Anwendungsfall

Einen vollen IBC mit 1.100 Kilogramm aus der Abfüllstation nehmen

Ein leerer IBC wiegt 60 Kilogramm, ein voller mit 1.000 Litern über eine Tonne. An der Abfüllstation wechseln beide Zustände mehrmals täglich die Plätze – und beide Male steht die Anlage, bis der Stapler kommt.

Bauteil
IBC, Palettencontainer, Fass auf Palette
Gewicht
60 kg leer bis 1.200 kg voll
Bewegung
heben, waagerecht führen, absetzen
Häufigkeit
4 bis 20 Wechsel je Schicht
Platz
unter 10 cm zum Abfüllstutzen
Umgebung
Abfüllung, oft Ex-Zone
01 — Die Aufgabe

Voll wiegt er das Zwanzigfache von leer. Der Weg ist derselbe.

Leeren IBC in die Station stellen, befüllen, vollen herausnehmen und zur Palettenstellfläche bringen. Der Weg ist kurz, die Last hoch und der Platz eng: Zwischen Abfüllstutzen und Container bleiben oft weniger als zehn Zentimeter. Ein Stapler kann das, braucht aber Anfahrweg, freie Sicht und einen Fahrer, der gerade nichts anderes tut. Genau daran hängt in vielen Betrieben die Taktzeit der Abfüllung.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Ein Schienenfeld statt eines Staplers

Abfüllstation, Bereitstellung und Abstellfläche bilden ein Rechteck von wenigen Metern. Genau dafür ist ein Flächenschienensystem gebaut: Es erreicht jeden Punkt darin, braucht keinen Anfahrweg und steht immer bereit. Der Wechsel hängt damit nicht mehr am Staplerfahrer, und die Abfüllung taktet nach ihrem eigenen Rhythmus. In den meisten Betrieben ist das der eigentliche Gewinn – nicht die Ergonomie, sondern die Verfügbarkeit.

Aufnahme am Gestell, nicht am Tank

Der IBC hat ein Stahlgestell – dort gehört die Last hinein. Eine Traverse mit formschlüssigen Haken oder Gabeln greift unter den Rahmen und hält ihn waagerecht. Der Kunststoffbehälter selbst darf keine Last tragen: Bei einer Tonne Inhalt verformt er sich, und die Dichtungen am Auslauf danken es nicht. Diese Unterscheidung ist der häufigste Fehler bei improvisierten Lösungen.

Brennbare Medien heißen: Zone, Nachweis, Dokumentation

Wo Lösemittel, Alkohole oder brennbare Reiniger abgefüllt werden, liegt in aller Regel eine explosionsgefährdete Zone vor. Das Hebezeug gehört dann dazu wie jedes andere Betriebsmittel: pneumatischer Antrieb, ableitfähige Rollen und Aufnahme, geeignete Werkstoffe, Kennzeichnung und Konformitätsnachweis. Bei wässrigen Medien und Lebensmitteln entfällt das – dort ist die Frage stattdessen die Reinigbarkeit.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Der Wechsel hängt nicht mehr am Stapler und seinem Fahrer.
  • Die Abfüllung taktet nach ihrem eigenen Rhythmus statt nach der Verfügbarkeit eines Geräts.
  • Der Container wird am Gestell getragen; der Behälter bleibt unbelastet.
  • Das Absetzen auf die Aufnahme gelingt genau, auch bei engem Platz.
  • In Ex-Bereichen liegt eine dokumentierte, zur Zone passende Ausführung vor.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Warum kein Stapler, den haben wir doch?

Technisch geht es mit dem Stapler. Organisatorisch ist er der Engpass: Er bedient die ganze Halle, und die Abfüllung wartet. Ein eigenes Schienenfeld über den drei Plätzen kostet einen Bruchteil eines zusätzlichen Staplers und macht den Wechsel planbar.

Auf welches Gewicht wird ausgelegt?

Auf den vollen Container samt Traverse, also meist 1.200 bis 1.400 Kilogramm. Der leere spielt für die Auslegung keine Rolle – wohl aber für die Bedienung: Das Gerät muss auch mit 60 Kilogramm feinfühlig bleiben und darf nicht überreagieren.

Was ist bei Lebensmitteln zu beachten?

Dort ist nicht die Zone das Thema, sondern die Reinigbarkeit: Edelstahl im Produktbereich, glatte Oberflächen, keine offenen Profile, in denen sich Reste sammeln. Die Kinematik bleibt dieselbe – der Unterschied liegt in Werkstoff und Ausführung.

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