Fachlexikon

Rollenhandling

Handhabung von Folien-, Papier-, Vlies- und Kabelrollen sowie von Walzen in Druck, Verpackung und Weiterverarbeitung. Das Aufsetzen einer Rolle auf den Dorn ist die klassische Zwei-Mann-Aufgabe – und einer der Fälle, in denen sich eine Hebehilfe am schnellsten rechnet.

Auch
Walzenhandling · Roll Handling · Spulenhandling
Wird auch genannt
  • Walzenhandling
  • Roll Handling
  • Spulenhandling
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Die Rolle und ihre empfindlichen Stellen

Folie, Papier, Vlies, Etiketten und Verbundmaterial werden auf Hülsen gewickelt geliefert und verarbeitet. Verbreitet sind Hülsen mit 76 und 152 Millimetern Innendurchmesser, also drei und sechs Zoll. Die Rolle ist schwer, rund und an zwei Stellen empfindlich: am Umfang, wo jede Druckstelle sich durch viele Lagen zieht, und an den Stirnseiten, wo ein Stoß die Kanten staucht.

Die tragfähige Stelle ist die Hülse. Deshalb greifen die meisten Lastaufnahmemittel für Rollen im Kern.

02

Greifen im Kern oder am Umfang

Der Kerngreifer fährt in die Hülse und spreizt sich dort mechanisch oder pneumatisch. Er berührt das Material nicht und passt für verschiedene Rollendurchmesser, solange die Hülse gleich bleibt. Der Dorn trägt die liegende Rolle ohne Spreizen von innen.

Der Umfangsgreifer umfasst die Rolle von außen mit Backen oder Gurt. Er ist nötig, wenn die Hülse nicht zugänglich ist oder fehlt, verlangt aber breite, weiche Auflagen. Für stehende Rollen mit dichter Stirnseite kommen auch Vakuumgreifer in Frage.

03

Von stehend nach liegend

Rollen werden meist stehend auf der Palette geliefert – die Achse senkrecht – und liegend in die Maschine gesetzt. Dazwischen liegt eine Schwenkbewegung um neunzig Grad, bei der der Schwerpunkt der Rolle wandert.

Wird die stehende Rolle nur im Kern gehalten, hängt das gesamte Wickelgewicht an der Reibung zwischen den Lagen und der Hülse. Bei lose gewickelten oder glatten Materialien kann der Wickel dabei axial verrutschen, er „teleskopiert“. Dann braucht es einen Greifer, der zusätzlich die Stirnseite stützt.

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Aufstecken auf die Welle

Das Einsetzen in die Maschine ist eine Fügeaufgabe: Die Hülse hat auf der Wickelwelle nur wenig Spiel, die Welle ist oft einseitig gelagert und ragt frei in den Raum. Die Rolle muss fluchtend aufgeschoben werden.

  • Ein starrer Arm hält die Rolle ruhig auf Wellenhöhe; ein pendelndes Seil verlangt, dass der Werker sie von Hand ausrichtet.
  • Der Greifer muss die Rolle so weit freigeben, dass sie über die Welle geschoben werden kann – ein Dorn, der selbst in der Hülse steckt, braucht eine Übergabe.
  • Die Höhe der Welle und der Platz vor der Maschine bestimmen Hubweg und Ausladung.
  • Rollenbreite und Rollendurchmesser ändern sich mit dem Auftrag; ausgelegt wird für die größte und die kleinste Rolle.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Greifprinzipien für Rollen

Prinzip Greift Geeignet für Zu beachten
Kerngreifer (Spreizdorn) in der Hülse stehende und liegende Rollen mit stabiler Hülse Teleskopieren bei lose gewickelten Rollen
Dorn in der Hülse, ohne Spreizen liegende Rollen Übergabe auf die Welle erforderlich
Umfangsgreifer am Außendurchmesser Rollen ohne zugängliche Hülse Druckstellen am Material
Vakuum an der Stirnseite stehende Rollen mit dichter, ebener Stirnseite nicht für poröse oder versetzte Wickel
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Rollenhandling

Kann eine Person eine Rolle allein in die Maschine setzen?

Mit einem handgeführten Gerät, das die Rolle im Kern greift, schwenkt und auf Wellenhöhe hält, ja. Von Hand ist es bei üblichen Rollengewichten eine Aufgabe für zwei Personen – in gebeugter Haltung und mit einer empfindlichen Last.

Passt ein Greifer für verschiedene Hülsendurchmesser?

Spreizdorne decken einen begrenzten Durchmesserbereich ab. Für drei und sechs Zoll gibt es Greifer mit Wechselaufsätzen oder gestuften Dornen. Welche Hülsen am Arbeitsplatz vorkommen, gehört deshalb in jede Anfrage.

Wie werden Restrollen und leere Hülsen entnommen?

Mit demselben Gerät, sofern der Greifer auch die leere Hülse oder die kleine Restrolle sicher hält. Das sollte bei der Auslegung ausdrücklich geprüft werden – der kleinste Durchmesser ist für den Greifer oft schwieriger als der größte.

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