Fachlexikon

Säulenschwenkkran

Auf dem Boden verankerte Säule mit drehbarem Ausleger, die einen kreisförmigen Arbeitsbereich bedient. Die Bauart ist einfach, günstig und schnell errichtet – sie braucht aber ein tragfähiges Fundament, weil das gesamte Kippmoment aus Last und Ausladung über den Fußpunkt in den Boden geht. Wo mehrere Plätze zusammenhängend bedient werden sollen, ist ein Schienensystem meist wirtschaftlicher.

Auch
Säulendrehkran · Schwenkarm · Säulenkran
Wird auch genannt
  • Säulendrehkran
  • Schwenkarm
  • Säulenkran
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Aufbau

Ein Säulenschwenkkran besteht aus einer am Boden verankerten Säule und einem Ausleger, der um die Säule schwenkt. Auf dem Ausleger fährt eine Laufkatze mit dem Hebezeug – Kettenzug, Seilzug oder Balancer. Geschwenkt und verfahren wird bei kleineren Kranen von Hand, indem der Bediener die Last führt; größere Krane haben elektrische Schwenk- und Fahrantriebe.

Der Arbeitsbereich ist eine Kreisfläche. Jeder Punkt darin wird durch Schwenken des Auslegers und Verfahren der Katze erreicht.

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Auslegerbauarten

Zwei Grundformen sind verbreitet. Beim abgespannten Ausleger trägt eine Zugstange oder ein Zugstab von oben mit; die Bauart ist leicht und läuft leicht, braucht aber Höhe über dem Ausleger. Der freitragende Ausleger kommt ohne Abspannung aus und nutzt die Raumhöhe besser, ist dafür schwerer.

Der Schwenkbereich reicht je nach Bauart bis zum Vollkreis. Wo Wände, Maschinen oder Verkehrswege im Weg sind, wird er durch Anschläge begrenzt.

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Fundament und Verankerung

Am Säulenfuß wirkt das Kippmoment aus Last mal Ausladung, dazu das Eigengewicht von Ausleger und Hebezeug. Es geht vollständig über die Fußplatte in den Boden. Dafür gibt es zwei Wege: die Befestigung mit Ankern auf dem vorhandenen Hallenboden oder ein eigenes Fundament mit einbetonierten Ankern.

Die Befestigung auf dem Bestandsboden setzt voraus, dass Dicke, Güte und Bewehrung der Bodenplatte bekannt sind und für das Moment nachgewiesen wurden. Ein Industrieboden, der Staplerverkehr trägt, ist damit noch nicht für die Ankerkräfte eines Schwenkkrans geeignet. Fehlen die Unterlagen, bleibt das eigene Fundament der sichere Weg.

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Auswahlkriterien

Fünf Angaben legen den Kran fest.

  • Traglast einschließlich Lastaufnahmemittel.
  • Ausladung bis zum entferntesten Punkt, der tatsächlich bedient werden muss.
  • Höhe der Auslegerunterkante – sie bestimmt zusammen mit dem Hebezeug die nutzbare Hakenhöhe.
  • Schwenkbereich und Hindernisse im Schwenkkreis.
  • Aufstellort: innen oder im Freien, wo Wind und Korrosionsschutz hinzukommen.
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Grenzen und Alternativen

Ein Säulenschwenkkran bedient einen Platz. Sollen mehrere Plätze zusammenhängend versorgt werden, ist ein Schienensystem meist wirtschaftlicher. Steht ein Hindernis zwischen Säule und Ziel, erreicht ein gerader Ausleger es nicht – dann ist ein Knickarm die passende Bauart. Und wo der Boden frei bleiben soll, kommt ein Wandschwenkkran in Betracht.

Als Kran im Sinne der DGUV Vorschrift 52 wird er vor der ersten Inbetriebnahme und danach wiederkehrend geprüft.

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Übersicht

Säulenschwenkkran und seine Alternativen

Bauart Arbeitsbereich Befestigung Passt, wenn
Säulenschwenkkran Kreisfläche Boden oder Fundament ein einzelner Platz frei im Raum steht
Wandschwenkkran Etwa Halbkreis Tragende Wand oder Stütze der Boden frei bleiben soll
Knickarm Kreisfläche, um Hindernisse herum Boden, Decke oder Schiene Hindernisse im Weg stehen
Schienensystem Linie oder Fläche Hallendach, Stützen oder Portal mehrere Plätze bedient werden
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Säulenschwenkkran

Braucht ein Säulenschwenkkran immer ein Fundament?

Nicht immer. Er kann mit Ankern auf dem vorhandenen Boden befestigt werden, wenn dessen Tragfähigkeit für das Kippmoment nachgewiesen ist. Ohne diesen Nachweis ist ein eigenes Fundament erforderlich.

Wie weit kann ein Säulenschwenkkran schwenken?

Je nach Bauart bis zu einem vollen Kreis. Manche Ausführungen sind konstruktiv auf einen kleineren Bereich begrenzt; zusätzlich lässt sich der Schwenkbereich durch Anschläge einschränken.

Muss ein Schwenkkran geprüft werden?

Ja. Er ist ein Kran und wird vor der ersten Inbetriebnahme sowie wiederkehrend geprüft, in der Regel mindestens einmal jährlich. Die Verankerung gehört zum Prüfumfang.

Kann ein Säulenschwenkkran im Freien stehen?

Ja, in einer dafür ausgelegten Ausführung. Im Freien kommen Windlasten auf Ausleger und Last hinzu, der Ausleger braucht eine Feststellung gegen selbsttätiges Schwenken, und Hebezeug und Oberflächen müssen gegen Witterung geschützt sein.

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