Fachlexikon

Magnetgreifer

Lastaufnahmemittel, das ferromagnetische Teile über ein Magnetfeld hält. Permanentmagnete brauchen keinen Strom und fallen deshalb nicht aus; Elektromagnete lassen sich schalten, verlieren bei Stromausfall aber die Last, wenn keine Notstromversorgung vorhanden ist. Die Haltekraft hängt stark von Werkstoff, Blechdicke, Luftspalt und Oberflächenzustand ab – Rost, Farbe und Zunder senken sie erheblich.

Auch
Lasthebemagnet · Permanentmagnetgreifer · Elektromagnetgreifer
Wird auch genannt
  • Lasthebemagnet
  • Permanentmagnetgreifer
  • Elektromagnetgreifer
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Drei Bauarten

Ein Permanentmagnet hält ohne Energie. Geschaltet wird er mechanisch, meist über einen Handhebel, der den magnetischen Fluss im Inneren umlenkt. Ein Elektromagnet hält nur, solange Strom fließt; er lässt sich fernbedient schalten und in der Kraft regeln, braucht aber eine Absicherung gegen Stromausfall, etwa eine Pufferbatterie.

Der Elektropermanentmagnet verbindet beides: Ein Stromimpuls schaltet ihn ein oder aus, gehalten wird stromlos. Er ist die Bauart für automatisch oder häufig geschaltete Greifer, bei denen ein Stromausfall die Last nicht lösen darf.

02

Wovon die Haltekraft abhängt

Die auf dem Typenschild genannte Tragfähigkeit gilt für ideale Bedingungen: dickes, ebenes Werkstück aus unlegiertem Stahl, blanke Oberfläche, volle Auflage. Jede Abweichung senkt die Kraft – und die Einflüsse multiplizieren sich.

  • Luftspalt: Rost, Zunder, Farbe, Folie oder Unebenheit zwischen Magnet und Werkstück wirken wie Luft und kosten am meisten.
  • Werkstückdicke: Dünnes Blech kann den magnetischen Fluss nicht vollständig aufnehmen.
  • Werkstoff: Legierte Stähle und Gusseisen halten schlechter als Baustahl; austenitischer Edelstahl, Aluminium und Kupfer gar nicht.
  • Auflagefläche: Rundmaterial und kleine Teile bedecken die Polfläche nur teilweise.
  • Temperatur: Oberhalb der vom Hersteller genannten Grenze verliert der Magnet Kraft.
03

Abreißkraft und Tragfähigkeit

Die Tragfähigkeit eines Lasthebemagneten ist nur ein Bruchteil seiner Abreißkraft. EN 13155 verlangt für Lasthebemagnete eine Abreißkraft, die ein Mehrfaches der Tragfähigkeit beträgt; bei handbetätigten Permanent-Lasthebemagneten ist das Dreifache gebräuchlich. Diese Reserve ist kein Spielraum für den Bediener, sondern deckt Streuungen von Werkstoff und Oberfläche ab.

Die Betriebsanleitung enthält deshalb Kurven oder Tabellen, die die zulässige Last abhängig von Blechdicke, Luftspalt und Werkstoff angeben. Sie sind vor jedem neuen Einsatzfall heranzuziehen.

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Kraftrichtung und Dünnblech

Ein Magnet hält senkrecht zur Polfläche. Hängt die Last an einer senkrecht stehenden Polfläche, trägt nur die Reibung – ein Bruchteil der Abreißkraft. Lasten werden deshalb mit waagerechter Polfläche gehoben, lange Teile mit mehreren Magneten an einer Traverse, damit sie sich nicht durchbiegen und abschälen.

Bei dünnen Blechen im Stapel greift das Feld durch das oberste Blech hindurch und nimmt weitere mit. Abhilfe schaffen Magnete mit geringer Eindringtiefe und Spreizmagnete, die die Bleche vereinzeln.

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Typische Fehler

Magnetgreifer versagen selten plötzlich, sondern weil die Einsatzbedingungen nicht zur Auslegung passen: lackierte oder verzunderte Teile statt blanker, Späne zwischen Polfläche und Werkstück, beschädigte Polflächen. Teile können außerdem einen Restmagnetismus behalten, der Späne anzieht – bei nachfolgender Bearbeitung oder Montage ist das zu berücksichtigen.

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Übersicht

Bauarten von Magnetgreifern

Bauart Hält bei Stromausfall Schalten Typischer Einsatz
Permanentmagnet ja mechanisch per Handhebel Einzelteile, Werkstatt, Zuschnitt
Elektromagnet nur mit Pufferung elektrisch, Kraft regelbar Schrott, Bunde, große Lasten am Kran
Elektropermanentmagnet ja elektrischer Impuls häufiges oder ferngesteuertes Schalten
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Magnetgreifer

Warum hält der Magnet weniger als auf dem Typenschild steht?

Weil die Angabe für dickes, blankes, ebenes Werkstück aus Baustahl gilt. Dünnes Blech, ein Luftspalt durch Rost oder Farbe, legierter Stahl oder eine unvollständige Auflage senken die Haltekraft deutlich. Maßgebend sind die Abminderungskurven in der Betriebsanleitung.

Kann ein Magnet Edelstahl heben?

Austenitischen Edelstahl, etwa die gängigen Chrom-Nickel-Stähle, nicht – er ist nicht ferromagnetisch. Ferritische und martensitische Edelstähle sind magnetisch, halten aber schwächer als Baustahl.

Was passiert bei einem Elektromagneten, wenn der Strom ausfällt?

Ohne Absicherung fällt die Last. Elektromagnete zum Heben werden deshalb mit einer Pufferung ausgerüstet, die das Feld für eine begrenzte Zeit hält, und mit einer Warnung. Wo das nicht ausreicht, ist ein Permanent- oder Elektropermanentmagnet die bessere Bauart.

Wie oft muss ein Lasthebemagnet geprüft werden?

Als Lastaufnahmemittel unterliegt er der wiederkehrenden Prüfung durch eine befähigte Person; die Frist legt der Betreiber fest, üblich ist mindestens jährlich. Vor jedem Einsatz sind Polflächen und Schaltmechanik per Sicht zu kontrollieren.

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