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Handhabungstechnik für Gießerei und Schmiede

In der Gießerei versagt Technik nicht an der Traglast, sondern an der Umgebung. Strahlungswärme, Formsand, Zunder und Spritzer setzen jeder Führung, jeder Dichtung und jeder Elektronik zu – und zwar in Wochen, nicht in Jahren.

Traglast im Schwerlastgerät
250 kg
Bauteiltemperatur an der Aufnahme
300 °C
Reichweite über der Formstrecke
4000 mm
01 — Einsatzbereiche

Wo es heiß, staubig und schwer ist, entscheidet die Ausführung.

Typische Handhabungsaufgaben in Gießerei und Schmiede – und was sie technisch verlangen.

01

Kokillen und Formteile wechseln

Schwere Werkzeuge aus der Maschine nehmen, ablegen und neue einsetzen – waagerecht geführt, damit Führungssäulen und Passungen nicht leiden.

02

Gussteile entnehmen

Heiße Teile aus Form oder Kokille heben, ohne dass jemand mit der Zange danebensteht. Die Aufnahme hält Abstand, der Werker bleibt außerhalb der Strahlungswärme.

03

Kerne einlegen

Empfindliche Sandkerne lagegenau in die Form setzen. Bruchgefahr und Maßhaltigkeit machen daraus eine Positionier-, keine Hebeaufgabe.

04

Putzerei beschicken

Rohteile an Schleif-, Trenn- und Strahlplätze bringen und wenden – die Bewegung, an der in der Putzerei die meiste Zeit hängt.

05

Schmiedeteile umsetzen

Warmteile zwischen Ofen, Presse und Ablage bewegen, mit Aufnahmen, die für die Temperatur und die Zunderschicht ausgelegt sind.

02 — Worauf es ankommt

Was Gießerei und Schmiede von Handhabungstechnik verlangt

Hitze ist eine Konstruktionsvorgabe, keine Randnotiz

Ein Bauteil mit dreihundert Grad strahlt nicht nur den Werker an, sondern auch die Aufnahme. Dichtungen verhärten, Schmierstoffe verkoken, Kunststoffführungen kriechen. Deshalb rechnen wir bei Heißanwendungen mit Hitzeschilden zwischen Last und Gerät, mit temperaturbeständigen Werkstoffen an allen berührenden Teilen und mit einem konstruktiven Abstand, der auch dann noch stimmt, wenn die Aufnahme minutenlang über dem Teil steht. Was hier gespart wird, kommt als Ausfall zurück.

Staub, Sand und Zunder fressen Führungen

Formsand ist abrasiv, Zunder ebenso. Offene Zahnstangen, freiliegende Linearführungen und ungeschützte Kolbenstangen halten in dieser Umgebung nicht durch. Bewährt haben sich gekapselte Führungen, pneumatische Antriebe ohne Elektronik an der Last und Wartungspunkte, die von unten erreichbar sind. Die Schutzart ist dabei nur die halbe Antwort – die andere ist eine Bauform, in der sich Staub nicht sammeln kann.

Schwer heißt nicht automatisch Kran

Gussteile sind schwer, aber die Aufgabe ist selten ein reiner Hub. Kerne werden lagegenau eingelegt, Teile werden zum Prüfen gedreht, Werkzeuge werden in Führungen eingefahren. Für all das ist der starre Arm die richtige Bauart – der Hallenkran kann das Gewicht, aber nicht die Bewegung. In der Praxis arbeiten beide zusammen: Der Kran bringt die Last in den Bereich, das Arbeitsplatzgerät übernimmt die Genauigkeit.

05 — Häufige Fragen

Häufige Fragen aus Gießerei und Schmiede

Bis zu welcher Bauteiltemperatur ist ein Manipulator möglich?

Mit Standardkomponenten bis etwa 150 °C an der Aufnahme. Darüber arbeiten wir mit Hitzeschilden, verlängerten Aufnahmen und temperaturfesten Werkstoffen; bis rund 300 °C ist das gut beherrschbar. Höher wird es zur Sonderkonstruktion, bei der auch die Standzeit der Dichtungen mitgerechnet wird.

Halten Vakuumsauger auf Gussteilen?

In der Regel nicht. Die Oberfläche ist rau, zunderbehaftet und oft warm – drei Gründe, warum Vakuum hier ausfällt. Gearbeitet wird formschlüssig: Prismenschalen, Klemmzangen mit Formeinsatz oder Aufnahmen an Anguss und Bohrung.

Was ist mit der Putzerei?

Dort ist die Belastung besonders hoch, weil Teile mehrfach gewendet und an mehrere Plätze gebracht werden. Ein Schienensystem über der Putzstrecke mit einem drehbaren Greifer nimmt genau diese Wiederholungen ab – und zahlt sich meist schneller aus als in der Formerei.

Wie oft muss in dieser Umgebung geprüft werden?

Die wiederkehrende Prüfung bleibt jährlich, aber die Sichtprüfung wird wichtiger: Abrasiver Staub verschleißt Bolzen und Buchsen deutlich schneller als in einer Montagehalle. Wir empfehlen einen verkürzten Wartungsplan und Verschleißteile, die sich ohne Demontage der Baugruppe tauschen lassen.

Kontakt

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