Fachlexikon

Entstapeln

Das Trennen des obersten Teils von einem Stapel gleichartiger Teile. Bei Blechen, Platten und ineinander liegenden Behältern ist das anspruchsvoller, als es klingt: Öl, Unterdruck und Verzahnung lassen zwei Teile aneinander haften. Übliche Antworten sind versetzte Sauger, die das Teil anwinkeln, Abstreifer oder Doppelblechmelder, die den Fehlgriff erkennen, bevor er zum Schaden führt.

Auch
Vereinzeln · Abstapeln · Stapelabbau
Wird auch genannt
  • Vereinzeln
  • Abstapeln
  • Stapelabbau
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Warum das oberste Teil nicht allein kommt

Im Stapel liegen gleiche Teile flächig aufeinander. Zwischen geölten Blechen wirkt der Ölfilm wie ein Kleber, zwischen glatten Platten entsteht beim Abheben Unterdruck, konische Behälter klemmen ineinander, Kartonzuschnitte verhaken an der Kante.

Die Folge ist der Doppelgriff: Der Greifer hebt zwei Teile, und das zweite fällt irgendwann – auf den Stapel, auf den Boden oder in die Maschine. Entstapeln ist deshalb weniger eine Frage des Hebens als des Trennens.

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Trennen: die gebräuchlichen Hilfen

Welche Hilfe wirkt, hängt vom Werkstoff und von der Ursache der Haftung ab. Häufig werden mehrere kombiniert.

  • Anheben über Eck oder Kante: Das Teil wird geschält statt flächig abgezogen, Luft kann einströmen.
  • Trennluft: Düsen blasen zwischen die obersten Teile.
  • Spreizmagnete: Sie fächern die obersten Stahlbleche am Stapelrand auf.
  • Abstreifer und Bürsten am Stapelrand halten das zweite Teil zurück.
  • Doppelblechkontrolle: Ein Sensor erkennt den Doppelgriff, bevor das Teil weiterbewegt wird.
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Die Höhe ändert sich mit jedem Teil

Ein voller Stapel beginnt oft über Brusthöhe und endet am Boden. Von Hand heißt das: Am Anfang wird über Schulterhöhe gegriffen, am Ende in tiefer Beugung – beides ungünstige Haltungen, die sich mit jedem Stapel wiederholen.

Ein Hubtisch hält die Entnahmehöhe konstant. Eine Hebehilfe gleicht die Höhe über ihren Hubweg aus und nimmt zusätzlich das Gewicht ab. Für die Auslegung ist die volle Spanne maßgebend: höchste Aufnahme beim vollen, tiefste beim fast leeren Stapel.

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Handgeführt oder automatisch

An Pressen und Blechbearbeitungsmaschinen mit hoher Stückzahl ist das automatische Entstapeln Stand der Technik – mit Trennhilfen und Doppelblechkontrolle als festen Bestandteilen. Voraussetzung sind gleichbleibende Stapel an definierter Position.

Bei wechselnden Formaten, gemischten Stapeln oder kleinen Losen entstapelt der Werker mit einem handgeführten Gerät. Er sieht den Doppelgriff und löst ihn, bevor er zum Problem wird. Der Greifer muss dafür das Anwinkeln des Teils zulassen.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Entstapeln

Was ist der Unterschied zwischen Entstapeln und Depalettieren?

Entstapeln trennt gleiche Teile, die flächig aufeinander liegen – Bleche, Platten, Behälter. Depalettieren trägt Lagen aus mehreren nebeneinander stehenden Gebinden von einer Palette ab. Beim Entstapeln ist das Trennen die Schwierigkeit, beim Depalettieren das Lagenbild.

Wie wird ein Doppelgriff erkannt?

In automatischen Anlagen durch eine Doppelblechkontrolle, die Dicke oder Gewicht des aufgenommenen Teils prüft. Beim handgeführten Arbeiten erkennt ihn der Werker – am Gewicht, das das Gerät anzeigt oder das er spürt, und am Blick auf die Kante.

Lassen sich ineinander gesteckte Behälter mit einem Sauger trennen?

Selten zuverlässig, weil die Klemmkraft im Stapel die Haltekraft übersteigen kann und der untere Behälter mitkommt. Üblich ist ein Greifer, der den oberen Behälter am Rand fasst und den nächsten zurückhält.

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