Fachlexikon

Fügen

Das Zusammenbringen zweier Bauteile in eine definierte Lage – gesteckt, geschraubt, eingepresst oder eingehängt. Für die Handhabungstechnik ist Fügen das entscheidende Wort: Sobald gefügt wird, treten seitliche Kräfte und Momente auf, die ein pendelndes Seil nicht aufnehmen kann. Wo gefügt wird, ist der starre Arm die richtige Bauart; wo nur gehoben und abgesetzt wird, genügt der Balancer.

Auch
Montieren · Einsetzen · Zusammenbauen
Wird auch genannt
  • Montieren
  • Einsetzen
  • Zusammenbauen
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Fügen nach DIN 8593

Fügen ist das dauerhafte Verbinden von zwei oder mehr Werkstücken. DIN 8593 ordnet die Verfahren in Gruppen – vom Zusammensetzen über das An- und Einpressen bis zum Schweißen, Löten und Kleben.

Für die Handhabungstechnik zählen vor allem die ersten Gruppen: einlegen, einschieben, einhängen, aufstecken, verschrauben, einpressen. Bei allen muss ein Bauteil nicht nur an einen Ort gebracht, sondern in einer bestimmten Richtung und Lage in ein anderes hineinbewegt werden.

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Warum Fügen mehr ist als Absetzen

Beim Absetzen wirkt nur das Gewicht, senkrecht nach unten. Beim Fügen kommen Kräfte quer dazu: Das Bauteil wird gegen eine Zentrierung geschoben, in eine Passung gedrückt, um einen Bolzen gedreht. Liegt der Schwerpunkt nicht unter dem Aufhängepunkt, entsteht zusätzlich ein Moment.

Ein Seil oder eine Kette überträgt nur Zug. Jede Querkraft lenkt die Last aus, und sie pendelt zurück, sobald der Werker loslässt. Wer so fügt, hält das Bauteil mit Körperkraft in Position – genau die Belastung, die das Gerät abnehmen sollte.

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Welche Bauart zum Fügen passt

Wird nur gehoben und abgesetzt, genügt ein Balancer am Seil. Wird gefügt, braucht es eine starre Kinematik: einen Knickarm oder eine Hubachse, die Querkräfte und Momente in das Tragwerk leiten und das Bauteil in jeder Lage ruhig halten.

Der Greifer muss dazu passen. Er hält das Bauteil in der Fügelage – nicht in der Lage, in der es im Behälter liegt – und lässt die Fügestelle frei. Häufig braucht er eine Dreh- oder Schwenkeinheit, um zwischen Aufnahme- und Fügelage zu wechseln.

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Nachgiebigkeit: starr führen, fein ausgleichen

Zwei Bauteile treffen nie exakt aufeinander. Ein vollkommen starres System würde verkanten. Handgeführte Geräte lösen das über den Werker: Er spürt den Widerstand und korrigiert. Voraussetzung ist, dass sich das Gerät leicht und ohne Losbrechmoment bewegen lässt.

Einführschrägen, Zentrierstifte und Suchfasen an den Bauteilen erleichtern das Fügen stärker als jede Verbesserung am Gerät. Wo sie fehlen, lohnt die Frage an die Konstruktion.

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Übersicht

Absetzen und Fügen im Vergleich

Merkmal Absetzen Fügen
Kräfte Gewicht, senkrecht zusätzlich Querkräfte und Momente
Geforderte Genauigkeit Zentimeter Millimeter oder Passung
Geeignete Bauart Seilbalancer, Kettenzug starrer Arm, Hubachse
Greifer hält die Last hält die Last in Fügelage, lässt die Fügestelle frei
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Fügen

Kann man mit einem Seilbalancer fügen?

Nur, wenn senkrecht von oben ohne Querkraft gefügt wird und der Schwerpunkt unter dem Seil liegt – etwa beim Einsetzen in eine Aufnahme mit großzügiger Zentrierung. Sobald seitlich geschoben oder gegen ein Moment gehalten wird, ist der starre Arm die richtige Bauart.

Wie genau lässt sich mit einem handgeführten Manipulator fügen?

Die Genauigkeit kommt vom Werker, nicht vom Gerät: Er führt das Bauteil unter Sicht bis in die Zentrierung. Das Gerät muss dafür leichtgängig sein und die Last ohne Nachsacken halten. Passungen werden damit im Montagealltag sicher gefügt.

Nimmt das Gerät auch das Reaktionsmoment beim Verschrauben auf?

Ein Manipulator für das Bauteil ist dafür nicht gedacht. Das Reaktionsmoment eines Schraubwerkzeugs nimmt eine Drehmomentstütze auf – ein eigenes Gerät, das das Werkzeug führt.

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