Knickarm-Kettenzug warten und prüfen
Ein Knickarm-Kettenzug vereint zwei Baugruppen mit ganz verschiedenem Verschleißverhalten: ein Serienhebezeug, das nach Betriebsstunden altert, und einen Armaufbau, der nach Lastspielen und Moment altert. Wer nur den Kettenzug wartet, übersieht die Hälfte.
- Vorschrift
- DGUV Vorschrift 54 (Winden, Hub- und Zuggeräte)
- Prüftakt
- mindestens jährlich
- Fabrikate
- herstellerunabhängig
Zwei Gelenke, ein Kettenzug, eine Säule – drei Stellen, die altern.
Welche Vorschrift greift – und in welchem Takt
Der Kettenzug ist ein Hub- und Zuggerät; maßgeblich ist die DGUV Vorschrift 54 mit mindestens jährlicher Prüfung durch eine befähigte Person. Die tatsächliche Frist folgt aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV – bei Mehrschichtbetrieb oder staubiger Umgebung ist sie oft kürzer. Die elektrische Ausrüstung wird zusätzlich nach DGUV Vorschrift 3 geprüft. Hängt der Manipulator an einer Kranbahn, gilt für die Bahn die DGUV Vorschrift 52 – zwei Vorschriften an einer Anlage, und genau daran bleibt die Prüfung oft unvollständig.
- Vorschrift
- DGUV Vorschrift 54 (Winden, Hub- und Zuggeräte)
- Mindesttakt
- mindestens jährlich
- Prüfer
- befähigte Person
Worauf wir an diesem Gerät sehen
| Bauteil | Befund | Ablegegrenze |
|---|---|---|
| Lastkette | Längung der Teilung, Abnahme der Nenndicke, Anrisse, Korrosion | rund 10 % Nenndicke oder 5 % Längung – Herstellerangabe geht vor |
| Lasthaken | Aufweitung des Maules, Verformung, Sicherungsklappe | 10 % Aufweitung gegenüber Neumaß (DIN 15400) |
| Kettenrad & Führung | Eingelaufene Taschen, Kettenspringen unter Last | Befund – Kettenspringen ist immer ablegereif |
| Bremse | Belagstärke, Haltemoment, Nachlaufweg | Last muss ohne Absacken stehen bleiben |
| Armgelenke | Lagerspiel, ausgeschlagene Bolzen und Buchsen | spürbares Spiel an der Lastaufnahme |
| Standsäule | Ankerbolzen, Schweißnähte, Drehkranz, Fundamentriss | jeder Riss und jeder lose Anker |
Die Grenzwerte stammen aus den einschlägigen Regeln. Liegt eine Herstellerangabe für das konkrete Gerät vor, geht sie vor.
Was dabei tatsächlich getan wird
Kette messen, nicht ansehen
Eine Lastkette sieht auch dann noch gut aus, wenn sie ablegereif ist. Gemessen wird die Teilung über mehrere Glieder und die Nenndicke an der am stärksten belasteten Stelle – meist dort, wo die Kette über das Rad läuft. Beides wird notiert, damit der nächste Termin die Entwicklung sieht und nicht nur einen Zustand.
Gelenke und Bolzen
Das Spiel im Knickgelenk wächst langsam und fällt dem Bediener zuerst als Wackeln an der Last auf. Wir prüfen es an der Lastaufnahme, nicht am Gelenk – dort wirkt der Hebel, und dort wird ein Zehntel Millimeter Lagerspiel zu einem Zentimeter Unruhe.
Bremse unter Last
Eine Bremse, die im lastfreien Zustand hält, sagt wenig. Geprüft wird mit angehängter Last: Hält sie, hält sie ohne Nachsacken, und wie weit läuft das Hubwerk beim Abschalten nach.
Säule und Verankerung
Der am häufigsten übersehene Punkt der ganzen Anlage. Die Ankerbolzen im Hallenboden werden nachgezogen und auf Auszug geprüft, die Schweißnähte am Säulenfuß angesehen. Ein Manipulator kippt nicht am Arm, sondern am Fundament.
Wenn sich die Aufgabe geändert hat
Andere Lastaufnahme
Der häufigste Umbau und meistens der ausreichende: ein neuer Greifer, eine neue Traverse, ein Wechselsystem für zwei Werkstückfamilien. Das Gerät bleibt, die Aufgabe ändert sich.
Steuerung erneuern
Eine Schützsteuerung lässt sich gegen eine geregelte Ansteuerung tauschen: sanftes Anfahren, Zwischenpositionen, verwertbare Fehlermeldungen – ohne dass die Bediener ein neues Gerät lernen müssen.
Reichweite ändern
Ein längerer Arm ist möglich, aber nicht umsonst: Das Moment steigt, und die Grenze liegt meistens in Säule und Fundament. Wir rechnen den geänderten Zustand nach – und sagen es, wenn er nicht trägt.
Was wir dafür anbieten
Wartung Hebezeuge
Planmäßige Wartung von Kettenzügen, Seilzügen, Balancern und Manipulatoren – aller Fabrikate.
Prüfung Hebezeuge
Wiederkehrende Prüfung nach BetrSichV und DGUV – für Kettenzüge, Seilzüge, Balancer, Manipulatoren und Schwenkkrane.
Instandsetzung & Reparatur
Reparatur von Hebezeugen und Manipulatoren aller Fabrikate – vom Bremsentausch bis zur Generalüberholung.
Ertüchtigung & Umbau
Vorhandene Hebezeuge an eine neue Aufgabe anpassen – Greifer, Steuerung, Reichweite, Traglast.
Fragen zu Wartung und Prüfung
Warten Sie auch Kettenzüge, die nicht von Ihnen sind?
Ja, das ist der Regelfall. In einer gewachsenen Halle stehen Geräte aus mehreren Jahrzehnten und von mehreren Herstellern. Wo Herstellerunterlagen vorliegen, arbeiten wir nach ihnen; wo sie fehlen, legen wir den Umfang aus Bauart und einschlägigen Regeln fest und schreiben auf, worauf er beruht.
Wie oft muss ein Knickarm-Kettenzug geprüft werden?
Mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person. Die verbindliche Frist legen Sie als Betreiber in der Gefährdungsbeurteilung fest – bei hoher Auslastung, Staub, Feuchte oder sicherheitskritischer Aufgabe ist sie kürzer. Wir setzen sie gemeinsam mit Ihnen fest, statt pauschal ein Jahr einzutragen.
Die Kette springt manchmal über das Rad. Ist das schlimm?
Ja. Kettenspringen bedeutet, dass Kette und Kettenrad nicht mehr zusammenpassen – meist ist die Kette gelängt, oft ist auch das Rad eingelaufen. Das Gerät ist bis zur Instandsetzung nicht zu benutzen; getauscht werden in der Regel beide Teile, weil eine neue Kette auf einem eingelaufenen Rad sofort wieder leidet.
Das Gerät ist über zwanzig Jahre alt. Lohnt das noch?
Meistens ja. Der Armaufbau und die Säule sind langlebig; was altert, ist das Serienhebezeug. Ist dessen theoretische Nutzungsdauer nach FEM 9.755 erreicht, wird es generalüberholt oder ersetzt – das Gerät als Ganzes bleibt. Ein Neugerät zieht dagegen fast immer Änderungen am Arbeitsplatz nach sich.
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Sagen Sie uns, welche Geräte bei Ihnen stehen – auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Wir melden uns mit einem Vorschlag für Umfang und Takt.