Pneumatischen Knickarm warten und prüfen
Der Knickarm hat kein Tragmittel, das ablegereif werden könnte, und trotzdem eine klare Verschleißkette: Gelenke, Zylinder und die Leitungen, die durch beide hindurchlaufen. Der Bediener merkt Verschleiß zuerst als Unruhe an der Last – lange bevor am Gelenk selbst etwas zu sehen ist.
- Vorschrift
- DGUV Vorschrift 54 (Winden, Hub- und Zuggeräte)
- Prüftakt
- mindestens jährlich
- Fabrikate
- herstellerunabhängig
Ein Zehntel Spiel im Gelenk sind zwei Zentimeter an der Last.
Welche Vorschrift greift – und in welchem Takt
Der Knickarm-Manipulator fällt als Hub- und Zuggerät unter die DGUV Vorschrift 54: mindestens jährliche Prüfung durch eine befähigte Person, Frist aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Weil das Gerät kein Seil und keine Kette hat, verschiebt sich der Schwerpunkt auf die tragende Struktur – Gelenke, Bolzen, Schweißnähte – und auf den pneumatischen Kreis mit seiner Lasthaltung. Hängt der Arm an einer Kranbahn, gilt für diese die DGUV Vorschrift 52.
- Vorschrift
- DGUV Vorschrift 54 (Winden, Hub- und Zuggeräte)
- Mindesttakt
- mindestens jährlich
- Prüfer
- befähigte Person
Worauf wir an diesem Gerät sehen
| Bauteil | Befund | Ablegegrenze |
|---|---|---|
| Gelenkbolzen & Buchsen | Ausgeschlagene Bohrung, Spiel, Trockenlauf | spürbares Spiel an der Lastaufnahme |
| Armsegmente | Verformung, Schweißnähte, Anrisse an Krafteinleitungen | jeder Riss, jede bleibende Verformung |
| Hubzylinder | Interne Leckage, Nachsacken, Riefen an der Stange | jedes Absacken unter Last |
| Schlauchführung | Scheuerstellen an Kanten, Bolzen und Schellen | Scheuerstelle bis auf das Gewebe |
| Ventile & Steuergriff | Ansprechverhalten, Rückstellung, Dichtheit | Griff bleibt stehen oder spricht verzögert an |
| Aufhängung / Säule | Ankerbolzen, Schienenanbindung, Drehkranz | jede lose Verschraubung |
Die Grenzwerte stammen aus den einschlägigen Regeln. Liegt eine Herstellerangabe für das konkrete Gerät vor, geht sie vor.
Was dabei tatsächlich getan wird
Spiel am Hebel messen
Wir messen das Gesamtspiel an der Lastaufnahme, nicht an jedem einzelnen Gelenk. Das ist die Größe, die der Bediener spürt, und sie summiert sich aus allen Gelenken. Erst wenn sie zu groß ist, gehen wir Gelenk für Gelenk nach.
Bolzen und Buchsen
Ein trockengelaufener Bolzen schlägt die Bohrung aus – dann genügt kein neuer Bolzen mehr, sondern die Buchse muss ebenfalls getauscht werden. Wer nur den Bolzen wechselt, hat das Spiel in einem halben Jahr zurück. Wir prüfen deshalb immer beides.
Leitungen im bewegten Arm
Die Pneumatikleitungen laufen durch die Gelenke mit. Jede Bewegung reibt sie an derselben Stelle. Eine Scheuerstelle ist ein Schaden mit Termin, kein Schönheitsfehler – wir legen die Leitung neu und schützen die Kante, statt nur den Schlauch zu tauschen.
Der Griff als Prüfstand
Wir fahren den Arm über den gesamten Arbeitsbereich mit angehängter Last. Verzögertes Ansprechen, ungleichmäßiges Heben oder Nachsacken in bestimmten Stellungen zeigen sich hier – und nirgends sonst.
Wenn sich die Aufgabe geändert hat
Andere Lastaufnahme
Der häufigste und meist ausreichende Umbau: neuer Greifer, neue Traverse, Wechselsystem für zwei Werkstückfamilien.
Zusätzliche Drehachse
Muss das Werkstück am Zielort gedreht werden, ist eine zusätzliche Achse an der Aufnahme günstiger als ein größeres Gerät – und schont den Bediener.
Reichweite ändern
Ein längeres Segment vergrößert den Radius, erhöht aber das Moment. Die Grenze liegt in Säule, Aufhängung oder Fundament. Wir rechnen den geänderten Zustand nach, bevor gebaut wird.
Was wir dafür anbieten
Wartung Hebezeuge
Planmäßige Wartung von Kettenzügen, Seilzügen, Balancern und Manipulatoren – aller Fabrikate.
Prüfung Hebezeuge
Wiederkehrende Prüfung nach BetrSichV und DGUV – für Kettenzüge, Seilzüge, Balancer, Manipulatoren und Schwenkkrane.
Instandsetzung & Reparatur
Reparatur von Hebezeugen und Manipulatoren aller Fabrikate – vom Bremsentausch bis zur Generalüberholung.
Ertüchtigung & Umbau
Vorhandene Hebezeuge an eine neue Aufgabe anpassen – Greifer, Steuerung, Reichweite, Traglast.
Fragen zu Wartung und Prüfung
Der Arm wackelt an der Last. Ist das gefährlich?
Gefährlich meist nicht, aber es ist ein Befund und es wird schlimmer. Spiel entsteht in den Gelenken und summiert sich über den Hebel bis zur Last. Behoben wird es durch Tausch von Bolzen und Buchse – je früher, desto weniger Arbeit, weil eine ausgeschlagene Bohrung aufwendiger zu richten ist.
Wie oft muss ein Knickarm-Manipulator geprüft werden?
Mindestens jährlich durch eine befähigte Person. Die verbindliche Frist legen Sie in der Gefährdungsbeurteilung fest – bei Mehrschichtbetrieb oder aggressiver Umgebung ist sie kürzer.
Warten Sie auch Manipulatoren, die nicht von Ihnen stammen?
Ja, das ist der Regelfall. Bei fehlenden Unterlagen legen wir den Prüfumfang aus der Bauart und den einschlägigen Regeln fest und schreiben auf, worauf er beruht.
Sprechen wir über Ihren Bestand.
Sagen Sie uns, welche Geräte bei Ihnen stehen – auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Wir melden uns mit einem Vorschlag für Umfang und Takt.