Anwendungsfall

Einen Sandkern in die Form setzen, der beim Ansetzen schon brechen kann

Ein Sandkern ist schwer genug, um den Rücken zu belasten, und zugleich so spröde, dass ein zu fester Griff ihn zerbricht. Diese Kombination macht das Einlegen zu einer Aufgabe, bei der Kraft genau das falsche Mittel ist.

Bauteil
Sandkern, Kernpaket, Kernstütze
Gewicht
5 bis 80 kg
Bewegung
heben, führen, senkrecht absenken
Genauigkeit
Kernmarken im Millimeterbereich
Häufigkeit
60 bis 300 je Schicht
Umgebung
Formerei, Sand, Staub
01 — Die Aufgabe

Zu fest gegriffen ist genauso falsch wie fallen gelassen.

Kern oder Kernpaket vom Bereitstellungsplatz nehmen, zur Form führen und lagegenau in die Kernmarken setzen. Von Hand wird der Kern umfasst, angehoben, über den Formkasten gehoben und abgesenkt – meist in gebeugter Haltung über die Kastenwand hinweg. Die Gefahr besteht doppelt: Der Kern kann brechen, und er kann versetzt sitzen. Beides zeigt sich erst am Gussteil, wenn die Wandstärke nicht stimmt.

02 — Die Lösung

Wie wir das lösen

Tragen statt Klemmen

Ein Sandkern gehört nicht in eine Zange. Getragen wird er von unten oder an Kernmarken, mit einer formschlüssigen Aufnahme, die die Kontur abbildet und die Last großflächig verteilt. Wo geklemmt werden muss, geschieht das mit weichen, großflächigen Backen und einer begrenzten, einstellbaren Kraft. Die Auslegung folgt der zulässigen Flächenpressung des Kernwerkstoffs, nicht dem Gewicht.

Senkrecht absenken, nicht schwenken

Der Kern muss über den Kernmarken stehen und dann senkrecht abgesenkt werden. Ein Seilgerät mit geführter Hubbewegung erlaubt genau das: Der Werker richtet in der Waagerechten aus und senkt dann ab, ohne dass eine Schwenkbewegung die Lage verändert. Weil das Gerät die Last hält, bleiben beide Hände frei, um den Kern in den Marken zu führen – der entscheidende Unterschied zum Handbetrieb.

Gebaut für Formsand

Sand ist abrasiv und findet jede offene Führung. Deshalb sind die Führungen gekapselt, die Antriebe pneumatisch und die Wartungspunkte von unten erreichbar. Die Aufnahme wird so gestaltet, dass sich Sand nicht sammeln kann, sondern abfällt – eine Bauform, die man von Anfang an festlegt und nicht später durch häufigeres Reinigen ersetzt.

03 — Was sich ändert

Am Arbeitsplatz danach

  • Der Kern wird getragen statt geklemmt – Kernbruch beim Einlegen entfällt weitgehend.
  • Das Absenken erfolgt senkrecht und lagegenau in die Marken.
  • Beide Hände bleiben zum Führen frei.
  • Die gebeugte Haltung über die Kastenwand entfällt.
  • Ausschuss aus versetzt eingelegten Kernen geht deutlich zurück.
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Der Kern wiegt nur zwölf Kilogramm – lohnt sich das?

Bei zweihundert Kernen je Schicht ja, aber nicht wegen der Last. Es geht um die gebeugte Haltung über die Kastenwand und darum, dass ein geführter Kern seltener bricht und genauer sitzt. Die Rechnung geht meist über den Ausschuss auf, nicht über die Ergonomie.

Wie greift man einen Kern ohne Kernmarken?

Von unten, mit einer Schale, die der Kontur folgt. Für wiederkehrende Kerne fertigen wir die Aufnahme nach der Kernkontur; bei wechselnden Kernen arbeiten wir mit verstellbaren Auflagen. Vakuum scheidet meist aus, weil die Oberfläche zu porös ist.

Hält die Technik den Formsand aus?

In der richtigen Ausführung ja: gekapselte Führungen, pneumatische Antriebe ohne Elektronik an der Last und eine Bauform, die Sand abwirft statt ihn zu sammeln. Wir planen für diese Umgebung einen verkürzten Wartungsplan ein.

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