Fachlexikon

Kommissionierung

Das Zusammenstellen von Artikeln zu einem Auftrag. Belastend ist hier selten das Einzelgewicht, sondern die Summe: 800 Kolli je Schicht ergeben mehrere Tonnen. Hebehilfen halten die Pickleistung über die Schicht konstant – der Effekt, der in keiner Unfallstatistik auftaucht.

Auch
Picken · Auftragszusammenstellung · Order Picking
Wird auch genannt
  • Picken
  • Auftragszusammenstellung
  • Order Picking
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Was Kommissionieren bedeutet

Kommissionieren heißt, aus einem Sortiment Teilmengen nach Auftrag zusammenzustellen. Aus dem lagerspezifischen Zustand – ganze Paletten, volle Behälter – wird der auftragsspezifische: genau die Artikel und Mengen, die ein Kunde oder ein Montageplatz braucht.

Es ist der Arbeitsschritt im Lager, der am schwersten zu automatisieren ist, weil er vom Einzelstück lebt: greifen, erkennen, zählen, ablegen.

02

Person-zur-Ware und Ware-zur-Person

Beim Verfahren Person-zur-Ware geht oder fährt der Kommissionierer zu den Lagerplätzen und entnimmt dort. Wegzeit und wechselnde Greifhöhen prägen die Arbeit; die Regalebenen reichen vom Boden bis über Kopf.

Beim Verfahren Ware-zur-Person bringt die Fördertechnik den Lagerbehälter an einen festen Arbeitsplatz. Die Wege entfallen, die Greifhöhe ist gestaltbar – dafür steigt die Zahl der Griffe je Stunde deutlich, und die Belastung wird einseitiger.

03

Wo die Belastung entsteht

Schwer ist selten das einzelne Stück, sondern die Schicht. Die Belastung ergibt sich aus Gewicht mal Häufigkeit, verschärft durch Haltung: tiefes Bücken zur untersten Ebene, Griff über Schulterhöhe, Verdrehen des Rumpfes zwischen Regal und Wagen.

Bewertet wird das in der Gefährdungsbeurteilung. In Deutschland nennt die Lastenhandhabungsverordnung keine feste Kilogrammgrenze; üblich ist die Leitmerkmalmethode für Heben, Halten und Tragen, die Lastgewicht, Häufigkeit, Körperhaltung und Ausführungsbedingungen zu einem Punktwert verbindet.

04

Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge

Zuerst wird der Platz geordnet, dann über Technik entschieden.

  • Artikel mit hohem Gewicht oder hoher Zugriffshäufigkeit in die Ebenen zwischen Knie- und Schulterhöhe legen.
  • Paletten auf Hubtische stellen, damit die Entnahmehöhe gleich bleibt.
  • Ablage so anordnen, dass ohne Rumpfdrehung umgesetzt wird.
  • Für schwere oder sehr häufig bewegte Gebinde eine Hebehilfe mit schnellem Greifer vorsehen – am festen Platz über ein Schienensystem, das den ganzen Arbeitsbereich abdeckt.

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Übersicht

Die beiden Grundverfahren im Vergleich

Merkmal Person-zur-Ware Ware-zur-Person
Bewegung Kommissionierer geht zum Lagerplatz Behälter kommt zum Arbeitsplatz
Greifhöhe wechselnd, vom Boden bis über Kopf gestaltbar und gleichbleibend
Griffe je Stunde geringer, durch Wegzeit begrenzt hoch
Hebehilfe schwierig, weil der Ort wechselt gut möglich, weil der Platz fest ist
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Kommissionierung

Wie schwer darf ein Gebinde in der Kommissionierung sein?

Eine gesetzliche Kilogrammgrenze gibt es in Deutschland nicht. Der Arbeitgeber beurteilt die Tätigkeit insgesamt – Gewicht, Häufigkeit, Haltung, Bedingungen – und leitet daraus Maßnahmen ab. Dasselbe Gebinde kann bei zehn Hüben am Tag unkritisch und bei achthundert zu viel sein.

Lassen sich Hebehilfen beim Verfahren Person-zur-Ware einsetzen?

Nur eingeschränkt, weil der Entnahmeort wechselt. Möglich sind Geräte auf dem Kommissionierfahrzeug oder Schienensysteme über Zonen mit schweren Artikeln. Am festen Platz – Ware-zur-Person, Packplatz, Palettierplatz – ist der Einsatz deutlich einfacher.

Kann ein Roboter kommissionieren?

Für klar definierte Artikel und Behälter ja; die Technik entwickelt sich schnell. Bei breitem Sortiment mit wechselnden Formen, Oberflächen und Verpackungen ist der Mensch weiterhin schneller und zuverlässiger – unterstützt durch eine Hebehilfe, wo das Gewicht es verlangt.

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