01
Fünf Dinge, die vor dem Angebot geklärt sein müssen
Ein Angebot für den Bestand, das ohne Ortstermin entsteht, ist eine Schätzung. Was gebraucht wird, sind fünf Angaben – und keine davon steht in einem Lastenheft. Sie zu erheben dauert einen halben Tag und verhindert die Überraschungen, die in der Montagewoche teuer werden.
- Statik der Halle oder Freigabe für Anbauten am Dach
- Freie Höhe an der höchsten und der niedrigsten Stelle des Arbeitsbereichs
- Bodenaufbau und Tragfähigkeit, einschließlich vorhandener Kanäle und Leitungen
- Verfügbare Medien: Druckluftnetz, Anschlussleistung, Erdung
- Bestehende Anlagen im Weg: Absaugung, Beleuchtung, Kranbahn, Sprinkler
02
Die Bauhöhe ist meistens das Problem
In gewachsenen Hallen entscheidet sich fast alles zwischen der Unterkante des Binders und der höchsten Stellung des Bauteils. Was auf dem Papier locker passt, kollidiert vor Ort mit einer Absaugleitung, einer Leuchte oder einer Kranbahn. Deshalb messen wir vor Ort, statt aus dem Hallenplan zu rechnen – und deshalb sind flachbauende Hubachsen und Kurzhubwerke im Bestand so viel häufiger die Antwort als im Neubau.
03
Wenn nichts angebaut werden darf
Mietobjekte, denkmalgeschützte Hallen, Dachkonstruktionen ohne Reserve: Es gibt Fälle, in denen weder gebohrt noch gehängt werden kann. Dann bleibt die mobile Ausführung auf Fahrgestell, die zum Einsatzort gebracht und abgestützt wird. Sie ist langsamer im Einsatz und begrenzt in der Traglast, kommt aber ohne einen einzigen Dübel aus – und ist damit oft die einzige Lösung, die genehmigungsfähig ist.
04
Was der Umbau rechtlich auslöst
Wer eine Hebehilfe neben eine Maschine stellt, ändert nichts an deren Konformität. Wer sie an die Maschine anbaut, in ihre Steuerung einbindet oder ihre Schutzeinrichtungen verändert, kann eine wesentliche Veränderung auslösen – und steht dann in der Pflicht des Herstellers, mit Risikobeurteilung, Konformitätsbewertung und Kennzeichnung. Diese Grenze verläuft nicht am Preis, sondern an der Frage, ob eine neue Gefährdung entsteht. Sie gehört vor die Konstruktion, nicht danach.
05
In Etappen bauen
Im Bestand ist Stillstand teuer, und eine Halle lässt sich nicht für zwei Wochen räumen. Deshalb planen wir Nachrüstungen so, dass Montageabschnitte in Wochenenden oder Betriebsruhen passen: erst die Tragkonstruktion, dann die Medien, zuletzt Gerät und Lastaufnahme. Was in einem Abschnitt fertig wird, ist danach benutzbar – und was nicht fertig wird, hält die Fertigung nicht auf.