Fachlexikon

Manipulator

Handgeführtes Gerät mit starrer Kinematik, das die Last trägt und der Bediener nur noch führt. Im Unterschied zum Balancer nimmt der starre Arm auch seitliche Kräfte und Kippmomente auf – deshalb ist er die richtige Bauart, sobald gefügt, gedreht oder gegen einen Anschlag gearbeitet wird. Gebräuchliche Bauformen sind Säulen-, Knickarm- und Hubachsengeräte.

Auch
Industriemanipulator · Handhabungsgerät · Gelenkarm-Manipulator
Wird auch genannt
  • Industriemanipulator
  • Handhabungsgerät
  • Gelenkarm-Manipulator
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Was ein Manipulator ist

Ein Manipulator ist ein handgeführtes Handhabungsgerät: Das Gerät trägt das Gewicht, der Mensch bestimmt die Bewegung. Sein Kennzeichen ist die starre Kinematik zwischen Aufhängung und Last – ein Arm oder eine Achse statt eines Seils. Dadurch nimmt er nicht nur die Gewichtskraft auf, sondern auch Querkräfte und Momente, etwa aus einer außermittig gegriffenen Last.

Ein Manipulator ist kein Roboter. Er hat kein Programm und fährt keine Bahn selbstständig ab; jede Bewegung entsteht an der Hand des Bedieners. Im Regelwerk werden solche Geräte in DIN EN 14238 als handgeführte Manipulatoren behandelt. Als Maschine im Sinne der Maschinenrichtlinie tragen sie eine CE-Kennzeichnung.

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Wie der Lastausgleich arbeitet

Ein Antrieb – meist ein Pneumatikzylinder, zunehmend auch ein Elektroantrieb – erzeugt eine Kraft, die dem Gewicht der Last entgegenwirkt. Entweder wird der Ausgleich für eine bekannte Last voreingestellt und zwischen „mit Last“ und „ohne Last“ umgeschaltet, oder das Gerät erfasst das Gewicht nach dem Greifen selbst. Bei der dritten Variante steuert der Bediener Heben und Senken feinfühlig über den Griff.

Ausgeglichen wird das Gewicht, nicht die Masse. Eine schwere Last lässt sich mit wenig Kraft halten, muss aber weiterhin beschleunigt und abgebremst werden. Deshalb fühlt sich ein großer Manipulator träger an als ein kleiner, und deshalb zählt bei schweren Teilen die ruhige Bewegung mehr als die schnelle.

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Bauarten und Aufstellung

Die Bauarten unterscheiden sich darin, wie die Last geführt wird und wie das Gerät im Raum steht.

  • Knickarm-Manipulator: zweigliedriger Arm, der um Hindernisse herumgreift.
  • Parallelogramm-Manipulator: der Arm hebt und senkt, die Werkzeugaufnahme bleibt dabei waagerecht.
  • Hubachsengerät: starre senkrechte Achse für exaktes Fügen von oben.
  • Knickarm mit Seilgerät: große Reichweite mit großem Hubweg, aber nur begrenzt querkraftfest.
  • Aufstellung: Säule am Boden, hängend an Decke oder Schienensystem, mobil auf ballastierter Grundplatte.
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Wo die Grenzen liegen

Ein Manipulator scheitert selten an der Traglast. Maßgebend ist das Moment aus Last mal Ausladung, das am Fußpunkt oder an der Aufhängung in das Bauwerk geht – der Boden, die Dübel oder die Hallenkonstruktion müssen es aufnehmen. Zur Traglast zählt immer auch der Greifer.

Der Arbeitsbereich endet an der Reichweite des Arms; wer mehrere Plätze bedienen will, braucht ein Schienensystem. Und der Greifer entscheidet über die Akzeptanz: Dauert das Aufnehmen länger als das Heben von Hand, bleibt das Gerät stehen. Für reinen Transport über lange Wege ist ein Kran das passendere Mittel, für vollständig gleichförmige Abläufe mit hohem Takt die Automatisierung.

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Übersicht

Bauarten im Überblick

Bauart Stärke Grenze
Knickarm-Manipulator Führt die Last starr, erreicht verdeckte Punkte Moment am Fußpunkt, begrenzter Hubweg
Hubachse Exakt senkrechte Führung, nimmt Momente auf Braucht Bauhöhe über der Last
Knickarm mit Seilgerät Große Reichweite und großer Hubweg Querkräfte nur begrenzt
Seilbalancer (zum Vergleich) Schnell, leicht, großer Hubweg Führt die Last nicht, nimmt keine Querkraft auf
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Manipulator

Braucht ein Manipulator einen Schutzzaun?

In der Regel nicht. Das Gerät wird von Hand geführt, der Bediener steht bestimmungsgemäß an der Last. Welche Schutzmaßnahmen im Einzelfall nötig sind, ergibt sich aus der Risikobeurteilung des Herstellers und der Gefährdungsbeurteilung des Betreibers.

Was passiert bei einem Ausfall von Druckluft oder Strom?

Die Last darf nicht unkontrolliert absinken oder herabfallen – das verlangt die Maschinenrichtlinie für alle Maschinen zum Heben von Lasten. Pneumatische Geräte lösen das üblicherweise mit Rückschlagventilen, die den Druck im Zylinder halten, elektrische mit einer Bremse.

Muss ein Manipulator regelmäßig geprüft werden?

Ja. Er ist ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung. Die Frist der wiederkehrenden Prüfung legt der Betreiber in der Gefährdungsbeurteilung fest; üblich ist mindestens einmal jährlich durch eine zur Prüfung befähigte Person.

Wann ist ein Balancer die bessere Wahl?

Wenn die Last nur angehoben, bewegt und frei abgesetzt wird. Sobald gefügt, gedreht, gegen einen Anschlag gearbeitet oder außermittig gegriffen wird, braucht es die starre Führung des Manipulators.

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