Spannung aus Zwang, nicht aus Last
Eine Sekundärspannung entsteht, wenn ein Bauteil sich verformen will und daran gehindert wird. Die warme Rohrleitung will länger werden; Festpunkte, Apparatestutzen und ihre eigene Geometrie lassen das nur teilweise zu. Es gibt keine äußere Last, die im Gleichgewicht gehalten werden müsste – es gibt nur eine Verformung, die untergebracht werden muss.
Das erklärt ihre wichtigste Eigenschaft. Fließt der Werkstoff an der höchstbeanspruchten Stelle ein wenig, ist die Verformung untergebracht, und die Spannung steigt nicht weiter. Die Sekundärspannung begrenzt sich selbst.