Anwendungsfall

Eine Kabeltrommel von 400 Kilogramm in den Abwickelbock heben

In der Kabelkonfektionierung wird mehrmals täglich die Trommel gewechselt. Der übliche Weg – kanten, rollen, mit der Brechstange auf den Bock hebeln – ist schnell geübt und der Grund für die meisten Fußverletzungen in diesem Bereich.

Bauteil
Kabel- oder Wickeltrommel
Gewicht
100 bis 800 kg
Durchmesser
800 bis 1.600 mm
Bewegung
aufnehmen, heben, Achse treffen
Häufigkeit
3 bis 12 Wechsel je Schicht
Umgebung
Konfektionierung, ebener Hallenboden
01 — Die Aufgabe

Eine rollende Trommel bremst niemand mit der Hand.

Trommel vom Lagerplatz holen, zum Abwickelbock bringen, auf Achshöhe heben und die Aufnahme treffen. Die Trommel ist rund, schwer und hat ihren Schwerpunkt in der Mitte – sie will rollen, sobald sie steht. Auf dem Bock muss die Bohrung die Achse treffen, meist auf 60 bis 80 Zentimeter Höhe. Von Hand heißt das: zu zweit anheben, während einer die Achse führt.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Durch die Bohrung, nicht um die Flansche

Die Trommel hat eine Achsbohrung – das ist der Punkt, an dem sie tragen soll und an dem sie später auch auf dem Bock sitzt. Ein Aufnahmedorn, der durch die Bohrung greift und sich spreizt, hält die Trommel in genau der Lage, in der sie auf die Achse gehört. Zangen an den Flanschen sind die zweitbeste Lösung: Holzflansche geben unter Klemmkraft nach, und die Trommel kommt schief an.

Drehbar aufhängen, sonst dreht sie sich selbst

Eine Trommel am Dorn ist frei drehbar, sobald der Schwerpunkt nicht genau in der Achse sitzt – und das tut er nie, weil das Kabel ungleich aufgewickelt ist. Wir legen die Aufnahme deshalb mit gebremstem Drehwerk aus: Der Bediener dreht die Trommel bewusst in die Lage, in der der Kabelanfang oben liegt, und dort bleibt sie. Ohne diese Bremse dreht sie sich beim Absetzen weg, und der Kabelanfang liegt unten.

Die letzte Bewegung ist waagerecht

Auf den Bock kommt die Trommel nicht von oben, sondern von der Seite: erst auf Achshöhe heben, dann waagerecht einfahren, bis die Achse durch die Bohrung geht. Ein Knickarm mit geführter Hubachse macht genau das – heben und schieben sind getrennte Bewegungen, und die letzte läuft auf einer Geraden. Am Seil ist beides gekoppelt, und deshalb braucht es dort die zweite Person.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Die Trommel rollt zu keinem Zeitpunkt frei – die häufigste Unfallursache entfällt.
  • Der Wechsel gelingt allein statt zu zweit.
  • Die Achse wird im ersten Anlauf getroffen.
  • Holzflansche bleiben unbeschädigt, weil die Last über die Bohrung geht.
  • Der Kabelanfang liegt nach dem Absetzen dort, wo er gebraucht wird.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Passt eine Aufnahme für alle Trommelgrößen?

Für die üblichen Bohrungsdurchmesser ja – ein Spreizdorn deckt eine Spanne ab. Bei sehr unterschiedlichen Breiten empfiehlt sich eine verschiebbare Auflage, damit die Trommel mittig hängt. Das ist eine Einstellung, kein Umbau.

Was ist mit Trommeln ohne durchgehende Bohrung?

Dann bleibt nur die Aufnahme an den Flanschen. Bei Holztrommeln arbeiten wir dafür mit breiten, gepolsterten Backen, die die Kraft über die Fläche verteilen. Die Bohrung ist trotzdem der bessere Weg, wo sie vorhanden ist.

Wie hoch muss das Gerät heben?

Bis Achshöhe des Bocks plus etwa zehn Zentimeter Reserve – meist also 90 bis 100 Zentimeter. Entscheidend ist nicht die maximale Hubhöhe, sondern dass die Trommel auf dieser Höhe ruhig steht und sich waagerecht einfahren lässt.

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