Fachlexikon

Kompensator

Ein Kompensator nimmt Relativbewegungen innerhalb einer Rohrleitung auf. Je nach Bauart können axiale, laterale oder angulare Bewegungen aufgenommen werden.

Auch
Dehnungsausgleicher · Expansion Joint · Bellows Expansion Joint
Wird auch genannt
  • Dehnungsausgleicher
  • Expansion Joint
  • Bellows Expansion Joint
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Ein bewegliches Bauteil in einer starren Leitung

Ein Kompensator ist ein gezielt nachgiebiges Stück Rohrleitung. Er nimmt Bewegungen auf, die das Rohr selbst nicht ohne hohe Kräfte ertragen würde: Wärmedehnung, Setzungen, Schwingungen von Maschinen. Dafür ist er weicher und dünnwandiger als die Leitung – und deshalb das Bauteil, das am sorgfältigsten geplant, eingebaut und überwacht werden muss.

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Drei Grundbewegungen

Jeder Kompensator ist für bestimmte Bewegungen gebaut. Axial heißt: Die Leitung wird in ihrer Achse kürzer oder länger. Lateral heißt: Die beiden Enden verschieben sich quer zueinander. Angular heißt: Die Enden verdrehen sich gegeneinander um eine Querachse.

Mit mehreren Angular- oder Lateralkompensatoren lassen sich Gelenksysteme aufbauen, die große Bewegungen aufnehmen und dabei nur kleine Kräfte abgeben. Verdrehung um die Rohrachse verträgt dagegen kaum eine Bauart.

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Festpunkte und Führungen gehören dazu

Ein Kompensator funktioniert nie allein. Ein unverspannter Axialkompensator wird vom Innendruck auseinandergedrückt; diese Kraft müssen Festpunkte aufnehmen. Führungen müssen verhindern, dass die Leitung an der weichen Stelle ausknickt. Fehlt eines von beiden, zerstört der erste Druckaufbau den Kompensator oder verschiebt die Leitung.

Verspannte Bauarten mit Zugankern oder Gelenken nehmen die Druckkraft selbst auf und entlasten die Festpunkte. Sie können dafür keine axiale Bewegung aufnehmen.

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Wann ein Kompensator die richtige Wahl ist

Wo Platz ist, gleicht eine Rohrleitung ihre Dehnung am besten über ihre Führung aus – mit Richtungsänderungen und Dehnungsbögen. Der Kompensator ist die Lösung für die Fälle, in denen das nicht geht oder nicht genügt.

  • Der Platz für einen Dehnungsbogen fehlt.
  • Große Nennweiten bei niedrigem Druck würden sehr große Bögen verlangen.
  • Ein empfindlicher Maschinenanschluss verträgt nur sehr kleine Kräfte.
  • Schwingungen einer Maschine sollen von der Leitung ferngehalten werden.
  • Bauwerke oder Apparate setzen sich unterschiedlich.
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Grenzen und Lebensdauer

Kompensatoren sind für eine bestimmte Zahl von Lastwechseln bei bestimmten Bewegungen ausgelegt. Größere Bewegungen, höhere Temperaturen oder zusätzliche Schwingungen verkürzen die Lebensdauer. Elastomere altern zudem unabhängig von der Beanspruchung.

Ein Kompensator gehört deshalb in den Prüfplan der Anlage und sollte so eingebaut sein, dass er besichtigt und getauscht werden kann. Zum Ausgleich von Montagefehlern ist er nicht gedacht: Jeder Millimeter Versatz, den er beim Einbau aufnimmt, fehlt ihm im Betrieb.

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Übersicht

Kompensatoren nach Werkstoff

Bauart Typischer Einsatz Grenzen
Metallbalg Dampf, heiße Medien, höhere Drücke Empfindlich gegen Verdrehung und Korrosion der dünnen Balgwand
Gummikompensator Wasser, Pumpenanschlüsse, Schwingungsentkopplung Begrenzte Temperatur, Alterung des Elastomers
Gewebekompensator Rauchgas- und Luftkanäle Nur sehr niedrige Drücke
PTFE-Kompensator Aggressive Medien in Chemieanlagen Begrenzter Druck und begrenzte Temperatur
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Kompensator

Ist ein Kompensator wartungsfrei?

Nein. Er sollte regelmäßig auf Verformung, Korrosion, Risse und den Zustand von Zugankern und Gelenken besichtigt werden. Gummikompensatoren werden zusätzlich nach Alter beurteilt.

Kann ein Kompensator nachträglich eingebaut werden, wenn Anschlusskräfte zu hoch sind?

Ja, aber nicht ohne neue Berechnung. Ein Kompensator verändert die Kräfte in der ganzen Leitung und verlangt Festpunkte und Führungen, die vorher nicht nötig waren.

Was ist der Unterschied zwischen Kompensator und Balgkompensator?

Kompensator ist der Oberbegriff für alle Dehnungsausgleicher. Der Balgkompensator ist die Bauart mit Metallbalg – im Anlagenbau für heiße Medien die häufigste.

Braucht ein Gummikompensator Zuganker?

Wenn die Leitung keine Festpunkte hat, die die Druckkraft aufnehmen, ja. Ohne Längenbegrenzung streckt der Innendruck den Kompensator und belastet den Pumpenstutzen, den er eigentlich entlasten sollte.

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