Fachlexikon

Positioniertechnik

Technik, die eine Last nicht nur bewegt, sondern in eine genau definierte Lage bringt und dort hält. In der handgeführten Handhabungstechnik heißt das: reaktionsarme Bewegung, begrenzte Endgeschwindigkeit und ein Arm, der die Last stehen lässt, sobald die Hand sie loslässt.

Auch
Positioniersysteme · Feinpositionierung
Wird auch genannt
  • Positioniersysteme
  • Feinpositionierung
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Bewegen ist nicht Positionieren

Eine Last von der Palette auf den Tisch zu heben ist eine Bewegung. Sie in eine Vorrichtung einzusetzen, auf zwei Stifte zu fädeln oder gegen einen Anschlag anzulegen ist eine Positionierung: Die Last muss an einem bestimmten Ort in einer bestimmten Orientierung ankommen und dort bleiben, bis sie gespannt oder verschraubt ist.

Positioniertechnik umfasst alles, was das möglich macht – am handgeführten Gerät ebenso wie an der automatischen Achse.

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Was ein handgeführtes Gerät können muss

Beim Positionieren von Hand liefert der Mensch das Auge und das Gefühl, das Gerät die Ruhe. Dafür braucht es vier Eigenschaften.

  • Starre Führung: Eine Last am Seil pendelt; ein Arm oder eine Hubachse hält sie ruhig.
  • Stehenbleiben: Lässt die Hand los, darf die Last weder absinken noch nachlaufen.
  • Geringe Losbrechkraft: Muss für jede kleine Korrektur erst Reibung überwunden werden, schießt die Bewegung über das Ziel hinaus.
  • Feinfühliges Heben und Senken: langsam auf den letzten Millimetern, ohne Ruck beim Aufsetzen.
03

Hilfen, die die Genauigkeit liefern

Die letzten Zehntelmillimeter erreicht niemand durch Führen von Hand. Sie kommen aus der Vorrichtung: Einführschrägen, Zentrierstifte und Anschläge übernehmen die Feinlage, sobald das Bauteil grob vorpositioniert ist. Damit das Bauteil seiner Zentrierung folgen kann, braucht der Greifer etwas Nachgiebigkeit – eine schwimmende Lagerung oder ein Ausgleichselement.

Am Gerät selbst helfen Feststellbremsen, die einzelne Achsen sperren, und Schwenkbegrenzungen, die den Arm in einer wiederholbaren Stellung anschlagen lassen.

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Automatisches Positionieren

Angetriebene Achsen mit Wegmesssystem fahren eine programmierte Position selbstständig an. Zwei Kenngrößen beschreiben, wie gut: Die Positioniergenauigkeit gibt an, wie nah die Achse der vorgegebenen Position kommt, die Wiederholgenauigkeit, wie eng die Ergebnisse bei wiederholtem Anfahren beieinander liegen. Für Industrieroboter sind beide Größen und ihre Messung in ISO 9283 beschrieben.

In der Praxis zählt meist die Wiederholgenauigkeit: Eine gleichbleibende Abweichung lässt sich einmal korrigieren, eine streuende nicht.

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Wann welcher Weg

Handgeführtes Positionieren passt, wenn die Teile wechseln, die Lose klein sind oder das Fügen Gefühl verlangt. Automatisches Positionieren passt, wenn dieselbe Position sehr oft angefahren wird und die Teile gleichbleibend bereitstehen. Dazwischen liegen Mischformen: handgeführt bis kurz vor das Ziel, das letzte Stück über eine Zentrierung oder eine angetriebene Achse.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Hilfsmittel für genaues Positionieren

Hilfsmittel Wo Wirkung
Einführschräge, Zentrierstift Vorrichtung oder Bauteil Führt das Teil auf den letzten Millimetern in die Solllage
Anschlag Vorrichtung Legt eine Richtung eindeutig fest
Schwimmende Lagerung Greifer Lässt das Teil der Zentrierung folgen
Feststellbremse Gelenke und Achsen des Geräts Sperrt eine Bewegung, während eine andere ausgeführt wird
Schwenkbegrenzung Arm oder Ausleger Wiederholbare Endstellung, Schutz vor Kollision
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Positioniertechnik

Wie genau lässt sich eine Last von Hand positionieren?

Das hängt weniger vom Gerät ab als von der Vorrichtung. Ein starr führendes Gerät bringt die Last ruhig in die Nähe der Solllage; die eigentliche Genauigkeit liefern Zentrierungen und Anschläge. Pauschale Millimeterangaben wären unseriös.

Was ist der Unterschied zwischen Positionier- und Wiederholgenauigkeit?

Die Positioniergenauigkeit beschreibt die Abweichung zwischen vorgegebener und erreichter Position. Die Wiederholgenauigkeit beschreibt, wie stark die erreichten Positionen bei mehrfachem Anfahren derselben Vorgabe streuen.

Warum lässt sich mit einem Balancer schlecht positionieren?

Weil die Last am Seil hängt. Sie pendelt nach jeder seitlichen Bewegung und weicht aus, sobald sie einen Anschlag berührt. Für Positionieraufgaben ist eine starre Führung die richtige Bauart.

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