Fachlexikon

DIN EN 14238

Die europäische Norm für handgeführte Manipulatoren. Sie beschreibt die Sicherheitsanforderungen an Geräte, bei denen der Bediener die Last führt, während das Gerät sie trägt – unter anderem zu Betätigungskräften, Lasthalteeinrichtungen, Verhalten bei Energieausfall und zur Kennzeichnung. Sie ist der Bezugspunkt, an dem sich die Bauart eines Manipulators messen lassen muss.

Auch
Norm für handgeführte Manipulatoren · EN 14238
Wird auch genannt
  • Norm für handgeführte Manipulatoren
  • EN 14238
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Wofür die Norm gilt

DIN EN 14238 trägt den Titel „Krane – Handgeführte Manipulatoren“. Sie ist die europäische Produktnorm für Geräte, bei denen eine Person die Last unmittelbar von Hand führt, während das Gerät das Gewicht trägt oder ausgleicht. Der Bediener steht dabei im Bewegungsbereich der Last – das unterscheidet den Manipulator vom Kran mit Hängetaster und vom Roboter hinter dem Schutzzaun, und es prägt die Sicherheitsanforderungen.

02

Einordnung im Normenwerk

Die Sicherheitsnormen für Maschinen sind in drei Ebenen gegliedert. Typ-A-Normen wie EN ISO 12100 legen Grundbegriffe und die Methodik der Risikobeurteilung fest. Typ-B-Normen behandeln einzelne Sicherheitsaspekte oder Schutzeinrichtungen, etwa EN ISO 13849-1 für sicherheitsbezogene Steuerungen. Typ-C-Normen regeln eine bestimmte Maschinenart – EN 14238 ist eine solche.

Wo eine Typ-C-Norm eine Anforderung konkret regelt, hat sie Vorrang vor den allgemeineren Normen. Harmonisierte Normen lösen die Vermutung aus, dass die abgedeckten Anforderungen des Maschinenrechts erfüllt sind; maßgeblich ist jeweils die im Amtsblatt der EU gelistete Ausgabe.

03

Welche Themen sie behandelt

Wie jede Produktnorm folgt sie einem festen Aufbau: Liste der signifikanten Gefährdungen, Sicherheitsanforderungen und Schutzmaßnahmen, Nachweis der Anforderungen, Benutzerinformation. Inhaltlich geht es um das, was den handgeführten Manipulator ausmacht.

  • Betätigungs- und Führungskräfte, die der Bediener aufbringen muss.
  • Halten der Last und Verhalten bei Ausfall der Energieversorgung.
  • Schutz vor unbeabsichtigtem Lösen der Last.
  • Bewegungen des Geräts, wenn Last aufgenommen oder abgegeben wird.
  • Kennzeichnung, Betriebsanleitung und Prüfungen.
04

Abgrenzung zu Nachbarnormen

Die Norm deckt nicht alles ab, was an einem Arbeitsplatz hängt. Nicht fest angebrachte Lastaufnahmemittel fallen unter EN 13155, kraftgetriebene Hubwerke unter EN 14492-2, Industrieroboter unter EN ISO 10218. Ein fest angebauter Greifer gehört dagegen zur Maschine und wird mit ihr bewertet.

05

Was die Norm nicht ersetzt

Eine Produktnorm beschreibt den typischen Manipulator. Die Risikobeurteilung für das konkrete Gerät bleibt Aufgabe des Herstellers – vor allem für alles, was die Norm nicht kennen kann: den Greifer, das Bauteil, den Ablauf, die Umgebung. Und sie richtet sich an den Hersteller. Die Pflichten des Betreibers – Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, wiederkehrende Prüfung – ergeben sich in Deutschland aus der Betriebssicherheitsverordnung.

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Übersicht

Normen rund um den Manipulator

Norm Gegenstand
EN ISO 12100 Risikobeurteilung und Risikominderung, Grundnorm
EN 14238 handgeführte Manipulatoren
EN 13155 nicht fest angebrachte Lastaufnahmemittel
EN 14492-2 kraftgetriebene Hubwerke
EN ISO 13849-1 sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen
EN ISO 10218 Industrieroboter
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu DIN EN 14238

Ist die Anwendung der DIN EN 14238 Pflicht?

Nein. Normen sind freiwillig; verbindlich sind die Anforderungen des Maschinenrechts. Wer eine harmonisierte Norm anwendet, hat aber die Vermutung der Konformität auf seiner Seite. Wer abweicht, muss selbst nachweisen, dass seine Lösung das gleiche Sicherheitsniveau erreicht.

Gilt die Norm auch für den Greifer?

Ein fest angebauter Greifer ist Teil des Manipulators und wird in dessen Risikobeurteilung behandelt. Ein Lastaufnahmemittel, das gesondert in Verkehr gebracht und eingehängt wird, fällt unter EN 13155.

Was unterscheidet einen Manipulator normativ von einem Roboter?

Der handgeführte Manipulator folgt in jedem Augenblick der Hand des Bedieners und führt keinen programmierten Ablauf aus. Ein Industrieroboter bewegt sich programmgesteuert und fällt unter EN ISO 10218 mit ganz anderen Schutzkonzepten.

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