Anwendungsfall

Eine Großformatplatte aus dem Brand nehmen, die an der Kante bricht

Großformatige Keramik ist eine ungünstige Kombination: schwer je Fläche, dünn im Querschnitt, spröde in der Kante und mit einer Oberfläche, die Vakuum nur widerwillig annimmt.

Bauteil
Keramikplatte, Feinsteinzeug, Großformat
Gewicht
25 bis 90 kg
Format
bis 3.200 x 1.600 mm
Dicke
6 bis 20 mm
Häufigkeit
100 bis 300 je Schicht
Besonderheit
porös, kantenempfindlich, biegeweich
01 — Die Aufgabe

Drei Meter lang, zwölf Millimeter dick, und die Kante bricht.

Platten aus dem Brandwagen oder von der Linie nehmen, prüfen, wenden und auf den Versandstapel legen. Von Hand geschieht das zu zweit, an den Kanten gefasst, mit dem typischen kurzen Durchhängen in der Mitte – genau dort, wo die Platte am ehesten reißt. Beim Absetzen muss sie plan aufliegen, sonst überträgt sich die Spannung auf die darunterliegende Lage.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Viele Sauger statt starker Sauger

Bei dünnen Großformaten geht es nicht um Haltekraft je Sauger, sondern um Verteilung. Acht bis zwölf Teller auf einer Rahmentraverse tragen die Platte an so vielen Punkten, dass sie zwischen ihnen nicht durchhängt und die Biegespannung unter der kritischen Grenze bleibt. Die Positionen werden nach Format gerechnet, nicht nach Augenmaß – und die Traverse folgt der Plattenkontur.

Poröse Oberflächen brauchen Reserve

Unglasierte und feinporige Keramik zieht Luft. Die Haltekraft sinkt dadurch spürbar, und ein trocken gerechneter Sauger versagt. Deshalb legen wir mit deutlich erhöhtem Sicherheitsfaktor aus, wählen weiche, großflächige Dichtlippen und prüfen die Haltezeit am Originalmuster. Ein Vakuumspeicher gleicht kurze Einbrüche der Erzeugung aus, eine Warneinrichtung meldet den Druckabfall.

Wenden gehört zur Aufgabe

Viele Platten müssen zur Sichtprüfung gedreht werden. Eine gedämpfte Schwenkachse in der Traverse, deren Drehpunkt im Schwerpunkt der Platte liegt, macht daraus eine Fingerbewegung: Der Werker dreht, das Gerät hält, die Platte bleibt in jeder Zwischenstellung stehen. Ohne diese Achse wird jede Prüfung zur Zweimannaufgabe – und jedes Absetzen zur Gelegenheit für einen Kantenschaden.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Platte wird über viele Punkte getragen und hängt nicht durch.
  • Bruch beim Entnehmen und Stapeln geht deutlich zurück.
  • Das Wenden zur Sichtprüfung gelingt von einer Person.
  • Hände kommen nicht mehr an die bruchgefährdete Kante.
  • Wechselnde Formate laufen über verschiebbare Saugerarme.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Halten Sauger auf unglasierter Keramik?

Ja, aber mit anderer Auslegung. Poröse Oberflächen ziehen Luft und senken die Haltekraft; wir rechnen mit deutlich erhöhter Reserve, setzen weiche großflächige Lippen ein und prüfen die Haltezeit am Muster. Ein Vakuumspeicher gehört in jedem Fall dazu.

Wie viele Sauger braucht eine Drei-Meter-Platte?

Das ergibt die Durchbiegungsrechnung. Bei zwölf Millimetern Dicke und drei Metern Länge sind acht bis zwölf Punkte üblich. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Verteilung: gleichmäßig, mit ausreichendem Randabstand.

Was ist mit dem Formatwechsel?

Verschiebbare Saugerarme mit gerasteten Positionen. Für jedes vorkommende Format wird die Einstellung einmal ermittelt und beschriftet; umgestellt wird dann in unter einer Minute ohne Werkzeug.

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