Wartung & Prüfung

Schwenkkran mit Seilgerät warten und prüfen

Beim Schwenkkran wandert die Last vom Drehpunkt weg – und mit ihr das Moment. Was am Ausleger als kleine Bewegung aussieht, ist unten am Fundament die entscheidende Größe. Die Prüfung eines Schwenkkrans beginnt deshalb nicht am Seil, sondern am Boden.

Vorschrift
DGUV Vorschrift 52 (Krane)
Prüftakt
mindestens jährlich
Fabrikate
herstellerunabhängig

Fünf Meter Reichweite heißt fünf Meter Hebel auf das Fundament.

Die Prüfung

Welche Vorschrift greift – und in welchem Takt

Ein Schwenkkran ist ein Kran und fällt damit unter die DGUV Vorschrift 52 – nicht unter die 54, die für das Seilgerät allein gälte. Das ändert den Umfang und bringt das Kranprüfbuch mit, in das jede Prüfung eingetragen wird. Das angebaute Seilgerät wird als Hub- und Zuggerät zusätzlich beurteilt. Die Frist folgt wie immer aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV; ein Jahr ist die Untergrenze, nicht automatisch die richtige Antwort.

Vorschrift
DGUV Vorschrift 52 (Krane)
Mindesttakt
mindestens jährlich
Prüfer
befähigte Person
Verschleiß

Worauf wir an diesem Gerät sehen

Bauteil Befund Ablegegrenze
Drehkranz / Schwenklager Spiel, Rauigkeit beim Schwenken, Schmierzustand, Dichtungen spürbares Kippspiel am Auslegerende
Ausleger Verformung, Schweißnähte, Anschlagpunkte, Korrosion jeder Riss, jede bleibende Verformung
Schwenkbegrenzung Anschläge, Feststeller, Endlage Anschlag fehlt oder greift nicht
Säule & Fundament Ankerbolzen, Auszug, Risse im Beton, Setzung jeder lose Anker, jeder Riss
Drahtseil Drahtbrüche, Litzenbruch, Korbbildung, Korrosion Ablegereife nach ISO 4309
Lasthaken Maulaufweitung, Sicherungsklappe, Verformung 10 % Aufweitung gegenüber Neumaß
Pneumatik / Antrieb Leckage, Ventile, Lasthaltung bei Druckabfall Last darf nicht absacken

Die Grenzwerte stammen aus den einschlägigen Regeln. Liegt eine Herstellerangabe für das konkrete Gerät vor, geht sie vor.

Die Wartung

Was dabei tatsächlich getan wird

01

Erst das Fundament

Beim Schwenkkran ist das Fundament kein Nebenschauplatz, sondern das am höchsten beanspruchte Bauteil der Anlage. Ankerbolzen werden auf Auszug und Anzugsmoment geprüft, der Beton auf Risse und Ausbrüche rund um die Ankerplatte. Ein Riss, der vom Anker wegläuft, ist ein Abschaltgrund und keine Beobachtungsposition.

02

Kippspiel am langen Hebel

Spiel im Drehkranz misst man nicht am Kranz, sondern am Auslegerende – dort wirkt der Hebel und dort merkt es der Bediener zuerst. Wir belasten den Ausleger und messen die Auslenkung, statt am Lager zu wackeln.

03

Schwenken über den ganzen Bereich

Rauigkeit, Klemmen und Knacken treten oft nur in einem Sektor auf – meist dort, wo täglich gearbeitet wird. Wir schwenken langsam über den gesamten Bereich, mit und ohne Last, und prüfen die Endanschläge.

04

Seil und Haken

Beurteilung des Drahtseils nach ISO 4309 über die volle Ablauflänge, Lasthaken auf Maulaufweitung mit dem Messschieber statt nach Augenmaß, Sicherungsklappe auf Funktion.

Ertüchtigung

Wenn sich die Aufgabe geändert hat

Schwenkbereich einschränken

Häufiger als Erweiterung ist die Begrenzung: Ein neuer Anschlag hält den Ausleger aus einem Verkehrsweg oder von einer Maschine fern. Kleiner Eingriff, der eine ganze Gefährdung entfernt.

Anderes Seilgerät

Ausleger und Säule sind langlebig; das Seilgerät ist das Bauteil, das altert. Es lässt sich ersetzen, ohne die Anlage anzutasten – solange Traglast und Aufnahme passen.

Reichweite verlängern

Technisch möglich, aber der Punkt, an dem am schnellsten etwas übersehen wird: Das Moment wächst mit der Länge, und die Grenze liegt fast immer im Fundament. Wir rechnen nach, bevor gebaut wird.

Häufige Fragen

Fragen zu Wartung und Prüfung

Gilt für einen Schwenkkran dieselbe Prüfung wie für einen Kettenzug?

Nein. Ein Schwenkkran fällt unter die DGUV Vorschrift 52 – Krane –, ein Kettenzug oder Balancer unter die DGUV Vorschrift 54. Der Umfang unterscheidet sich, und für den Kran wird ein Kranprüfbuch geführt. Steht bei Ihnen beides, prüfen wir beides in einem Termin nach der jeweils richtigen Vorschrift.

Muss das Fundament wirklich jedes Mal geprüft werden?

Ja. Es ist das Bauteil, das die gesamte Momentbelastung aufnimmt, und der häufigste ernste Befund an Schwenkkranen. Lose Ankerbolzen sind nicht selten – sie lockern sich über Jahre durch Lastwechsel, ohne dass jemand etwas bemerkt.

Können wir die Traglast erhöhen?

Selten ohne Eingriff ins Fundament. Der Ausleger sieht meistens stabil genug aus, aber die Grenze liegt unten. Wir rechnen den gewünschten Zustand nach und sagen ehrlich, ob er trägt – auch wenn die Antwort nein lautet.

Kontakt

Sprechen wir über Ihren Bestand.

Sagen Sie uns, welche Geräte bei Ihnen stehen – auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen. Wir melden uns mit einem Vorschlag für Umfang und Takt.

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E-Mail schreiben info@entracon.de
Oder direkt anrufen +49 234 5414010