Fachlexikon

Taktzeit

Die Zeit, die einem Arbeitsschritt in einer getakteten Fertigung zur Verfügung steht. Sie ist das schärfste Auswahlkriterium für eine Hebehilfe: Ein Gerät, das den Takt bremst, wird umgangen, so ergonomisch es auch sein mag. Deshalb gehört zur Auslegung nicht nur die Hubzeit, sondern auch das Aufnehmen, das Umgreifen und das Zurückfahren in die Grundstellung.

Auch
Zykluszeit · Takt · Bearbeitungstakt
Wird auch genannt
  • Zykluszeit
  • Takt
  • Bearbeitungstakt
01

Takt ist Vorgabe, Zyklus ist Ergebnis

Die Taktzeit ergibt sich aus dem Bedarf: verfügbare Arbeitszeit geteilt durch die Stückzahl, die in dieser Zeit gebraucht wird. Bei 450 Minuten Nettoarbeitszeit und 300 Teilen je Schicht beträgt sie 90 Sekunden. Sie ist eine Vorgabe an den Arbeitsplatz.

Die Zykluszeit ist die Zeit, die der Arbeitsgang tatsächlich braucht. Liegt sie über dem Takt, staut sich die Linie. Für die Handhabung zählt deshalb nicht, wie schnell ein Gerät hebt, sondern ob der gesamte Handhabungsvorgang in den Anteil passt, den der Takt ihm lässt.

02

Den Handhabungszyklus zerlegen

Ein Zyklus besteht aus mehr als Heben und Senken. Wer nur die Hubgeschwindigkeit vergleicht, vergleicht den kleinsten Posten.

  • Greifer zum Teil führen und ausrichten
  • Greifen und Bestätigung abwarten – Vakuumaufbau, Klemmhub
  • Anheben und frei fahren
  • Verfahren zur Ablage, gegebenenfalls drehen oder schwenken
  • Positionieren und absetzen – der Schritt, der am meisten streut
  • Lösen und Rückweg zur nächsten Aufnahme
03

Wo die Sekunden wirklich liegen

Die großen Anteile sind fast immer Greifen und Positionieren. Ein Greifer, der sich selbst am Teil zentriert, spart mehr als ein schnelleres Hubwerk. Ein Balancer, bei dem die Last schwebt und von Hand geführt wird, positioniert schneller als ein Hubwerk, das über Tasten in kleinen Schritten angefahren werden muss.

Der Rückweg zählt mit. Ein schwerer Greifer macht jede Leerfahrt langsam; ein Gerät, das von selbst in die Grundstellung zurückkehrt, nimmt dem Bediener einen Schritt ab.

04

Die Messlatte ist das Heben von Hand

Eine Hebehilfe konkurriert nicht mit einer anderen Hebehilfe, sondern mit dem Griff ohne Gerät. Ist sie spürbar langsamer, wird sie umgangen, sobald der Takt drückt – und die Investition in Ergonomie wirkt nicht.

Deshalb gehören in die Anfrage die Taktzeit, der Anteil für die Handhabung und die Zahl der Hübe je Schicht. Aus der Hubzahl folgt außerdem die Beanspruchung des Geräts und damit seine Einstufung.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Zyklusanteile und ihre Stellschrauben

Schritt Was ihn verlängert Was ihn verkürzt
Greifen Ausrichten von Hand, langsamer Vakuumaufbau Selbstzentrierender Greifer, ausreichend bemessener Vakuumerzeuger
Heben und Verfahren Geringe Hubgeschwindigkeit, schwerer Ausleger Schwebende Führung, leichtes Tragwerk
Positionieren Tippbetrieb über Tasten Feinfühlige Führung von Hand, Anschläge
Rückweg Schwerer Greifer, langer Weg Leichter Greifer, Aufnahme nah an der Ablage
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Taktzeit

Was ist der Unterschied zwischen Taktzeit und Zykluszeit?

Die Taktzeit ist die Vorgabe aus dem Bedarf: verfügbare Zeit geteilt durch benötigte Stückzahl. Die Zykluszeit ist die gemessene Dauer des Arbeitsgangs. Der Zyklus muss in den Takt passen.

Ab welcher Taktzeit lohnt eine Hebehilfe nicht mehr?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Bei sehr kurzen Takten und leichten Teilen ist ein handgeführtes Gerät oft zu langsam; dann sind eine andere Arbeitsplatzgestaltung oder eine Automatisierung zu prüfen. Entscheidend ist eine Zeitaufnahme am konkreten Arbeitsplatz.

Welche Angaben braucht der Hersteller zum Takt?

Taktzeit, verfügbarer Zeitanteil für die Handhabung, Hübe je Schicht, Wege zwischen Aufnahme und Ablage und die geforderte Genauigkeit beim Absetzen.

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