Fachlexikon

Dreheinheit

Achse zwischen Gerät und Lastaufnahmemittel, die das Bauteil um eine oder mehrere Achsen dreht. Entscheidend ist die Lage der Drehachse: Liegt sie im Schwerpunkt der Last, genügen wenige Newton Handkraft für die ganze Drehung, und das Teil bleibt in jeder Zwischenstellung stehen. Liegt sie daneben, muss die Last gehalten werden – der häufigste Auslegungsfehler bei Wendeaufgaben.

Auch
Drehantrieb · Schwenkeinheit · Rotationsachse
Wird auch genannt
  • Drehantrieb
  • Schwenkeinheit
  • Rotationsachse
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Wozu eine Dreheinheit dient

Bauteile kommen selten in der Lage an, in der sie gebraucht werden. Die Dreheinheit sitzt zwischen Gerät und Greifer und bringt das Teil in die Einbaulage: um die senkrechte Achse, um es auszurichten, oder um eine waagerechte Achse, um es zu schwenken oder zu wenden. Mehrere Achsen lassen sich kombinieren.

Das Drehen um die senkrechte Achse ist unkritisch, weil das Gewicht dabei kein Moment erzeugt. Anspruchsvoll ist jede Drehung um eine waagerechte Achse.

02

Das Drehmoment folgt aus dem Schwerpunktabstand

Für eine waagerechte Drehachse gilt: M = m · g · e. Das Moment ist Gewichtskraft mal Abstand e zwischen Drehachse und Schwerpunkt von Bauteil und Greifer. Geht die Achse durch den Schwerpunkt, ist das Moment null – das Teil lässt sich von Hand drehen und bleibt in jeder Stellung stehen.

Ein Beispiel zeigt die Empfindlichkeit: 80 Kilogramm mit nur 50 Millimeter Schwerpunktabstand erzeugen rund 40 Newtonmeter. An einem Griff mit 0,4 Meter Hebel sind das etwa 100 Newton Handkraft – dauerhaft zu viel. Und die Last will von selbst in die Lage zurück, in der der Schwerpunkt unten liegt.

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Antriebe

Die handbetätigte Dreheinheit ist die einfachste und feinfühligste Lösung, setzt aber eine schwerpunktnahe Achse voraus; Rasten oder eine Bremse fixieren die Endlagen. Pneumatische Schwenkantriebe drehen zwischen festen Anschlägen, gedrosselt und mit Endlagendämpfung. Elektrische Antriebe mit Getriebe erlauben beliebige Zwischenstellungen und eine geregelte Geschwindigkeit.

Wechseln die Bauteile und damit der Schwerpunkt, hilft eine verstellbare Lage der Achse oder ein Antrieb, der das Restmoment übernimmt.

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Halten bei Energieausfall

Eine exzentrisch hängende Last speichert Energie. Fällt der Antrieb aus, darf sie nicht zurückschlagen. Dafür sorgen ein selbsthemmendes Getriebe, eine Bremse, die stromlos schließt, entsperrbare Rückschlagventile am Schwenkzylinder oder eine formschlüssige Verriegelung der Endlagen.

Ebenso wichtig ist die Geschwindigkeit: Eine ungedämpfte Drehung endet im Anschlag mit einem Stoß, der Greifer und Gerät belastet und den Bediener gefährdet.

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Medien durch die Drehachse

Der Greifer hinter der Dreheinheit braucht meist Druckluft, Vakuum oder Signale. Bei begrenztem Drehwinkel genügen geführte Schläuche und Kabel. Soll endlos gedreht werden, ist eine Drehdurchführung nötig – sie gehört von Anfang an in die Konstruktion, weil sie Bauraum, Gewicht und die Zahl der möglichen Kanäle bestimmt.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Antriebe für Dreheinheiten im Vergleich

Antrieb Eigenschaft Passt bei
Von Hand feinfühlig, einfach, keine Energie Achse im Schwerpunkt, gleichbleibende Teile
Pneumatisch feste Endlagen, robust 90- oder 180-Grad-Schwenk, Ex-Bereich
Elektrisch beliebige Stellungen, geregelt wechselnde Schwerpunktlage, hohe Momente
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Dreheinheit

Warum lässt sich ein Teil am Greifer schwer drehen?

Fast immer, weil die Drehachse nicht durch den gemeinsamen Schwerpunkt von Bauteil und Greifer geht. Schon wenige Zentimeter Abstand erzeugen bei schweren Teilen ein Moment, das von Hand nicht mehr beherrschbar ist.

Wie findet man die richtige Lage der Drehachse?

Aus dem Schwerpunkt des Bauteils laut CAD oder Wägung und dem Schwerpunkt des Greifers. Die Achse wird durch den gemeinsamen Schwerpunkt gelegt; bei Teilefamilien für den häufigsten oder schwersten Fall, mit Verstellung für die übrigen.

Reicht ein Reibgriff, wenn die Last gedreht wird?

In der Regel nicht allein. Beim Drehen wechselt die Kraftrichtung am Greifer, ein reibschlüssiger Griff kann rutschen. Gedrehte Lasten werden formschlüssig gegriffen oder formschlüssig gesichert.

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