Fachlexikon

Robotik

Programmierbare Kinematik, die eine festgelegte Bewegung selbstständig ausführt. Sie ist überlegen, wenn sich dieselbe Bewegung sehr oft wiederholt und der Prozess stabil bleibt. Sobald Varianten, Nacharbeit oder kurze Serien dazukommen, ist der handgeführte Manipulator meist die wirtschaftlichere Wahl.

Auch
Industrierobotik · Industrieroboter · Cobot
Wird auch genannt
  • Industrierobotik
  • Industrieroboter
  • Cobot
01

Was ein Industrieroboter ist

Nach ISO 8373 ist ein Industrieroboter ein automatisch gesteuerter, frei programmierbarer Mehrzweck-Manipulator, der in drei oder mehr Achsen programmierbar ist. Das Entscheidende steckt im Wort programmierbar: Der Roboter führt eine Bewegung aus, die ihm vorher beigebracht wurde – schnell, wiederholgenau und ohne zu ermüden.

Die Traglast eines Roboters schließt den Greifer ein und gilt für einen bestimmten Abstand des Lastschwerpunkts vom Flansch. Ein schwerer Greifer oder ein weit ausladendes Bauteil verringern, was tatsächlich bewegt werden kann.

02

Sicherheit: Zaun, Sensorik oder Kollaboration

Ein Roboter bewegt Masse mit hoher Geschwindigkeit und sieht nicht, wer in seinem Arbeitsraum steht. Die Sicherheitsanforderungen an Roboter und Roboteranlagen regelt die Normenreihe ISO 10218. Üblich ist die Trennung durch Schutzzaun und verriegelte Türen oder die Überwachung des Raums durch Sensoren.

Kollaborierende Roboter – Cobots – dürfen sich den Arbeitsraum mit dem Menschen teilen. Die technische Spezifikation ISO/TS 15066 beschreibt dafür unter anderem Grenzen für Kraft und Druck bei einem Kontakt. Daraus folgt in der Praxis eine begrenzte Geschwindigkeit und Traglast. Und: Kollaborierend ist nie der Roboter allein, sondern die ganze Anwendung einschließlich Greifer und Werkstück – ein scharfkantiges Blech bleibt gefährlich.

03

Wann Robotik überlegen ist

Der Roboter gewinnt, wenn sich dieselbe Bewegung in großer Zahl wiederholt, die Teile geordnet bereitstehen und der Prozess stabil läuft. Dann liefert er einen gleichbleibenden Takt über drei Schichten.

  • Hohe Stückzahl je Variante und wenige Varianten.
  • Teile in definierter Lage oder zuverlässig erkennbar.
  • Umgebung, die für Menschen ungeeignet ist: Hitze, Staub, Gefahrstoffe.
  • Fachwissen für Programmierung und Instandhaltung im Haus oder schnell erreichbar.
04

Wann der handgeführte Manipulator passt

Sobald Varianten, kurze Serien, Nacharbeit oder ein Urteil des Werkers ins Spiel kommen, verschiebt sich die Rechnung. Ein handgeführter Manipulator trägt das Gewicht und überlässt Weg und Entscheidung dem Menschen. Er braucht kein Programm, keine Bildverarbeitung und keinen Schutzzaun, und er nimmt schwere Lasten auf, bei denen ein Cobot an seine Grenze kommt.

Der typische Fehler ist, die Entscheidung als Frage der Modernität zu behandeln. Sie ist eine Frage von Stückzahl, Varianz und Prozessstabilität.

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Übersicht

Industrieroboter, Cobot und handgeführter Manipulator

Merkmal Industrieroboter Cobot Handgeführter Manipulator
Bewegung führt das Programm das Programm der Mensch
Absicherung Schutzzaun oder Raumüberwachung Kraft- und Druckbegrenzung nach Risikobeurteilung Mensch führt, Gerät hält die Last sicher
Varianten je Variante ein Programm je Variante ein Programm ohne Aufwand
Stärke Takt und Wiederholgenauigkeit Zusammenarbeit bei kleinen Lasten schwere Lasten bei wechselnden Aufgaben
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Robotik

Ist ein Manipulator ein Roboter?

Im Sprachgebrauch der Handhabungstechnik nicht. Dort ist ein Manipulator ein handgeführtes Gerät ohne programmierten Ablauf; für diese Geräte gibt es mit EN 14238 eine eigene Norm. In der Robotik bezeichnet das Wort dagegen den Arm des Roboters – daher die häufige Verwechslung.

Braucht ein Cobot wirklich keinen Schutzzaun?

Das entscheidet die Risikobeurteilung der Anwendung, nicht der Roboter. Greifer, Werkstück, Geschwindigkeit und mögliche Kontaktstellen werden bewertet. Viele Cobot-Anwendungen kommen ohne Zaun aus, manche nicht.

Kann ein Roboter später einen Manipulator ersetzen?

Wenn die Stückzahl steigt und die Varianten abnehmen, ja. Die Erfahrung aus dem handgeführten Betrieb – Greifpunkte, Wege, Störungen – ist dann die beste Grundlage für das Lastenheft der Automatisierung.

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