Anwendungsfall

Eine lackierte Tür in die Scharniere setzen, ohne sie zu berühren

Eine Fahrzeugtür wiegt zwischen 20 und 45 Kilogramm – tragbar, wenn sie einmal am Tag kommt. In der Montage kommt sie alle neunzig Sekunden, und sie ist fertig lackiert: Jeder Kontakt mit einer Kante ist Nacharbeit im Lackierbereich.

Bauteil
Seitentür, Heckklappe, Motorhaube
Gewicht mit Greifer
30 bis 70 kg
Takt
60 bis 120 Sekunden
Genauigkeit
wenige Millimeter am Scharnier
Bewegung
heben, kippen, einfädeln
Besonderheit
fertig lackiert, kein Kantenkontakt
01 — Die Aufgabe

Die Tür ist nicht schwer. Sie ist lackiert.

Tür vom Gehänge nehmen, zur Karosse führen, in die Scharniere einfädeln und verschrauben. Die Scharnierbolzen verlangen wenige Millimeter Genauigkeit in drei Achsen gleichzeitig. Der Werker steht dabei seitlich zur Karosse, hält die Tür vor dem Körper und arbeitet mit ausgestreckten Armen – die Kombination, die in der Beurteilung am schlechtesten abschneidet. Und die Tür darf dabei nirgends anstoßen.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Der Greifer fasst innen, nicht außen

Türen haben Fensterausschnitt und Montageöffnungen – dort sitzt die Aufnahme. Sie greift von innen gegen die Blechkante, mit Auflagen aus Polyurethan, und berührt die Sichtfläche an keiner Stelle. Wichtig ist, dass der Greifer flach baut: Was über die Türkante hinaussteht, schlägt beim Einfädeln an der Karosse an, und dann ist der Schaden dort, wo er am teuersten ist.

Drei Achsen feinfühlig, nicht kraftvoll

Beim Einfädeln muss die Tür kippen, sich leicht drehen und in der Höhe wandern – oft alles zugleich. Ein Knickarm mit geführter Hubachse und frei drehbarer Aufnahme gibt genau diese Freiheiten, ohne dass der Werker Gewicht hält. Entscheidend ist die Dämpfung: Die Achsen dürfen nicht schwergängig sein, sonst wird wieder von Hand nachgeholfen, aber sie müssen stehen bleiben, wo man sie loslässt.

Der Takt entscheidet über die Bauform

Bei sechzig Sekunden Takt zählt jeder Handgriff. Eine Aufnahme, die zwei Bewegungen und einen Blick braucht, ist im Takt; eine, die verriegelt und geprüft werden muss, ist es nicht. Wir legen deshalb auf schnelles Aufnehmen aus und sichern über die Bauform statt über zusätzliche Handgriffe – der Formschluss hält, sobald die Tür hängt.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Last liegt am Gerät; der Werker führt nur noch.
  • Arbeit mit ausgestreckten Armen vor dem Körper entfällt.
  • Lackschäden beim Einfädeln gehen deutlich zurück – die teuerste Nacharbeit dieser Station.
  • Das Einfädeln in die Scharniere gelingt in einem Anlauf.
  • Der Arbeitsplatz bleibt ohne Umhausung zugänglich.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Hält der Greifer die Tür auch halb eingehängt?

Ja, und das ist die wichtigste Anforderung an dieser Station. Zwischen Einfädeln und Verschrauben lässt der Werker los, um den Schrauber zu greifen. Die Tür muss dann in ihrer Lage bleiben, ohne dass sie sich absenkt oder verdreht.

Was ist mit verschiedenen Türvarianten?

Ein Wechselsystem mit definierten Aufnahmen je Variante ist billiger als ein Kompromissgreifer, der alle halb hält. Der Wechsel dauert dann unter einer Minute. Wo mehrere Varianten in einem Takt kommen, planen wir eine Aufnahme mit verstellbaren Punkten.

Lässt sich das an einer bestehenden Linie nachrüsten?

Meist ja. Kritisch ist nicht der Platz, sondern der Boden: Wir rechnen die Ankerkräfte vorab und prüfen, ob die Bodenplatte sie aufnimmt. Wo das nicht geht, ist ein Schienensystem über der Station die Alternative.

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