Fachlexikon

Rilsan-Beschichtung

Lebensmittelechte Polyamid-Pulverbeschichtung, die geschlossen und porenfrei aufträgt. Sie ist schlagzäh und beständig gegen die üblichen alkalischen und sauren Reiniger der Lebensmittelindustrie – und bietet Keimen anders als eine normale Lackierung keinen Halt.

Auch
lebensmittelechte Beschichtung · Polyamid-Pulverbeschichtung
Wird auch genannt
  • lebensmittelechte Beschichtung
  • Polyamid-Pulverbeschichtung
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Was sich hinter dem Namen verbirgt

Rilsan ist der Handelsname eines Polyamids 11, eines thermoplastischen Kunststoffs, der aus Rizinusöl gewonnen wird. Als Pulver aufgeschmolzen, bildet er auf Stahl eine geschlossene, zähe Kunststoffschicht. Im Sprachgebrauch steht der Name für diese Art der Polyamid-Pulverbeschichtung insgesamt.

In der Handhabungstechnik wird sie eingesetzt, wo Stahlbauteile hygienisch reinigbar und korrosionsgeschützt sein müssen, ohne dass das ganze Bauteil aus Edelstahl gefertigt wird.

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Wie die Schicht aufgetragen wird

Üblich ist das Wirbelsintern. Das gestrahlte und meist grundierte Bauteil wird erwärmt und in ein Becken getaucht, in dem das Pulver durch eingeblasene Luft aufgewirbelt ist. Das Pulver schmilzt auf der heißen Oberfläche und verläuft zu einem geschlossenen Film. Alternativ wird elektrostatisch gesprüht und anschließend im Ofen aufgeschmolzen.

Die Schicht ist deutlich dicker als eine Lackierung – beim Wirbelsintern typischerweise mehrere Zehntelmillimeter. Sie umschließt Kanten und Schweißnähte, was einem Nasslack schwerfällt.

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Eigenschaften

Die Schicht ist porenfrei und glatt, sodass sich Schmutz und Mikroorganismen schlecht festsetzen. Sie ist schlagzäh und abriebfest, nimmt im Vergleich zu anderen Polyamiden wenig Wasser auf und ist gegen viele in der Lebensmittelindustrie übliche Reinigungsmittel beständig.

Für den Kontakt mit Lebensmitteln gibt es Typen, die den europäischen Vorschriften für Kunststoffe entsprechen. Maßgebend ist die Konformitätserklärung für das konkret verwendete Pulver – nicht der Name der Beschichtung.

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Grenzen

Die Beschichtung ist ein Schutz, kein Werkstoff. Ihre Grenzen bestimmen, wo sie passt.

  • Beschädigung: Wird die Schicht durchstoßen, rostet der Stahl darunter, und Feuchtigkeit kann die Schicht unterwandern.
  • Temperatur: Polyamid 11 ist ein Thermoplast; für dauerhaft hohe Temperaturen ist die Beschichtung nicht geeignet. Die Einsatzgrenze nennt der Beschichter.
  • Chemikalien: Starke Säuren und stark oxidierende Mittel greifen Polyamid an. Die Beständigkeit gegen das eingesetzte Reinigungsmittel ist zu prüfen.
  • Passungen und Gewinde: Die Schichtdicke verändert Maße; Funktionsflächen werden abgedeckt.
  • Elektrostatik: Die Schicht isoliert. In explosionsgefährdeten Bereichen ist das bei der Zündgefahrenbewertung zu berücksichtigen.
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Beschichteter Stahl oder Edelstahl?

Edelstahl ist durch und durch beständig: Ein Kratzer ändert nichts. Er ist deshalb die sichere Wahl im Produktbereich, bei aggressiver Nassreinigung und überall, wo mechanische Beschädigung zu erwarten ist. Beschichteter Stahl ist wirtschaftlich bei großen Tragkonstruktionen, Säulen und Auslegern außerhalb des direkten Produktbereichs – vorausgesetzt, die Schicht wird regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert und ausgebessert.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Oberflächen für Hebezeuge in Hygienebereichen

Oberfläche Stärke Grenze
Edelstahl durchgehend beständig, unempfindlich gegen Kratzer Kosten, Gewicht bei großen Bauteilen
Polyamid-11-Beschichtung porenfrei, dick, schlagzäh, umschließt Kanten Beschädigung legt Stahl frei, begrenzte Temperatur
Pulverlack wirtschaftlich, viele Farbtöne dünner, weniger schlagzäh
Nasslack einfach auszubessern Kantenabdeckung, geringere Beständigkeit
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Rilsan-Beschichtung

Ist eine Rilsan-Beschichtung lebensmittelecht?

Es gibt Typen, die für den Lebensmittelkontakt geeignet sind. Ob das für ein bestimmtes Bauteil gilt, belegt die Konformitätserklärung des Beschichters für das verwendete Pulver und den vorgesehenen Einsatz.

Kann die Beschichtung Edelstahl ersetzen?

In vielen Bereichen außerhalb des direkten Produktkontakts ja. Wo mit Schlägen, scharfen Kanten oder sehr aggressiver Reinigung zu rechnen ist, bleibt Edelstahl die robustere Lösung, weil er auch beschädigt nicht rostet.

Lässt sich eine beschädigte Beschichtung ausbessern?

Kleine Stellen lassen sich örtlich ausbessern; die Qualität der ursprünglichen Schicht wird dabei meist nicht erreicht. Bei größeren Schäden wird das Bauteil entschichtet und neu beschichtet. Wichtig ist, Schäden früh zu erkennen, bevor Rost die Schicht unterwandert.

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