Fachlexikon

Saugerteller

Das Bauteil, das den Kontakt zur Last herstellt. Die Dichtlippe bestimmt, ob ein Vakuumheber funktioniert: weiche Lippen gleichen Unebenheiten aus, harte übertragen Querkräfte besser. Werkstoff und Form richten sich nach Oberfläche und Temperatur – ölige Bleche, strukturierte Dekore und poröse Werkstoffe verlangen jeweils eine andere Ausführung und eine höhere Auslegungsreserve.

Auch
Saugnapf · Sauger · Vakuumsauger
Wird auch genannt
  • Saugnapf
  • Sauger
  • Vakuumsauger
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Die Dichtlippe entscheidet

Der Saugerteller hat zwei Aufgaben: Er dichtet gegen die Oberfläche ab, und er überträgt die Kraft. Beides hängt an der Dichtlippe. Legt sie sich nicht geschlossen an, strömt Luft nach und der Unterdruck bricht ein – unabhängig davon, wie groß der Vakuumerzeuger ist.

Für die Rechnung zählt die wirksame Fläche innerhalb der anliegenden Lippe. Sie ist kleiner als die Fläche aus dem Nenndurchmesser, weil sich die Lippe unter Last verformt. Verlässlich ist deshalb die Haltekraftangabe des Herstellers, nicht die eigene Rechnung über den Außendurchmesser.

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Bauformen

Flachsauger haben ein kleines Innenvolumen, bauen den Unterdruck schnell auf und stützen das Werkstück gut gegen Querkräfte – die Wahl für ebene, glatte Flächen. Balgsauger mit einer oder mehreren Falten gleichen Höhenunterschiede und Schräglagen aus und legen sich an gewölbte Flächen an; dafür sind sie seitlich weicher und geben beim Ansaugen einen Hub.

Ovale Sauger nutzen schmale Flächen wie Profile oder Stege. Für raue und strukturierte Oberflächen gibt es Sauger mit weicher Schaumstoff- oder Moosgummi-Dichtung, die sich in die Struktur drückt.

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Werkstoffe der Dichtlippe

Der Werkstoff richtet sich nach Medium, Temperatur und Abrieb. Die Einsatzgrenzen nennt der Hersteller; sie unterscheiden sich je Mischung.

  • NBR: der Standard für geölte Bleche, beständig gegen Mineralöl.
  • Silikon: weich und über einen weiten Temperaturbereich einsetzbar – vor Lackier- und Klebeprozessen aber meist unerwünscht, weil Rückstände die Haftung stören können.
  • EPDM: witterungs- und ozonbeständig, nicht für Mineralöl.
  • Polyurethan: verschleißfest bei rauen Oberflächen und hohen Zyklenzahlen.
  • FKM: für höhere Temperaturen und aggressive Medien.
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Querkraft und Abdruck

Wird die Last gekippt oder beschleunigt, muss der Sauger Querkräfte über Reibung übertragen. Harte Lippen und Sauger mit innerer Abstützung – Stege oder Rippen, auf denen das Werkstück aufliegt – sind hier im Vorteil. Die Abstützung verhindert zugleich, dass dünne Bleche in den Sauger hineingezogen und bleibend verformt werden.

Auf empfindlichen Sichtflächen kann eine Lippe Abdrücke hinterlassen. Dagegen helfen abdruckarme Werkstoffe und ein Versuch am Originalteil vor der Festlegung.

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Verschleiß und Wechsel

Dichtlippen sind Verschleißteile. Sie verhärten, reißen ein, werden an der Kante ausgefranst oder verlieren ihre Form. Ein Sauger mit beschädigter Lippe hält im Stillstand vielleicht noch – bei Energieausfall verkürzt er die Haltezeit aber drastisch. Die Sichtkontrolle der Lippen gehört deshalb zur Prüfung vor Arbeitsbeginn, und Ersatzsauger gehören ins Lager.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Saugerbauformen und ihr Einsatz

Bauform Geeignet für Grenze
Flachsauger ebene, glatte Flächen; hohe Querkräfte gleicht kaum Höhenunterschiede aus
Balgsauger gewölbte, schräge oder empfindliche Teile seitlich weich, Hub beim Ansaugen
Ovalsauger schmale Flächen, Profile, Stege Ausrichtung zur Längsachse nötig
Sauger mit Schaumdichtung raue, strukturierte Oberflächen Dichtung verschleißt schneller
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Saugerteller

Wie viele Sauger braucht ein Vakuumheber?

So viele, dass die zulässige Haltekraft aller Sauger zusammen die Last einschließlich Sicherheitsfaktor trägt – und so verteilt, dass sich das Werkstück nicht durchbiegt oder vom Sauger abschält. Bei biegeweichen Platten bestimmt die Verteilung die Zahl, nicht die Kraft.

Warum sind Silikonsauger in Lackierbetrieben oft verboten?

Silikon kann Spuren auf der Oberfläche hinterlassen, die die Haftung von Lack und Klebstoff stören. Viele Betriebe verlangen deshalb silikonfreie Werkstoffe für alles, was Teile vor der Beschichtung berührt.

Wann muss ein Saugerteller getauscht werden?

Sobald die Dichtlippe Risse, Ausbrüche, Verhärtung oder bleibende Verformung zeigt, oder wenn der Unterdruck auf einer dichten Prüffläche nicht mehr gehalten wird. Ein festes Intervall gibt es nicht; es hängt von Zyklenzahl und Oberfläche ab.

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