Fachlexikon

Eigengewicht

Das Gewicht von Greifer, Traverse und Zwischenstücken, das zur Nutzlast hinzukommt. Es wird regelmäßig unterschätzt: Eine Vakuumtraverse mit sechs Saugern wiegt schnell 40 kg, ein Klemmgreifer mit Drehachse mehr. Für die Auslegung zählt die Summe aus Nutzlast und Eigengewicht – und für das Kippmoment beide mit ihrem jeweiligen Abstand zum Drehpunkt.

Auch
Totlast · Eigenlast · Gewicht des Lastaufnahmemittels
Wird auch genannt
  • Totlast
  • Eigenlast
  • Gewicht des Lastaufnahmemittels
01

Das Gewicht, das immer mitfährt

Das Eigengewicht ist die Masse all dessen, was zwischen Hubgerät und Werkstück hängt: Greifer, Traverse, Dreh- und Schwenkeinheit, Adapter, Schläuche, Bediengriff. Es hängt bei jedem Hub am Gerät, mit Werkstück und ohne. Weil es nichts zum Transport beiträgt, heißt es auch Totlast.

Für die Auslegung gilt: Nutzlast gleich Traglast minus Eigengewicht. Ein Gerät mit 125 kg Traglast und einem Greifer von 28 kg hebt Werkstücke bis 97 kg – nicht bis 125.

02

Warum es regelmäßig unterschätzt wird

In der Anfrage steht das Werkstückgewicht, weil es bekannt ist. Das Lastaufnahmemittel existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sein Gewicht ergibt sich erst aus der Konstruktion – und wächst mit jeder Anforderung: Drehen, Schwenken, mehrere Werkstückgrößen, Abwurfsicherung.

Als grobe Orientierung wiegen einfache Lasthaken und Schlaufen wenige Kilogramm, mechanische Greifer mit Drehfunktion und Vakuumtraversen mit mehreren Saugern ein Vielfaches davon. Belastbar ist erst die Zahl aus dem Entwurf des Greifers; bis dahin wird mit einem großzügigen Schätzwert gerechnet.

03

Wo das Eigengewicht noch eingeht

Im Kippmoment zählt es mit seinem Abstand zur Drehachse – und der Greifer sitzt ganz außen. Beim Balancer muss es ausgeglichen werden: Das Gerät hält zwei Zustände im Gleichgewicht, den leeren Greifer und den Greifer mit Werkstück. Je schwerer der Greifer im Verhältnis zur Last, desto mehr Masse bewegt der Bediener bei jeder Leerfahrt.

Auch das Tragwerk selbst hat ein Eigengewicht. Es belastet Laufbahn, Decke oder Fundament dauerhaft und gehört in die Lastangaben für das Gebäude.

04

Wie sich Eigengewicht sparen lässt

Jedes Kilogramm am Greifer zählt doppelt: Es fehlt an der Nutzlast und es wird bei jedem Zyklus zweimal bewegt.

  • Aluminium und hochfeste Profile statt massiver Stahlbauteile, wo die Steifigkeit es zulässt
  • Funktionen trennen: lieber zwei einfache Greifer mit Schnellwechsler als ein schwerer Universalgreifer
  • Dreh- und Schwenkachsen nur dort, wo der Ablauf sie wirklich braucht
  • Antriebe und Ventile nah an die Aufhängung legen, nicht ans äußere Ende
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Kennzeichnung

Ein Lastaufnahmemittel ist mit seiner Tragfähigkeit gekennzeichnet. Macht das Eigengewicht einen nennenswerten Anteil der Tragfähigkeit aus, wird nach EN 13155 auch das Eigengewicht angegeben. So lässt sich am Arbeitsplatz prüfen, ob Hubgerät, Lastaufnahmemittel und Werkstück zusammenpassen.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Eigengewicht

Wie berechne ich die Nutzlast?

Traglast des Hubgeräts minus Eigengewicht von Greifer, Traverse und Anschlagmitteln. Das Ergebnis ist das schwerste Werkstück, das gehoben werden darf.

Woher bekomme ich das Eigengewicht eines vorhandenen Greifers?

Vom Typenschild oder aus der Dokumentation des Lastaufnahmemittels. Fehlt die Angabe, wird gewogen – mit allen Anbauten, Schläuchen und dem Bediengriff.

Ist ein schwerer Greifer ein Sicherheitsproblem?

Nicht, solange die Summe aus Greifer und Werkstück innerhalb der Traglast bleibt. Er ist ein Problem der Bedienbarkeit: Mehr Masse bedeutet höhere Kräfte beim Beschleunigen und Abbremsen von Hand.

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