern, steht ohne Verankerung standsicher und arbeitet aus der Position heraus, in der es aufgestellt wurde. Entscheidend ist die Standsicherheit ohne Abstützung: Wo Abstützungen ausgefahren werden müssen, verliert man genau den Platz, den man in der Nische nicht hat.

Einpassen heißt drei Achsen gleichzeitig

Beim Einbau muss das Flanschbild treffen, die Welle fluchten und das Bauteil waagerecht stehen. Von Hand am Hebezeug hängend ist das eine Frage von Geduld und Brechstange. Mit einer Aufnahme, die Neigung und Drehlage feinfühlig zulässt, wird daraus eine Minutenarbeit: Der Monteur dreht die Pumpe in die Lage, in der die Schrauben durchgehen, statt sie hineinzuzwingen. Das schont Dichtflächen und Gewinde – und ist der eigentliche Zeitgewinn.

Was in der Anlage steht, ist prüfpflichtig

Ein Hebezeug in der Instandhaltung wird selten benutzt und ist deshalb doppelt zu prüfen: einmal jährlich durch eine befähigte Person und vor jedem Einsatz durch Sichtprüfung. Wir liefern das Prüfbuch mit, übernehmen die wiederkehrende Prüfung auf Wunsch und prüfen bei der Gelegenheit die Anschlagmittel gleich mit – die sind in der Instandhaltung erfahrungsgemäß der Teil, der zuerst altert.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Stillstandzeit sinkt, weil das Ausbauen nicht mehr improvisiert wird.
  • Der Wechsel gelingt mit zwei Monteuren statt mit vieren.
  • Das Einpassen erfolgt feinfühlig statt mit Hebel und Kraft – Dichtflächen bleiben unbeschädigt.
  • Es braucht keine Anschlagmöglichkeit über der Einbaustelle.
  • Gerät und Anschlagmittel stehen in einer gemeinsamen, geschlossenen Prüfdokumentation.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum kein Kettenzug an der Rohrbrücke?

Weil eine Rohrbrücke kein Anschlagpunkt ist. Sie ist für Rohre und deren Medien bemessen, nicht für Punktlasten aus Hebezeugen; das Anschlagen daran ist ohne statischen Nachweis unzulässig. Genau deshalb ist das fahrbare Gerät in der Instandhaltung die richtige Antwort – es bringt seinen Anschlagpunkt mit.

Passt so ein Gerät überhaupt in unsere Anlage?

Die üblichen Bauformen kommen durch achtzig Zentimeter Türbreite und arbeiten mit rund zwei Metern Reichweite. Kritisch ist meist nicht die Breite, sondern die Bodenfreiheit über Schwellen und Gitterrosten. Wir sehen uns die Wege vorher an – das ist bei diesen Fällen der wichtigste Teil der Auslegung.

Was gilt im Ex-Bereich?

Das Hebezeug gehört zur Zone wie jedes andere Betriebsmittel: pneumatischer Antrieb, ableitfähige Rollen, geeignete Werkstoffe, Kennzeichnung und Konformitätsnachweis. Wir liefern die Ausführung passend zur Zoneneinteilung des Betreibers und dokumentieren sie mit.

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