Fachlexikon

Hubwerk

Die Baugruppe, die die Hubbewegung erzeugt – Motor, Getriebe, Bremse und Tragmittel. Im Kranbau wird das Hubwerk nach Triebwerksgruppen eingestuft, die aus Lastkollektiv und Laufzeit die zu erwartende Lebensdauer ableiten. Eine zu niedrige Einstufung ist der häufigste Grund dafür, dass ein Gerät nach zwei Jahren Dreischichtbetrieb Verschleißerscheinungen zeigt, die niemand erwartet hat.

Auch
Hubeinheit · Hebewerk · Antriebseinheit
Wird auch genannt
  • Hubeinheit
  • Hebewerk
  • Antriebseinheit
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Die Bestandteile

Das Hubwerk ist die Baugruppe eines Hebezeugs, die die Last hebt, senkt und hält. Dazu gehören der Motor, das Getriebe, die Bremse, die Seiltrommel oder das Kettenrad und das Tragmittel selbst. Hinzu kommen die Einrichtungen, die den Betrieb begrenzen: der Hubbegrenzer für die Endlagen und die Überlastsicherung.

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Die Triebwerksgruppe

Zwei Hubwerke gleicher Traglast können sehr unterschiedlich gebaut sein – je nachdem, wie oft und wie schwer sie arbeiten sollen. Diese Beanspruchung drückt die Triebwerksgruppe aus. Sie ergibt sich aus zwei Größen: der mittleren täglichen Laufzeit und dem Lastkollektiv, also der Frage, ob das Hubwerk überwiegend leichte Lasten oder regelmäßig die volle Traglast hebt.

Gebräuchlich sind zwei Bezeichnungssysteme, die einander entsprechen: die Gruppen nach FEM 9.511 und die Klassen M nach ISO 4301-1. Je höher die Gruppe, desto größer die Laufzeit oder das Lastkollektiv, für die das Hubwerk bemessen ist.

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Theoretische Nutzungsdauer

Aus der Triebwerksgruppe folgt eine theoretische Nutzungsdauer. Ein Hubwerk, das leichter beansprucht wird als angenommen, verbraucht sie langsamer; eines, das im Dreischichtbetrieb ständig nahe der Traglast arbeitet, entsprechend schneller.

Der verbrauchte Anteil wird aus Betriebsstunden und tatsächlichem Lastkollektiv ermittelt und bei der wiederkehrenden Prüfung dokumentiert; das Verfahren beschreibt FEM 9.755. Ist die theoretische Nutzungsdauer erreicht, darf das Hubwerk erst nach einer Generalüberholung weiterbetrieben werden.

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Bremse und Überlastsicherung

Die Bremse eines kraftbetriebenen Hubwerks ist so gebaut, dass sie ohne Energie schließt: Fällt der Strom aus, hält sie die Last. Die Maschinenrichtlinie verlangt außerdem für Maschinen mit einer Tragfähigkeit ab 1.000 Kilogramm oder einem Kippmoment ab 40.000 Newtonmetern Einrichtungen, die vor Überlastung warnen und gefährliche Bewegungen verhindern.

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Der häufigste Auslegungsfehler

Ausgewählt wird oft nur nach Traglast und Preis. Ein Hubwerk in zu niedriger Triebwerksgruppe trägt die Last vom ersten Tag an problemlos – und zeigt nach kurzer Zeit im Mehrschichtbetrieb Verschleiß an Bremse, Getriebe und Tragmittel. Die richtige Frage lautet deshalb nicht nur „wie schwer“, sondern auch „wie oft, wie lange und mit welchem Anteil an der Traglast“.

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Übersicht

Triebwerksgruppen: FEM und ISO im Vergleich

Gruppe nach FEM 9.511 Klasse nach ISO 4301-1
1Bm M3
1Am M4
2m M5
3m M6
4m M7
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Hubwerk

Was ist ein Lastkollektiv?

Es beschreibt, wie sich die gehobenen Lasten über die Laufzeit verteilen. Ein leichtes Kollektiv bedeutet: meist kleine Lasten, selten die volle Traglast. Ein schweres Kollektiv bedeutet: regelmäßig Lasten nahe der Traglast.

Wie erfahre ich, wie viel Nutzungsdauer verbraucht ist?

Aus den Betriebsstunden und dem tatsächlichen Lastkollektiv. Ein Betriebsstundenzähler oder ein Lastkollektivspeicher liefert verlässliche Werte; ohne sie wird geschätzt und mit einem Zuschlag gerechnet. Das Ergebnis gehört in die Prüfdokumentation.

Was geschieht, wenn die theoretische Nutzungsdauer erreicht ist?

Dann steht eine Generalüberholung an, bei der der Hersteller oder eine von ihm beauftragte Stelle die festgelegten Bauteile prüft und ersetzt. Danach beginnt eine neue Nutzungsperiode.

Kann ich ein Hubwerk in höherer Triebwerksgruppe mit mehr Last betreiben?

Nein. Die Triebwerksgruppe sagt nichts über eine höhere Traglast aus, sondern über die Lebensdauer bei gegebener Beanspruchung. Die Traglast auf dem Typenschild gilt unverändert.

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