Fachlexikon

Rüstzeit

Die Zeit zwischen dem letzten guten Teil einer Serie und dem ersten guten Teil der nächsten. Sie ist reiner Stillstand und damit der Ansatzpunkt jeder Wirtschaftlichkeitsrechnung in der Handhabungstechnik. Wo ein Werkzeug- oder Walzenwechsel heute zwei Personen und einen Hallenkran bindet, ist die eingesparte Rüstzeit meist die größere Position als die eingesparte Körperbelastung.

Auch
Umrüstzeit · Werkzeugwechselzeit · Umstellzeit
Wird auch genannt
  • Umrüstzeit
  • Werkzeugwechselzeit
  • Umstellzeit
01

Vom letzten Gutteil zum ersten Gutteil

Die Rüstzeit beginnt mit dem letzten guten Teil des alten Auftrags und endet mit dem ersten guten Teil des neuen. Sie umfasst also mehr als den Tausch des Werkzeugs: Abkühlen, Abklemmen, Ausbau, Transport, Einbau, Anschließen, Einstellen, Anfahren und die Teile, die bis zur Freigabe verworfen werden.

In dieser Zeit steht die Maschine. Die Kosten ergeben sich aus der Stillstandszeit mal dem Maschinenstundensatz – und aus dem, was lange Rüstzeiten erzwingen: große Lose, hohe Bestände und geringe Flexibilität.

02

Internes und externes Rüsten trennen

Die Methode der Rüstzeitverkürzung, bekannt als SMED, beginnt mit einer Unterscheidung. Internes Rüsten ist alles, was nur bei stehender Maschine geht. Externes Rüsten kann erledigt werden, während die Maschine noch oder schon wieder produziert: Werkzeug bereitstellen, vorwärmen, Hilfsmittel holen, das alte Werkzeug wegbringen.

Der erste Schritt verlagert möglichst viel nach außen. Der zweite verkürzt, was innen bleibt – durch Schnellspanner, einheitliche Anschlüsse und eine Handhabung, die nicht wartet.

03

Wo die Handhabung Zeit kostet

Bei schweren Werkzeugen, Walzen und Vorrichtungen ist der Transport oft der längste interne Posten.

  • Warten auf den Hallenkran, der an anderer Stelle gebraucht wird
  • Warten auf eine zweite Person oder einen Kranführer
  • Anschlagen mit Ketten und Ringschrauben, die erst gesucht werden
  • Mehrfaches Umsetzen, weil das Werkzeug von oben nicht in die Maschine gelangt
  • Einfädeln von Hand, weil sich die Last am Kran nicht fein führen lässt
04

Was ein eigenes Gerät am Platz ändert

Ein Handhabungsgerät, das zur Maschine gehört, ist verfügbar, wenn gerüstet wird. Ein auf das Werkzeug abgestimmtes Lastaufnahmemittel erspart das Anschlagen. Eine geführte Bewegung erlaubt es einer Person, das Werkzeug seitlich einzufahren und ohne Pendeln zu positionieren.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: Entfallen je Wechsel 15 Minuten Wartezeit und wird dreimal täglich an 220 Tagen gewechselt, sind das 165 Maschinenstunden im Jahr. Welcher Wert dem gegenübersteht, ergibt sich aus dem Stundensatz der eigenen Maschine.

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Sicherheit beim Wechsel

Rüsten ist eine Sonderbetriebsart mit eigenen Gefährdungen: schwere Teile, heiße Oberflächen, offene Schutzeinrichtungen, Zeitdruck. Ein Verfahren, das schneller ist, weil eine Sicherung übersprungen wird, ist keine Verkürzung. Gute Rüstkonzepte sind schneller, weil sie Wege und Wartezeiten streichen.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Internes und externes Rüsten

Tätigkeit Art Ansatz
Neues Werkzeug holen und bereitstellen Extern Vor dem Stillstand erledigen
Werkzeug vorwärmen Extern Vorwärmstation neben der Maschine
Altes Werkzeug lösen und ausbauen Intern Schnellspanner, eigenes Handhabungsgerät
Neues Werkzeug einbauen und anschließen Intern Geführte Handhabung, Schnellkupplungen
Altes Werkzeug ins Lager bringen Extern Nach dem Wiederanlauf erledigen
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Rüstzeit

Was zählt alles zur Rüstzeit?

Die gesamte Zeit vom letzten Gutteil des alten bis zum ersten Gutteil des neuen Auftrags – einschließlich Einstellen, Anfahren und Anlaufausschuss, nicht nur der mechanische Wechsel.

Was bedeutet SMED?

Single Minute Exchange of Die – ein Verfahren zur Rüstzeitverkürzung, das internes und externes Rüsten trennt, Tätigkeiten nach außen verlagert und die verbleibenden internen Schritte vereinfacht.

Lohnt ein eigenes Handhabungsgerät nur für den Werkzeugwechsel?

Das hängt von der Zahl der Wechsel und dem Stundensatz der Maschine ab. Wo heute auf den Hallenkran gewartet wird, ist die eingesparte Stillstandszeit meist der größte Posten der Rechnung.

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