Fachlexikon

Blechhandling

Handhabung großformatiger Bleche, Platten und Tafeln. Nicht das Gewicht ist hier das Problem, sondern die Fläche: Das Material biegt sich, die Kante schlägt auf. Deshalb wird flächig über Saugtraversen gegriffen, die für die schlechteste vorkommende Oberfläche ausgelegt sein müssen.

Auch
Plattenhandling · Tafelhandling · Blechhandhabung
Wird auch genannt
  • Plattenhandling
  • Tafelhandling
  • Blechhandhabung
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Warum die Fläche das Problem ist

Ein Blech im Mittelformat misst 2500 mal 1250 Millimeter, im Großformat 3000 mal 1500. Schon bei wenigen Millimetern Dicke lässt es sich von einer Person nicht mehr kontrolliert bewegen – nicht wegen des Gewichts, sondern weil es durchhängt, schwingt und mit der Kante aufschlägt.

Blechhandling ist deshalb zuerst eine Frage der Abstützung. Die Tafel muss an so vielen Punkten gehalten werden, dass sie eben bleibt, und so geführt, dass keine Kante frei pendelt.

02

Greifen: Vakuum, Magnet oder Klemme

Das übliche Lastaufnahmemittel ist die Saugtraverse: mehrere Saugteller an einem Rahmen, über die Fläche verteilt. Sie greift von oben, braucht keinen Zugang zur Kante und hinterlässt bei passendem Saugerwerkstoff keine Spuren.

Magnete greifen ferromagnetische Bleche schnell und ohne Dichtfläche, scheiden aber bei Edelstahl, Aluminium und beschichteten Oberflächen aus oder verlangen besondere Prüfung. Klemmgreifer fassen die Kante und eignen sich für das senkrechte Handhaben einzelner Tafeln.

03

Worauf die Auslegung achtet

Die Haltekraft eines Saugers hängt von der wirksamen Fläche, dem erreichten Unterdruck und der Oberfläche ab. Ausgelegt wird für das ungünstigste Blech, das am Arbeitsplatz vorkommt – nicht für das saubere Musterteil.

  • Öl, Zunder, Folie und Strukturbleche verringern die Dichtheit und damit die Haltekraft.
  • Beim Schwenken von waagerecht nach senkrecht trägt der Sauger die Last über Reibung – dafür ist deutlich mehr Reserve nötig als beim waagerechten Heben.
  • Dünne Bleche brauchen viele kleine Sauger, sonst hängt die Tafel zwischen den Greifpunkten durch.
  • Ein Ausfall der Vakuumversorgung darf die Last nicht sofort freigeben; dafür sorgen Speicher, Rückschlagventil und Warneinrichtung.
04

Vom Stapel bis zur Maschine

Die meisten Wege beginnen am Stapel. Dort haften Bleche durch Ölfilm und Unterdruck aneinander, und das zweite Blech kommt mit. Abhilfe schaffen Spreizmagnete, Trennluft oder ein Anheben über Eck. An der Abkantpresse kommt das Wenden dazu, am Laser das Absortieren der Teile.

Ein handgeführtes Gerät löst das Einlegen und Wenden mit einer Person. Für das reine Be- und Entladen großer Stückzahlen sind automatische Ladesysteme der Maschinenhersteller die übliche Antwort.

Was Entracon dazu anbietet, steht auf der passenden Seite.

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Übersicht

Greifprinzipien für Bleche und Platten

Prinzip Geeignet für Grenze
Vakuum (Saugtraverse) dichte, ebene Oberflächen aller Werkstoffe Öl, Zunder, poröse oder stark strukturierte Flächen
Magnet ferromagnetische Bleche nicht für Edelstahl und Aluminium; dünne Bleche nur bedingt
Klemme einzelne Tafeln, senkrechter Transport Kante muss zugänglich und belastbar sein
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Blechhandling

Kann eine Person ein Großformatblech allein handhaben?

Mit einer Saugtraverse an einem handgeführten Gerät ja – Aufnehmen, Schwenken und Einlegen sind dann eine Ein-Personen-Aufgabe. Von Hand ist es wegen der Fläche auch bei geringem Gewicht nicht kontrolliert möglich.

Halten Sauger auch auf geölten Blechen?

Sie dichten, aber die Reibung sinkt deutlich. Beim waagerechten Heben ist das meist unkritisch, beim Schwenken in die Senkrechte kann das Blech rutschen. Dafür gibt es Sauger mit profilierter Dichtlippe; die Auslegung muss das geölte Blech ausdrücklich berücksichtigen.

Wie viele Sauger braucht eine Traverse?

Das ergibt sich aus Gewicht, Format und Blechdicke. Das Gewicht bestimmt die nötige Saugfläche, Format und Dicke bestimmen die Verteilung: Je dünner das Blech, desto enger müssen die Greifpunkte liegen.

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