Fachlexikon

Flächenpressung

Die Kraft je Flächeneinheit an der Berührstelle zwischen Greifer und Bauteil. Sie entscheidet, ob eine Aufnahme Spuren hinterlässt: Dünnwandige Kunststoffteile, Papphülsen, frischer Beton und lackierte Oberflächen vertragen wenig. Die Antwort ist selten weniger Kraft – die wird zum Halten gebraucht – sondern mehr Fläche: größere Backen, weichere Auflagen, zusätzliche Auflagepunkte.

Auch
Kontaktdruck · zulässige Pressung · Anpressdruck
Wird auch genannt
  • Kontaktdruck
  • zulässige Pressung
  • Anpressdruck
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Kraft durch Fläche

Die Flächenpressung ist die Kraft, die senkrecht auf eine Berührfläche wirkt, geteilt durch diese Fläche: p = F / A. Sie wird in Newton je Quadratmillimeter angegeben. Dieselbe Kraft kann harmlos oder zerstörerisch sein – je nachdem, auf welcher Fläche sie ankommt.

Ein Beispiel: 2.000 Newton Klemmkraft auf einer Backe von 40 mal 50 Millimeter ergeben 1 N/mm². Dieselbe Kraft auf einer Backe von 80 mal 100 Millimeter ergibt 0,25 N/mm² – ein Viertel, ohne dass der Griff schwächer wäre.

02

Flächen-, Linien- und Punktberührung

Die Formel setzt voraus, dass die Kraft gleichmäßig auf einer ebenen Fläche liegt. Bei einem Bolzen in einer Bohrung rechnet man mit der projizierten Fläche, also Durchmesser mal tragende Länge. Liegt ein rundes Teil auf einer ebenen Fläche oder ein dünner Dorn in einem großen Kern, berühren sich die Körper nur auf einer Linie; die örtliche Pressung ist dann um ein Vielfaches höher als der Mittelwert.

Auch eine große, starre Backe trägt nicht automatisch flächig: Ist das Bauteil uneben oder die Backe nicht ausgerichtet, liegt sie nur an einer Kante an.

03

Was das Bauteil verträgt

Die zulässige Flächenpressung hängt vom Werkstoff, von der Wanddicke und davon ab, ob ein Abdruck als Schaden gilt. Massiver Stahl verträgt viel; dünnwandige Kunststoffteile, Papphülsen, Schaumstoffe, frischer Beton, Holz und lackierte oder polierte Sichtflächen wenig. Bei hohlen Teilen kommt hinzu, dass die Wand einbeult, lange bevor der Werkstoff an der Oberfläche nachgibt.

Einen allgemeingültigen Grenzwert gibt es deshalb nicht. Belastbar sind Angaben des Bauteilherstellers oder ein Versuch am Originalteil mit der vorgesehenen Backe.

04

Der Zielkonflikt beim Klemmen

Ein Klemmgreifer braucht Kraft, um über Reibung zu halten – und genau diese Kraft erzeugt die Pressung. Weniger Kraft ist selten die Lösung, weil dann die Haltekraft fehlt. Die Stellschrauben liegen woanders:

  • Größere Auflagefläche durch breitere oder längere Backen.
  • Formbacken, die der Kontur des Bauteils folgen.
  • Weiche Beläge, die Unebenheiten ausgleichen und zugleich die Reibung erhöhen.
  • Pendelnd gelagerte Backen, die sich von selbst flächig anlegen.
  • Mehr Auflagepunkte – oder ein Anteil Formschluss, der die nötige Klemmkraft senkt.
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Pressung an tragenden Auflagen

Flächenpressung ist nicht nur ein Thema der Klemmung. Sie entscheidet auch, ob die Auflage eines C-Hakens die inneren Windungen eines Coils eindrückt, ob ein Dorn eine Papphülse beschädigt und ob eine Gabel unter einem Rand den Rand verformt. Überall dort wird die Auflage gerundet, verbreitert oder belegt, bis die Pressung zum Bauteil passt.

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Übersicht

Arten der Berührung und ihre Folgen

Berührung Pressung Beispiel am Greifer
Flächenberührung niedrig, gleichmäßig Formbacke an ebener Fläche, Auflageschale im Kern
Linienberührung örtlich hoch Rundteil an ebener Backe, dünner Dorn im großen Kern
Punktberührung örtlich sehr hoch Kante oder Spitze auf gewölbter Fläche
Kantentragen ungleichmäßig starre Backe an unebenem oder schräg liegendem Teil
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Flächenpressung

Wie berechnet man die Flächenpressung?

Kraft geteilt durch die tragende Fläche: p = F / A. Bei Bolzen und Dornen wird die projizierte Fläche aus Durchmesser mal tragender Länge eingesetzt. Das Ergebnis ist ein Mittelwert; bei Linien- oder Kantenberührung liegt die örtliche Pressung deutlich darüber.

Wie lassen sich Druckstellen am Bauteil vermeiden?

Durch mehr Fläche und eine bessere Anlage: größere oder konturangepasste Backen, weiche Beläge, pendelnde Lagerung. Weniger Klemmkraft hilft nur, wenn zugleich ein Teil der Last formschlüssig getragen wird.

Gibt es Richtwerte für die zulässige Flächenpressung?

Für Konstruktionswerkstoffe nennen Tabellenwerke Richtwerte, die aber für das konkrete Bauteil – dünnwandig, beschichtet, mit Sichtfläche – selten gelten. Verlässlich ist die Angabe des Bauteilherstellers oder ein Versuch.

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